Karl Heinz Baumgartl Veganeund Rohe Lebensweise


Warum Vegan und roh? Karlheinz Baumgartl hat in seinem kleinen Büchlein "Der erste Schritt aus dem Teufelskreis" dazu interessante Denkansätze!

Hier ein Ausschnitt daraus:

Das Urgesetz des Lebens

Unser Sonnensystem entstand einst aus der Kraft (Strahlungsenergie) des Universums. Im Laufe von Milliarden Jahren bildete sich aus dem Kraftfeld der Sonne auch unser Planet »Erde« und auf diesem die biologische Substanz. Hieraus erwuchs mit der Zeit der Mensch und das menschliche Bewußtsein. Die Vorbedingungen des Lebens- und Bewußtseinsentstehung auf unserer Erde sind daher die Sonne und die in der Erdrinde potentiell enthaltene Energie, nämlich die in den Strukturen gespeicherte Sonnenkraft. Alle Kristalle der Gesteine sind verbunden durch gewaltige Energien. Das organische Leben macht sich diese gebundenen Kräfte zunutze durch deren Lösung in der Pflanze.

In dem Augenblick, als aus dem Blattgrünfarbstoff, dem Chlorophyll, die Kohlendioxidspaltung in Kohlenstoff und Sauerstoff erfolgte, begann das organisch-biologische Leben und konnte sich auf dieser Grundlage weiterentwickeln. Das grüne Blatt ist daher die Grundlage allen biologischen Lebens.

Das Chlorophyll holt die Kohlensäure aus der Luft und wandelt diese um in kohlenstoffhaltige, organische Verbindungen. Dem räumlich entgegen wirkt die Wurzel aus dem Erdreich. Das Erdreich besteht aus verwitterten Gesteinen und Mineralien, ferner aus zerfallenen Pflanzenresten, in denen Kleintiere (z. B. Bakterien, Viren) wirken. Auch diese leben (indirekt) vom Blattgrünfarbstoff. Sie lösen die Pflanzenreste wieder in ihre Grundbestandteile auf. Die Wurzeln nehmen nicht nur diese Grundbestandteile, sondern auch die Mineralien aus den Gesteinen auf. Dies ist ein hochwichtiger Vorgang für die weitere Lebensentwicklung. Die wasserunlöslichen Mineralien können nämlich praktisch nur durch die Arbeit der Wurzeln in eine lösliche, organische Verbindung und dadurch zur biologischen Verwertung gebracht werden.

Wir sehen, daß die Pflanze hier einen doppelten Säftestrom entwickelt. Aus der Wurzel kommen die erdigen Mineralstoffe nach oben, während vom Blattwerk der für die organischen Verbindungen nötige Kohlenstoff aus der Luft geholt wird. Dabei absorbiert das Chlorophyll die aufbauende Rotstrahlung des Sonnenlichtes (und erscheint deshalb in der Komplementärfarbe grün) und baut diese Energie in den Pflanzenorganismus ein. Hier werden die Kräfte des Weltalls, speziell die der Sonne, in die Pflanze gebunden. Was die Pflanze hieraus aufbaut, nämlich den organischen Einbau der Mineralien, die Zucker- und Eiweißstoffe, die Vitamine, das wird im tierischen und menschlichen Körper im Vorgang des Stoffwechsels abgebaut und verwertet. In diesem Stoffwechsel wird die in der Pflanze organisch- biologisch eingebaute Sonnenkraft frei. Sie ergibt die eigentliche Lebenskraft.

Es ist in der Tat so, daß der Kosmos als Ganzer, hier speziell die Sonne, aus den Gesteinen der Erde das Leben und das Bewußtsein herausholt. Dies ist aber aufgrund der feinstofflichen, äußerst komplexen Vorgänge streng an den natürlichen Kreislauf gebunden. So wie sich jede Pflanze zur eigenen Erhaltung und Weiterentwicklung ihre Stoffe aus dem Boden und aus der Luft holt, so muß jedes tierische und menschliche Wesen seine Stoffe aus der Luft und aus dem Boden holen. Die Gesetze gelten genauso für die Vorgänge im menschlichen Körper.

