Vorsicht Zucker


Liebe Freunde und Leser von "Natürlich Leben",

wir möchten hier einen Artikel von Michael Delias zum Thema "Zuckersucht" zur Diskussion stellen. Berichtet doch mal von euren eigenen Erfahrungen diesbezüglich. Die prozentualen Zahlen beim "Endziel" würden wir so nicht unbedingt unterschreiben , aber ansonsten stimmen wir natürlich zu - und es kann gar nicht oft genug betont werden! - dass der tägliche Wildpflanzenanteil eine wichtige Säule unserer guten Gesundheit ist. Eure Brigitte

Michael Delias:

Hilfe, ich bin zuckersüchtig! Über den unschätzbaren Wert der wilden Pflanzen

Dr. Bruker hat sich sein Leben lang dafür eingesetzt, der Zuckerindustrie ihre Verantwortungslosigkeit aufzuzeigen. Walter Sommer hat es erkannt, Kollath und Bircher-Benner waren Pioniere auf dem Gebiet der Vermeidung von Industriezuckerprodukten. Auch im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, mit dem höchsten Zuckerkonsum pro Kopf pro Jahr in der Welt, haben amerikanische Ernährungsreformer schon vor 200 Jahren vor der Schädlichkeit von Industrienahrungsprodukten, insbesondere den Zuckerprodukten gewarnt. Zuckerland USA leidet unter den meisten Diabetesfällen und die Zahl gebissloser Menschen rangiert weltweit an erster Stelle. Ob Dr. Shelton oder Prof. Ehret, ob Franz Konz, Burger, Wandmaker oder Kulvinskas, sie alle haben aus dem Thema gelernt. Trotz Kostumstellung von Industriezuckerprodukten auf natürliche Quellen zucker- haltiger Nahrungsmittel wie Früchten und süßen Gemüsesorten, konnten einige nicht den Zahnverfall aufhalten. Dass natürliche Fruchtzuckerquellen weder Karies noch Entmineralisierung der Organe und Knochen bewirkt, ist reine Theorie. Dagegen sprechen hunderte von Erfahrungsberichten von Langzeitrohköstlern, die mehr als ein Jahrzehnt reine Rohkost praktiziert haben. Der Vorgang der Entmineralisierung durch Fruchtzucker, auch dem natürlichen Zucker in lebendigen Früchten, vollzieht sich schleichend. Menschen mit fehlendem Gebiß und fehlenden Organen wie Niere, haben ihre Gradmesser verloren.

Wenn wir hier von Natur sprechen und von naturnaher Ernährung, dann müssen wir zurückfinden zu unseren Wurzeln, zu unserer Urnahrung. "So natürlich wie möglich" sollte unser Motto heißen.

Ich möchte es in 6 Schritten erläutern:

Der 1. Schritt bedeutet weg von der Industriekost, der 2. Schritt heißt Reduzierung der Kochkost und Vermehrung der Frischkost.

Jeder Rohköstler erfüllt die ersten zwei Schritte mit Bravour. Danach folgt der Einbruch, sie leiden unter Zuckersucht. Die Kochkost bietet unseren Geschmacksnerven alle Varianten kulinarischer Genüsse, die Rohkost duftet und schmeckt dagegen erst einmal sehr langweilig. Dafür überwiegen die kräftigen bunten Farben in der Rohkost. Aber was auch in der Rohkost immer himmlisch schmeckt, sind die süßen zuckerhaltigen Fruchtsorten. Der typische Rohköstler leidet einfach mehr oder weniger unter starken Entzugserscheinungen nach der altbewährten Omas Küche. Um sich bei der Stange halten zu können, greift er zu den himmlischen Zuckerfrüchten wie Honigmelone, Orangen, Datteln, Bananen, Mangos, Papayas, Weintrauben, Feigen und Kakis und meint, er sei glücklich. Der Zucker macht ihn glücklich, so wie der Sonnenschein dem Menschen das Herz öffnet, denn Fruchtzucker ist gespeichertes Sonnenlicht. Unsere Zellen freuen sich über diese Information. Genauso wie ein achtstündiges Sonnenbad in südlichen Breiten schlapp machen kann, genauso können lange Zeiten reiner Früchterohkost wirken. Die belebende kraftspendende Wirkung des Zuckers verdreht sich ins Gegenteil. Dieses Prinzip finden wir auf jedem Gebiet der Wissenschaft und in jedem Lebensbereich. Ich nenne es das "Gesetz der Umkehrung": Gesunde Nahrung, an der man sich überißt, schadet, Wasser, an dem man sich übertrinkt, belastet die Nieren, zuviel Sex macht müde oder sexsüchtig, zuviel Arbeit schafft Workohol, zuviel Sport zehrt aus, zuviel Sonne macht schlapp, zuviel Geld schafft Sorgen.

