Vegane Hundeernaehrung


Die Natur gibt's nicht in Dosen - aber muss es wirklich auch Fleisch sein?

von Brigitte Rondholz

Geht es euch auch so? Immer wieder bekomme ich beim Lesen unserer Zeitschrift "Natürlich Leben" gute Anregungen und Impulse. Gerade auch durch die vielen hervorragenden und authentischen Berichte von Mitgliedern und urköstlichen Praktikern, welche mein Denken und Handeln durchaus nachhaltig verändern können. Oft benötigen wir solche Impulse, um weiter zu forschen und die Erkenntnisse dann in unser Leben zu integrieren. Im letzten Haft war dieser Auslöser der sehr gute Bericht von Thora Blochel "Die Natur gibt's nicht in Dosen!" Ja, diese Art der natürlichen Hundeernährung ist schon ein gewaltiger Fortschritt zu der stupiden Fertigfutter- und Dosenfütterei!

Aber muss es wirklich auch Fleisch sein? Funktioniert nicht auch eine wirkliche vegane Frischkost bei unseren Haustieren?

Ich recherchierte im Internet und war überrascht zu erfahren, dass es diesbezüglich sogar schon Studien gibt, die belegen, dass eine vegane Hundeernährung sogar von Vorteil für die Tiere ist.Ich möchte euch Auszüge daraus nicht vorenthalten:

Studie über den Gesundheitszustand vegetarisch ernährter Hunde

RESULTATE Mit dem Ansteigen der Zahl an Vegetariern in den USA und überall auf der Welt übertragen viele ihre ethischen und gesundheitlichen Überlegungen auch auf ihre Hunde, die wie wir Allesfresser sind. Aus ethischer Sicht ergeben sich die gleichen Vorteile wie für menschliche Vegetarier - ein Bruch mit dem Schlachthof und den Grausamkeiten gegen andere Tiere. Auch was die Gesundheit angeht, liegt der Nutzen für Mensch und Tier gleichermaßen auf der Hand, besteht doch das im Hundefutter verarbeitete Fleisch zumeist aus minderwertigen Bestandteilen, die für den menschlichen Genuß nicht mehr akzeptabel sind.

Es bestehen jedoch immer noch Kontroversen hinsichtlich der Frage, ob ein Hund ein gesundes Leben führen kann auf der Basis einer vegetarischen (fleischlosen) oder veganen (rein pflanzlichen) Ernährung. Obwohl in den Medien heiß diskutiert, scheint niemand eine andere als anekdotische Beweisführung vorbringen zu können. Um eine Antwort auf diese Frage zu finden und nagende Zweifel derer auszuräumen, die ihre Hunde vegetarisch ernähren, wurde eine Studie in Auftrag gegeben, um Daten zum Gesundheitszustand und zur Ernährung einer größeren Anzahl vegetarisch lebender Hunde zu sammeln und auszuwerten.

Die Hundebesitzer wurden über die PETA-Zeitschrift Animal Times zur Teilnahme an der Studie aufgefordert. Dann wurden die Daten von 300 Hunden für die Dauer eines Jahres erfaßt. Die Studie umfaßte Fragen zur Ernährung der Hunde, zur Krankheitsgeschichte und zu allgemeinen Fakten wie Alter, Rasse und Geschlecht.

Rückblickend läßt sich feststellen, daß man besser daran getan hätte, parallel zu dieser Studie auch eine Kontrollgruppe von fleischessenden Hunden datenmäßig zu erfassen, um Vergleiche anstellen zu können. Da dies jedoch nicht geschehen ist und die bereits vorhandene Statistik über den Gesundheitszustand nordamerikanischer Hunde sich als nicht sehr hilfreich erwies, kann man die Daten dieser Studie in Hinblick auf die vegetarische Ernährung von Hunden eher als beschreibend denn als konklusiv bezeichnen. Immerhin gewinnt man diverse Einsichten und erhält allgemeine Informationen wie z.B. die, daß 82% der über 5 Jahre lang vegan ernährten Hunde bei guter bis ausgezeichneter Gesundheit waren.