Das Merkmal der Pflanze ist der Austausch des Stoffwechsels und seiner Erzeugnisse zwischen Wurzel- und Blattwerk. Entsprechende Vorgänge haben wir auch im menschlichen Körper: die Aufnahme der Nahrung und die Verarbeitung im Magen- und Darmbereich und die Aufnahme der Luft durch die Lungen. Magen- und Darmbereich entsprechen dem Wurzelwerk der Pflanze, die Lungen der Blätterkrone.

Der menschliche Organismus ist eine Abbildung der Natur.

Die natürliche Grundlage der menschlichen Ernährung ist daher das grüne Blatt, ergänzt durch das Wurzelgemüse, in dem die Mineralien eingebaut sind, ferner durch Kräuter, Früchte und Nüsse aller Art.

Mit Sicherheit nährte sich der Mensch in seiner frühen Vergangenheit roh-pflanzlich (= vegetabil; lat. vegetabilis = belebend). Seine biologische Entwicklung und Verwandtschaft weisen unmißverständlich darauf hin. Die menschlichen Organe sind von vornherein nur auf die Umwandlung von roher pflanzlicher Kost eingerichtet, auf die Verarbeitung von Gemüsen, Obst und Nüssen im Naturzustand. Er hat das typische Gebiß eines Vegetariers, bestehend aus Mahl- und Schneidezähnen. Es ist auch unvorstellbar, daß der Mensch sich jemals wie ein Raubtier verhalten haben soll, daß er den Tieren nachgerannt ist, sie angefallen und mit den Händen und seinen kleinen Zähnen zerrissen und roh verzehrt hat. Ihm fehlen hierzu alle Voraussetzungen: die Krallen, die Reiß- und Fangzähne; und seine Magen- und Darmsäfte unterscheiden sich wesentlich von denen eines Fleischfressers.

Blinde Fortschrittsgläubige unterstellen unseren Vorfahren gerne ein Leben im "Kampf ums Dasein".

Man übersieht, daß der Mensch über große Zeiträume in vollkommener Naturverbundenheit gelebt und daß ihm deshalb nichts gefehlt hat, was er zum Leben und zu seinem Glück brauchte.

Er lebte im »Paradies« (= Garten). Die alten Schriften, die Genesis, die alte Geheimlehre (beschrieben z.B. von Guido List, Rudolf John Gorsleben), die Märchen u.a. beschreiben diesen Zustand und erinnern an diesen ursprünglichen Frieden. Hesiod (9. Jahrh. vor Chr.) erwähnt das »goldene Zeitalter«. In »Werke und Tage« S. 109-123 berichtet er aus dem »saturnischen Zeitalter«, »wo die Menschen sorglos ohne Arbeit und Weh dahinlebten, wie die Götter, ohne Altersbeschwer, immer tafelfreudig, und starben, als schliefen sie ein; wo der Garten von selbst Frucht trug.«

Der Mensch stand nicht im Kampf ums Dasein, und er hatte magische Abwehrkräfte der Betäubung und Blendung. Man lese die Märchen und Sagen genau nach. Da waren die Zauberer und Feen, die mit den Tieren des Waldes sprachen und sie beherrschten. In den symbolischen Bildern der alten Schriften wird das Paradies (»Garten Eden«) beschrieben. Es wird darin uneingeschränkt die pflanzliche Rohkost hervorgehoben, und es fehlt darin jeder Hinweis, daß der Mensch seine Nahrung erhitzt oder daß er Tiere getötet habe, um deren Fleisch zu essen.

Das Gebot »Du sollst nicht töten!« galt unausgesprochen und mußte erst viel später formuliert werden. Darüberhinaus werden die paradiesischen Zustände, die Harmonie des Ganzen, beschrieben.

Solange die Menschen das Feuer nicht kannten, waren sie ja auch gezwungen, von dem zu leben, was die Natur hervorbrachte und wie sie es produzierte. Erst mit der Nutzung des Feuers setzte eine verhängnisvolle Entwicklung ein.

