Sanddorn - ein Vitamin - Wunder aus dem Supermarkt der Natur.
Oder:
Noch einmal zu Vitamin B 12 - einen Mangel haben Urköstler nicht zu befürchten!

NL-Artikel aus "Natürlich Leben" Nr.4/2002 von Brigitte Rondholz

Wie ihr alle mittlerweile wisst, ist mir die vegane Lebensart ein wirkliches Anliegen, nicht nur weil sie gesünder ist, sondern auch, weil ich zutiefst davon überzeugt bin, dass wir nicht das Recht haben, anderen Lebewesen aus Genusssucht das Leben zu nehmen. Jedes Leben ist wertvoll und auch Tiere würden - so sie denn dazu in der Lage wären! - um dieses individuelle Lebensrecht kämpfen. Da sie sich nicht artikulieren können, müssen Menschen diese Aufgabe stellvertretend für sie übernehmen.

Warum fällt es nur so schwer, dieses zu respektieren? Einer der Gründe ist der immer wieder vorgeschobene "gesundheitliche Aspekt".

Kürzlich schrieb ich hierzu in der "Natürlich Leben":

"Nachdem es sich nun auch bei den vielen Rohkostablehnern und ihren Interessengruppen herumgesprochen hat, dass vegane Rohköstler eben keinen Vitamin B 12 Mangel haben, weil dieses reichlich mit den Mikroorganismen auf den Wildpflanzen eingenommen wird, resp. von einem sauberen und gesunden Darm produziert wird, sollten auch wir dieses vorgeschobene Thema endlich ad acta legen."

Ja, man erhält durch das Essen einer Biokarotte - direkt aus dem Garten (nur von Hand gewaschen) - Vitamin B 12 durch die Bakterien in der Erde, welche sich noch auf der Oberfläche befinden. (Wenn man die Karotte schält, fehlen allerdings diese Vitamin B 12 erzeugenden Mikroorganismen.) Noch besser sind natürlich die Wildpflanzen, die eine ganze natürliche Symbiose mit den Mikroorganismen eingehen.

Aber ein angeblicher "Vitamin B 12-Mangel" bei vegan lebenden Menschen wird trotzdem immer wieder in die Diskussion eingebracht, und auch wenn wir Urköstler davor nicht bange zu sein brauchen, interessiert dieses Thema auch euch immer wieder, wie ich so manchem Anruf entnehmen kann! Obwohl ja fast jeder weiß, dass Testergebnisse, die sich an "Schlechtköstlern" orientieren, für uns eh nicht von großer Relevanz sind und man Laborwerte immer kritisch hinterfragen sollte!

Dazu schrieb Dr. Probst schon vor geraumer Zeit:

"Eine im Jahre 1991 erschienene, sehr sorgfältige Studie (6) geht noch weiter und stellt fest, dass selbst bei laborchemisch nachgewiesenem Vitamin B12-Mangel die hämatologischen Befunde in 30 % der Fälle normal sind und umgekehrt auch bei normalen Vitamin-B12-Werten neurologische Symptome vorkommen können. Das heißt, der laborchemische Vitamin-B12-Status ist nicht spezifisch für einen klinisch relevanten Vitamin-B12-Mangel und gestattet keine Aussage für mögliche gesundheitliche Schäden. Die Autoren der Studie sprechen deshalb dem Vitamin-B12-Status jedwede diagnostische Bedeutung ab."

Nun las ich darüber hinaus dieser Tage ein paar Dinge, die euch sicherlich erfreuen werden. Es geht um eine Pflanze, die vielerorts in Vergessenheit geraten ist, obwohl sie ein wahres Vitamin-Wunder ist, den Sanddorn!

Bekannt ist seit langem, dass der Vitamin C - Gehalt bei Sanddorn sehr hoch ist. Hierbei schlägt er sämtliche einheimischen Früchte einschließlich der Johannisbeere und der Hagebutte! Der Vitamin C - Gehalt des Sanddorns schwankt pro 100g zwischen 200 und 1300 mg, je nach Anbauort und Klima. (Bei Sonnenschein höher, als bei Regen!) Dabei weist der wildwachsende Sanddorn den höchsten Vitamin C - Gehalt auf. Aber jetzt kommt's!