Trotzdem: eine Kontrollstudie mit fleischessenden Hunden ist für die nahe Zukunft geplant, sodaß bald ein Bericht über die wesentlichen Unterschiede bzw. Ähnlichkeiten verfügbar sein wird. Allgemeines Teilnehmerprofil

Antworten zur Studie kamen aus 33 Staaten der USA und aus Kanada. Von den 300 Hunden, die teilnahmen, waren 158 (52,7%) weiblich, 142 (47,3%) männlich. Die meisten Hunde waren kastriert oder sterilisiert (266 bzw. 88,7%), und von den verbleibenden waren 22 männlich und 12 weiblich. Das Alter reichte vom Junghund bis zum 19-jährigen Tier in folgender Staffelung:

bis 3 Jahre alt: 68 22,7% 4 - 6 Jahre alt: 74 24,7% 7 - 9 Jahre alt: 78 24,7% 10-12 Jahre alt: 36 12,0% 13-15 Jahre alt: 34 11,3% 16 Jahre und älter: 10 03,3%

Die Zahl der Mischlinge überwog mit 167 (55,7%) etwas gegenüber den reinrassigen Hunden mit 133 (44,3%). Die Rassen reichten von Akitas, Yorkshire Terriern über eine größere Zahl an Terriern (22), Retrievern (22) und Beagles (7) bis hin zu Dobermännern (6). Davon lebten mehr Hunde vegan (196 bzw.65,3%) als vegetarisch (104 bzw. 34,7%).

Gesundheitsprofil: Resultate und Diskussion

Allgemeines: Bei der Datenanalyse wurde bereits frühzeitig deutlich, daß es notwendig sein würde, die Unterschiede von Hunden mit "guter bis ausgezeichneter Gesundheit" gegenüber den übrigen herauszuarbeiten. Eine entsprechende Fragestellung tauchte zwar im Fragebogen nicht ausdrücklich auf, jedoch machten einige der Teilnehmer dazu freiwillige Angaben. Andere, die Kommentare wie z.B. "glückliches, aktives Verhalten, sehr glänzendes Fell, drahtig, energiegeladen" oder "wunderbares Fell und schöne Zähne, keine schlechten Gerüche, energiegeladen, gutes Gewicht" angegeben hatten, aber nicht ausdrücklich "gute bis ausgezeichnete Gesundheit" vermerkten, wurden in dieselbe Kategorie, nämlich "gute bis ausgezeichnete Gesundheit" eingereiht, weil der Ausschluß sonst nicht auf substantieller Basis, sondern auf rein sprachlicher erfolgt wäre.

Andere Hunde in dieser Kategorie waren solche mit geringen Gesundheitsproblemen wie Zahnstein, ganz gesunde Hunde ohne jegliche Gesundheitsprobleme, solche, die einen einmaligen Vorfall hatten wie "ungeklärter Anfall vor 3 Jahren" und schließlich Hunde, die einen Unfall erlitten hatten wie z.B. eine Vergiftung oder ein gebrochenes Bein aufgrund eines Autounfalls. Die Gesamtzahl der Hunde mit "gutem bis ausgezeichnetem Gesundheitszustand" lag bei 229 (76%).

Die folgende Tabelle illustriert die Verteilung von veganen und vegetarischen Hunden anhand der Zeitdauer ihrer fleischlosen Ernährung:

Dauer der Ernährung bis 2 Jahre 3-5 Jahre 6-8 Jahre über 9 Jahre vegan 94 (31,3%) 58 (19,3%) 12 (4,0%) 16 (5,3%) vegetarisch 67 (22,3%) 29 ( 9,7%) 15 (5,0%) 9 (3,0%) insgesamt 161 (53,7%) 87 (29,0%) 27 (9,0%) 25 (8,3%)

Es schien für den Hund erheblich von Vorteil zu sein, wenn er einen größeren Teil seines Lebens vegan oder vegetarisch verbracht hatte.

Die folgenden Prozentsätze beziehen sich auf die Gesamtzahl der Tiere der genannten Untergruppe (z.B. lebenslang Vegetarier), die jeweils 100% entspricht. Diese Prozentsätze sind daher größer als die gesamte Studienpopulation. Von den 12 lebenslangen Vegetariern der Studie waren 100% bei guter bis ausgezeichneter Gesundheit. Von den 26 Hunden, die 90% ihres Lebens vegan oder vegetarisch gelebt hatten, waren 22 (84,6%) bei guter bis ausgezeichneter Gesundheit. Von den 65 Hunden, die 75% ihres Lebens vegan oder vegetarsich gelebt hatten, waren 53 (81,5%) bei guter bis ausgezeichneter Gesundheit. Von den 142 Hunden, die 50% ihres Lebens vegan oder vegetarisch gelebt hatten, waren 120 (84,5%) bei guter bis ausgezeichneter Gesundheit. Auch schien ein gesundheitlicher Vorteil der veganen Hunde gegenüber den vegetarischen zu bestehen: 82% der Hunde, die 5 Jahre oder länger vegan gelebt hatten, waren bei guter oder ausgezeichneter Gesundheit, während der Anteil bei vegetarischen Hunden mit 77% niedriger ausfiel. [...]