Die griechische Sage erzählt von Prometheus, der den Menschen das Feuer gebracht hat und von den Mühsalen und Plagen, die der Mensch dafür auf sich nehmen mußte. Hesiod (»Werke und Tage« S. 94 ff.) berichtet von den Menschen, die ohne Krankheit und Alter lebten, bevor ihnen Zeus für den Feuerdiebstahl des Prometheus die Pandora mit dem schreckensvollen Kochtopf sandte, dem alle Krankheiten und Gebrechen entströmten: »Aber das Weib hob ab von dem Topf den mächtigen Deckel, streute mit Händen daraus: für die Menschheit sann sie auf Trübsal.« Nur die Hoffnung blieb tückisch in dem Topf zurück.

Erst mit dem Gebrauch des Feuers im täglichen Leben fand der Mensch Geschmack an neuartigen Zubereitungen seiner Nahrung. Aber durch die Hitze werden die lebensnotwendigen, lebenserhaltenden und lebenskraftentfaltenden Enzyme zerstört. Enzyme (oder Fermente) sind biologische Katalysatoren, die das Leben erst ermöglichen. Diese Proteine (Eiweißgebilde) gerinnen (denaturieren) bei Temperaturen über 42 Grad Celsius. Dieser Vorgang ist in der Enzymologie bestens bekannt, nur werden daraus für die menschliche Ernährung keine Schlüsse gezogen. Beim Erhitzen erlischt die biologische Aktivität der Enzyme, sie stirbt ab, die in der Molekularstruktur gebundene Sonnenstrahlen wird aufgelöst. Erhitzte Nahrung ist im menschlichen Körper toter Ballast und stört den Stoffwechsel.

Außerdem werden durch die Hitzeeinwirkung wichtige Aufbaustoffe wie Kalk, Magnesium, Natrium, Kalium, Aluminium aus ihrer organischen Bindung im Pflanzensaft herausgetrieben und zum Teil als harte und schwerlösliche Substanzen ausgefällt. Die Stärketeilchen im Getreide und in den Wurzeln werden gesprengt und in Kleister verwandelt. Insgesamt bilden sich also schwerlösliche und schwerverdauliche Verbindungen und Kleister, die als gärender und faulender Ballast störend auf den Stoffwechsel einwirken. Den Zellen werden belastende Säfte zugeführt. Der Stoffaustausch der Zellen im ganzen Organismus wird dadurch erheblich gestört. Die osmotischen Verhältnisse, ja der ganze Säftestrom im Körper, geraten in Unordnung. Erhitzte Nahrung kann deshalb niemals belebend und naturgemäß sein.

Auch die Ernährung mit Fleisch ist nicht naturgemäß. Für die erste Verbreitung dieser Unsitte und Barbarei hat vermutlich das Priestertum vorchristlicher Zeit gesorgt.

Diese Priester haben einst ihren Gottheiten Fleisch geopfert und es später selbst verzehrt in der (irrigen) Annahme, sich dadurch die Kräfte der Götter einzuverleiben.

Tatsächlich besteht heute noch im Volk die Assoziation, daß Fleisch eine besondere Kraftnahrung wäre.

Erst viel später in der Geschichte des Menschen kam das systematische Erjagen der Tiere auf.

Aber Fleischnahrung ist Leichennahrung. Geschmack und Geruch der Muskeln, der Gebeine, der Innereien (Organe), die Haut und das Blut sind an sich abstoßend und ekelerregend. Deshalb müssen sie scharf gewürzt und aufwendig verarbeitet werden. Der Körper des geschlachteten Tieres ist mit Harn- und Oxalsäureresten angereichert. Was die Pflanze beim Vorgang der Photosynthese aufbaut, wird im tierischen Körper beim Stoffwechsel verwertet und abgebaut. Also nimmt man mit der tierischen Fleischnahrung eine nicht im Auf-, sondern im Abbau begriffene Nahrung zu sich, die auch noch erhitzt und dadurch zusätzlich biologisch entwertet wird. Darüberhinaus entstehen im getöteten Tier durch die sofort einsetzende Verwesung gefährliche Leichengifte. Die Leichenzersetzung wird während des menschlichen Verdauungsvorganges durch die Körperwärme noch beschleunigt. Es entstehen giftige Gase und Säfte, die sich tagelang im menschlichen Körper halten und den biologischen Kreislauf und die Organe schwer belasten.