Die Liste dürft ihr vervollständigen, das Gesetz der Umkehrung greift immer. Beleuchten wir die süßen Früchte etwas genauer, so erkennen wir, dass wir es mit riesigen Zuckerbomben zu tun haben, die im Vergleich zum Mineral- stoffgehalt zu hohe Zuckerdosen aufweisen. Wo wir auch hinsehen, wurde der Plan der Schöpfung aus wirtschaftlichen Gründen manipuliert:

1. Gemüse wächst heute auf mineralarmen Böden, weil Monokulturen kurzfristige Absatzrekorde versprechen, langfristig die Böden verwüsten. 2. Der Weizen vor 2000 Jahren hatte noch kein Gluten, das Klebereiweiß, welches als Bindemittel im Weizen hochgezüchtet wurde, dem Bäcker das Teigformen erleichtert, auf Kosten der Volksgesundheit, siehe Weizenallergien. 3. Und um konkurrenzfähig zu bleiben, wurden immer süßere Früchte gezüchtet, also Früchte mit ungewöhnlich hohem Zuckeranteil, der dem Zuckeranteil von Industrieprodukten wie Schokolade, Limonaden und Kuchen nahe kommt. Denn wilde Äpfel, Birnen oder Bananen lassen sich auf dem Markt nicht verkaufen. Der Durchschnittsbürger ist einfach zu verwöhnt.

Wildpflanzen weisen um das Hundertfache an Mineralien auf und Wildfrüchte ergeben ein gesundes Zucker-Mineralstoffverhältnis, so dass der geringere Zuckeranteil vom Mineralstoffanteil der Früchte spielend abgepuffert wird. Zusätzliche Mineralstoffe aus Knochen und Gewebe brauchen nicht weiter herangezogen werden. Reine Obstmahlzeiten sind Mineralstoffräuber, Zucker in homöopathischer Form ist vollkommen ausreichend.

Und wenn Ihr trotz alledem hochgezüchtete Zuckerfrüchte zu euch nehmt, dann zumindest niemals ohne Beigabe von mineralhaltigen Grünpflanzen wie Löwenzahn und Co!

Gerade Franz Konz hat schon sehr frühzeitig auf diese Thematik hingewiesen und vielen Langzeitrohköstlern das Vertrauen gegeben, weiter den Weg der Natur zu gehen, denn es ist die feine Sprache der Natur, die durch jedes Grashalm spricht. ("Die feine Sprache der Natur" - Franz Konz am 06.07.02 in Nürnberg - 7. Wurzel- Kongress - http://www.die-wurzel.de )

Vielleicht fällt euch bei diesem 3. Schritt "Reduzierung der hochgezüchteten Früchte- und Gemüsesorten und Ersetzung durch Wildpflanzen und -früchte" auf, wie zuckersüchtig ihr wirklich seid. Diese Zuckersucht ist mit jeder anderen Sucht zu vergleichen. Am besten wird man Herr dieser Lage,, indem man die folgenden Schritte ausprobiert.

Der 4. Schritt heißt "Esse Früchte niemals ohne Beigabe von mineralhaltigen Grünpflanzen". D.h. zu jeder Früchtemahlzeit esst ihr also Wildpflanzen oder Grünblattsalate dazu. (Als Urköstler macht ihr das sowieso schon!) Aber dies immer wieder zu bedenken, ist gerade für diejenigen Rohköstler wichtig, die jahrelang eine einseitige Früchterohkost praktiziert haben und deren Mineralstoffdepots schleunigst wieder aufgefüllt werden müssen.

Der 4. Schritt darf allerdings nicht missverstanden werden. Früchte dürfen nicht mit stärkehaltigen Produkten wie Getreide oder Eiweißnahrungsmitteln wie Käse genossen werden, da sonst der Zucker zu fuseln beginnt. Die Grünpflanzen mit ihrem Zelluloseanteil begünstigen die Zuckerverdauung, da sie die Magenperistaltik vorantreiben und den Zucker schnell ins Blut befördern. Zweitens verdünnt der hohe Wassergehalt der Grünpflanzen den Zuckergehalt, so daß wir uns in Richtung "homöopathisch verdünnter Zuckergehalt" bewegen.