Spezialfutter Nährstoffzusätze fanden ebenso Berücksichtigung, jedoch konnte aufgrund der Unmenge an verschiedenen Zusätzen in den unterschiedlichsten Kombinationen (Kräuter, Vitamine, Enzyme, Mineralstoffe, Öle, Knoblauch, Hefeflocken, unterschiedlichste Markenprodukte) kein einheitliches Muster herausgefiltert werden.

Hefeflocken und Knoblauch Mit Hefeflocken und/oder Knoblauch gefütterte Hunde waren, wie diese Studie zeigte, jedoch offensichtlich gesünder und fitter. Von den 125 Hunden, die mit Hefeflocken gefüttert wurden, befanden sich 102 (82%) bei guter bis ausgezeichneter Gesundheit, bei den Hunden, die keine Hefeflocken bekommen hatten, betrug der Anteil 72,6%. Von den 84 Hunden, die Knoblauch essen, waren 70 (83%) bei guter bis ausgezeichneter Gesundheit, bei den Hunden, die kein Knoblauch essen, betrug der Anteil 80%. Hunde, die Knoblauch und Bierhefe bekommen, wiesen auch ein weitaus schöneres Fell auf als der Rest der Hunde dieser Studie. Es waren dies - gemessen an der Gesamtzahl - 44% der Hunde, die Hefe essen, 47,6% der Hunde, die Knoblauch bekommen, hingegen 22,8% der Hunde, die keine Hefe essen und 17,8% der Hunde, die kein Knoblauch bekommen.

Sojaprodukte Das einzig besondere Futter von Bedeutung scheinen Sojaprodukte zu sein. Da alle kommerziell hergestellten Hundefutter Soja in irgendeiner Form enthalten, gab es nur sehr wenige Hunde, die ganz ohne Soja ernährt wurden, nämlich 39 (13%). Diese Hunde, die ohne Sojaprodukte ernährt wurden, waren in weitaus besserem Gesundheitszustand als die anderen. 90% der Hunde mit sojafreier Ernährung (35) waren bei guter bis ausgezeichneter Gesundheit, hingegen nur 74,3% der Hunde, die Soja erhielten. Auch Hautreizungen traten bei Hunden, die kein Soja essen, weitaus seltener auf: nur 2 Hunde (5,1%) hatten Hautprobleme, hingegen 10,7% der Hunde, die Sojaprodukte essen. Hunde ohne Soja im Futter ernährten sich hauptsächlich von Körnern (Hafer, Reis, Brot und Nudeln), Hülsenfrüchten (Kichererbsen, Linsen, Spalterbsen und Bohnen), Gemüse, Kartoffeln und Sonnenblumenkernen.

Zusammenfassung Eine Anzahl interessanter Hinweise ergaben sich aus dieser Studie und verdienen es, weiter verfolgt zu werden. Basierend auf den Statistiken und den Mustern dieser Studie legen die Ergebnisse folgendes nahe: Je länger ein Hund vegan oder vegetarisch lebt, umso besser sind seine Chancen, bei guter bis ausgezeichneter Gesundheit zu sein. Je länger ein Hund vegan oder vegetarisch lebt, umso geringer ist sein Risiko, eine Infektionskrankheit zu bekommen oder an Krebs oder Schilddrüsenunterfunktion zu erkranken. Eine vegetarische Ernährung kann die Alkalinität des Hundeurins verstärken und so Harnwegsinfektionen fördern. Um diese zu verhindern, kann man Preiselbeerkapseln verabreichen. Je länger ein vegan oder vegetarisch ernährter Hund ohne Zugabe der Aminosäuren L-Carnitin oder Taurin lebt, umso größer ist sein Risiko, an linksseitiger Herzerweiterung zu erkranken. Eine vegane, also rein pflanzliche Ernährung ist eher zu empfehlen als eine vegetarische. Hunde, die ohne Sojaprodukte ernährt werden, scheinen noch gesünder zu sein als solche, die auch Soja erhalten. Hefeflocken und Knoblauch scheinen der allgemeinen Gesundheit und dem Fell zuträglich zu sein. Eine Studie mit fleischfressenden Hunden, die bereits in Arbeit ist und Vergleichsdaten liefern wird, wird die vorliegende Studie noch bedeutungsvoller machen.

(Das gesamte Abstract kann bei mir angefordert werden! B.R.)