Deshalb kann Fleischnahrung für den Menschen niemals belebend und naturgemäß sein.

Auch die Ernährung mit Milch und Milchprodukten ist naturwidrig. Ich höre jetzt einen Stoßseufzer des Lesers. Schauen wir uns doch in der Natur um.

Beim Tier ist die Milch das Nahrungsmittel für das Neugeborene. Dieses hat einen ganz andersgearteten Magensaft als das Erwachsene. Genauso verhält es sich beim Menschen. Für den Erwachsenen sind Milchprodukte Ballast: Die Milch bildet im Magen das unverwertbare Kasein. Die Trinkmilch wird in den Molkereien erhitzt (sterilisiert). Der Käse ist nichts weiter als verfaulte Milch, also ein Produkt, das von seiner lebenskraftentfaltenden Substanz erheblich abgebaut hat. Deshalb sind Milch und Milchprodukte für den Menschen minderwertige Nahrungsmittel.

Besonders bei den Ernährungsfragen erkennen wir deutlich den Irrtum der Wissenschaften, die den Menschen als Fleisch- und Allesfresser einstufen und trotz schwerwiegender Störungen der Gesundheit auf diesem Irr-Sinn beharren. Sowohl die Medizin, als auch die Ernährungswissenschaft versagen.

Der Philosoph Martin Heidegger sagte 1969 in einer Fernsehsendung zur Frage der heutigen Wissenschaftlichkeit: »Die Wissenschaft denkt nicht!«

Wer Heidegger kennt, weiß, wie schwer diese Aussage wiegt. Die Mediziner und die Ernährungswissenschaftler begehen vielleicht den folgenschwersten Irrtum in der Geschichte der Menschheit, weil er zur allgemeinen Zerstörung des Individuums »Mensch« führt.

Niemand kommt auf den Gedanken, ein Pferd mit abgekochtem Hafer, mit Milchprodukten oder gar mit Fleisch zu füttern. Das Tier würde sonst in kurzer Zeit die gleichen Krankheiten erleiden wie der Mensch (Zahnfäule, Kreislaufstörungen, Charakterveränderung u. a.).

Und niemand kommt auf die Idee, zu behaupten, das Pferd brauche tierisches Eiweiß als »Kraftnahrung« und brauche eine warme Mahlzeit am Tag.

Nur dem Menschen mutet man jede perverse Ernährung zu und erfindet dafür seltsame Ausreden. Der Mensch hat sich im Laufe der Zeit eine Ernährungsweise anerzogen, die ich nur als absurd und irrsinnig bezeichnen kann. Eine Ernährung mit erhitzten Leichenteilen und mit biologisch abgetöteter oder minderwertiger Kost ist eine erhebliche Abweichung von der ursprünglichen Lebensweise. Diese Abweichung bedeutet einen fundamentalen Verstoß gegen das Urgesetz des Lebens. Dieser Verstoß kann nicht ohne erhebliche Folgen für die Gesundheit bleiben. Sie äußern sich in der Entartung von Geist, Körper und Seele.

(Und die Auswirkungen dieses IRR-sinns erleben wir heute praktisch jeden Tag! Und nicht erst seit Erfurt. BR)

Das Töten von Tieren zum Fleischverzehr setzt eine grundlegende geistige Umstellung voraus. Sie führt zu Charakterveränderungen.

Und so wirkt sich der Verstoß gegen das Urgesetz des Lebens verhängnisvoll aus auf das gesamte Leben und Zusammenleben der Menschen. »Der Mensch ist, was er ißt«, ist kein seichtes Sprichwort, sondern eine tiefe Weisheit...


Letzte Änderung: 21.6.2002 16:37:47 - Autor: Brigitte Rondholz - Letzter Autor: Thomas Schneider
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