Der 5. Schritt lautet "Gemüse mit geringem Stärkegehalt bevorzugen (alle Gemüsesorten bis auf Kartoffeln und Pastinaken sind arm an Stärke). Diese Gemüse-, Knollen- und Wurzelmahlzeiten lassen sich vorzüglich mit fetthaltigen Nahrungsmitteln wie Oliven oder Avokados mischen und ergeben ein herzhaftes, deftiges, mineralreiches Rohkostessen, welches an die herzhaften kulinarischen Kochkostgenüsse der Vergangenheit heranreichen. Diese deftigen Gemüserezepte lassen sich mit Lauch, Knoblauch, Zwiebel, Paprika, Peperoni, Ingwer, Merrettichknolle, Oregano, Basilikum und Majoran etc. und Wildpflanzen verfeinern - die beste Möglichkeit, gesund zu würzen.

Der 6. Schritt - ein ganz entscheidender: Das überall angepriesene Früchtefrühstück bzw. Monofrüchtefrühstück ist out. "Ersetzen Sie süße Früchte durch weniger süße Gemüsefrüchte wie Tomaten und Gurken". Nehmen Sie reine Gemüsefrüchtemahlzeiten auch im Laufe des Tages zu sich, denn sie spenden reinstes Wasser, arbeiten als natürliche Reiniger im Gegensatz zu den überzüchteten Zuckerfrüchten. Was Sie als Ausscheidung von Altlasten ansahen, wenn Sie sehr viele süße Früchte wie Orangen, Melonen oder Weintrauben aßen, sind Zuckerausscheidungen des Körpers über die Haut und die Schleimhäute, da die Zuckerdepots wie Muskeln (gespeichertes Glykogen), Leber, Blut und Zellen randvoll mit Zucker abgesättigt sind, also an einem Überkonsum leiden und auch die normalen Ausscheidungswege wie Nieren, Darm und Lunge überbeansprucht wurden und mit der Arbeit, Zucker aus dem Körper zu transportieren, überfordert sind. Ihr werdet sehen, wie schnell ihr einen eventuellen Candidapilz, eure Zuckerpickel, euer Zuckerjucken, euer Zuckerhusten und euer Zuckerniesen verlieren werdet. Aber ganz besonders verliert ihr eure Nierenbeschwerden, eure Hüft- und Knieprobleme und euren Zahnverfall.

Reduziert euren Früchteanteil schrittweise. Eine Radikalkur führt zu Depression und Melancholie, da eurer Körper an diesen "Zuckerkick" gewohnt war und gereizt wird, wenn er abrupt auf soviel Sonnenschein (Zucker ist gespeichertes Sonnenlicht) verzichten muß. Wenn ihr euren Früchteanteil von 80 % so langsam auf 70 % reduzieren, liegt ihr gut im Kurs. Wichtig ist es, langfristig auf 50 % Früchte zu 50 % Gemüse, Fette und Grünpflanzen zu kommen. Das Endziel heißt 30 % Früchte zu 70 % Gemüse, Fettfrüchte und Grünpflanzen. In den 30 % Früchteanteil sind keine Gemüsefrüchte enthalten. Gemüsefrüchte wie Tomaten und Gurken habe ich in die Kategorie Gemüse eingeordnet. Mittag- und Abendessen sollte stets aus Gemüsemahlzeiten bestehen. Zum zweiten Frühstück und zur Cafepause dürft ihr euch Früchte gönnen, kombiniert mit Grünpflanzen wie Löwenzahn, Endivie, Feldsalat oder Rucola. Seht die Früchte als Bonbon, als Schokolade an, wo ihr ab und zu naschen dürft und in himmlische Genüsse kommt. Wer permanent himmlische Genüsse am laufenden Band erfährt, weiß sie nicht mehr zu schätzen.

Weitere Infos: Die Wurzel - M. Delias - Torwartstr. 22 - 90480 Nürnberg - Tel=Fax: 0911/40 89 116 email: die-wurzel@web.de homepage: http://www.die-wurzel.de


Letzte Änderung: 31.8.2005 21:58:56 - Autor: Brigitte Rondholz - Letzter Autor: Markus K.
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