Hervorzuheben ist auch der hohe Anteil an B-Vitaminen, allen voran das Vitamin B 12.

Die Samenschalen des Sanddorns enthalten nämlich soviel Vitamin B12, wie es vorher nur von der Leber bekannt war!

Der MZ-Verlag schreibt dazu:

"Eine Entdeckung

Die Ernährungsphysiologie war bisher der Meinung, daß in keiner Pflanze nennenswerte Konzentrationen an Vitamin B12 enthalten sind. Demnach seien die besten Quellen für die Vitamin-B 12 - Versorgung des Menschen Milch, vor allem aber Leber und Fleisch, denn nur in Nahrungsmitteln tierischer Herkunft komme das lebenswichtige Vitamin in ausreichender Menge vor. Diese Lehrmeinung muss korrigiert werden. Durch die Symbiose des Sanddorns mit dem Mikroorganismus Aktinomyces entsteht in den Samenschalen des Sanddorns eine Vitamin B 12-Konzentration, wie sie vorher nur von der Leber bekannt war.

Die Pflanze Sanddorn (Hippophae rhamnoides) gehört zu den Ölweidengewächsen und ist ein mittelgroßer Strauch mit weidenähnlichen Blättern. Im Herbst ist er an seinen orangeroten leuchtenden Beeren zu erkennen, die eine leicht ovale Form besitzen. Natürliche Standorte sind Böschungen und Uferbereiche.

Die Biochemie der Sanddorn-Samenschalen

Symbiontischer Sanddorn enthält in seinen Samenschalen nicht nur Vitamin B 12, sondern alle Vitamine der B-Reihe: B , Biotin und Folsäure. Weiterhin ist Sanddorn sehr reich an Vitamin C, Carotinoiden (den Vorstufen von Vitamin A) und Vitamin E."

(Den Teil, wo es dann als "Sanddorn Vitamin B12- Präparat" in Apotheken angeboten wird und welchen therapeutischen Nutzen dies hat, lasse ich jetzt mal weg, denn wir Urköstler wissen ja, dass nichts über das Echte, die wahre Natur geht, auch wenn viele Menschen (leider auch Rohköstler!) wohl mittlerweile zu glauben scheinen, dass es wertvoller ist, wenn sie es in einer Apotheke oder Versandvertrieben käuflich erwerben können!).

Bevor Sanddorn übrigens zum "Zierstrauch" degradiert wurde, nutzten die Menschen den Sanddorn schon sehr vielfältig! Der "kleine" Strauch kann bis zu einem 5 m hohen Baum auswachsen. Die lineal weidenähnlichen Blätter erkennt man an der weißlich glänzenden Unterseite. Die Früchte sind orangig - rot und sind eiförmig. Sie schmecken säuerlich-mild, aromatisch-herbfrisch und sehr lecker. Manche empfinden ihn allerdings auch als sehr sauer.

Er gedeiht fast überall, er ist sehr genügsam, er wächst auf Sand, Felsschutt und Kies, am Meer oder im Schwarzwald. Sanddorn ist also rundum eine geniale Pflanze - kostenlos im Bioladen von Mutter Natur zu bekommen und wird "therapeutisch" eingesetzt bei Zahnfleischblutungen, Kopfschmerzen, Unlustgefühlen, Müdigkeit, etc pp.

Auch wenn Urköstler unter solchen Symptomen nicht zu leiden haben, empfehle ich euch doch allen sehr den Anbau dieser wertvollen Pflanze.

Auch bitte ich euch um Erfahrungsberichte von Müttern mit Kindern, da Sandra Wildner und ich ein Buch über die urköstliche Kindheit (rund um Schwangerschaft, Geburt, Stillen, Kindergarten und Schulzeit) planen.

Literatur:

http://www.mz-verlag.de/

Erich Heiß: "Wildgemüse und Wildfrüchte"

Richard Willfort: "Gesundheit durch Heilkräuter