Interessant in diesem Zusammenhang ist auch das Interview mit der vegan (leider noch nicht rohköstlich!) lebenden Schauspielerin Stephanie Kindermann (geb. 1967) Sie absolvierte ihre Ausbildung an der "Stage School of Music, Dance and Drama" in Hamburg. Sie wirkte seitdem in zahlreichen TV- und Kinofilmen, TV-Serien und Theaterstücken (u.a. in "Rotwang muss weg", der bekannten Krankenhaus-Serie "das alphateam", "Faust", und in dem Musical "Grease") mit. In vielen Talkshows, Interviews und Fernsehbeiträgen hat Stephanie Kindermann vegane Tierrechtspositionen überzeugend vertreten. "natürlich vegetarisch" hat sie interviewt, hier ein Auszug daraus:

Stephanie, wie lange lebst du vegetarisch, wie lange vegan? Vegetarisch lebe ich seit 20 Jahren, vegan seit knapp 8 Jahren. Wie vegan lebst du? So richtig vegan, dass ich z.B. keine Lederschuhe mehr trage und keine Wollpullis mehr kaufe? Dies ist seit 8 Jahren der Fall. Ich würde nie mehr etwas kaufen, was vom lebenden oder toten Tier stammt. Ich habe aber noch ein paar Wollpullis, wie z.B. diesen.... und die schmeiße ich natürlich nicht weg. Ich mag auch keine Lederschuhe mehr tragen. Die paar Lederschuhe, die ich noch hatte, habe ich verschenkt, das ist aber schon Jahre her. Ich habe für meine Pferde z.B. auch noch einen alten Ledersattel - den werde ich auch behalten. Wenn jetzt etwas Neues angeschafft wird, ist es frei von tierischen Produkten. Ich lebe schon sehr konsequent. Das ist mir einfach wichtig.

Du bist sehr konsequent - auch was die Ernährung deines Hundes angeht. Du ernährst ihn nicht mit z.B. geschlachteten Tieren aus der Dose. Dein Hund lebt ebenfalls vegan. Wie alt ist er und seit wann ernährst du ihn so?

Von Anfang an, und er wird sieben dieses Jahr. Ich habe ihn mit 8 Wochen bekommen. Er kennt gar nichts anderes. Jetzt habe ich sogar einen Hund in Pflege, der sonst Fleisch bekommt, da er sonst ja angeblich kein veganes Hundefutter frisst. Diesen Hund habe ich auch schon 3 Wochen, und er lebt mittlerweile auch vegan. Ich bin der Überzeugung, dass man nur Geduld haben oder den Hund mal einen Tag hungern lassen muss. Wenn ein Hund krank ist, bekommt er vom Tierarzt z.B. erst einmal eine Diät verordnet, meistens gibt man ihm erst einmal gar nichts außer Wasser, und dann wird mit Reis wieder angefangen. Oder es wird vom Tierarzt sogar vegetarische Hundenahrung empfohlen! Ich halte es für völligen Blödsinn zu sagen, man muss das Fleisch reduzieren. Es fällt dem Hund dann vielleicht leichter, dass er sich umstellt. Was aber nicht geht, ist umgekehrt: Man kann nicht einem vegetarischen Hund Berge von Fleisch vorsetzen, sonst erbricht er.

Hast du Tipps für diejenigen Leser, die künftig bei der Enährung ihres Hundes auch auf Fleisch und evtl. Milchprodukte verzichten möchten?

Man kann, wenn der Hund veganes Futter nicht gleich fressen will, dem Futter Sojajoghurt beigeben oder ein bisschen Salz draufstreuen oder das Futter mit Misopaste und/oder Olivenöl vermischen. Das ist gesund - und die Hunde mögen es sehr gern. Man muss es dem Hund einfach schmackhaft machen und dranbleiben: Manchmal dauert es ein paar Minuten, bis der Hund anfängt zu fressen. Und wenn der Hund mal ein, zwei Tage nichts frisst, das ist auch nicht schlimm. Dann wird er am 3. Tag das Futter nehmen...

Ja, und da ist dann noch ein Tierheim, also auch Praktiker, welches auch schon die Fütterung ihrer Tiere auf veganes Futter umgestellt hat.

Aus der Siegener Zeitung vom 26.11.01

Siegens Tierheim füttert jetzt vegetarisch Der Verein will mit dem Kauf von Futter keine Tötung von Tieren in Auftrag geben / Hunde machen den Anfang

Siegen. Grauenvolle Schmerzen, Leiden und Schäden der Schlachttiere während Zucht, Mast, Transport und Schlachtung bewegen nicht wenige Menschen, auf eine vegetarische Ernährung überzugehen. Auch die Tierschützer im Tierheim Siegen fordern, der täglichen Tierquälerei einen Riegel vorzuschieben. Derzeit bietet sich in den Augen des Tierschutzvereins für Siegen und Umgebung aber nur ein praktikabler Weg an: der Verzicht auf Fleisch. "In einem Tierheim werden jährlich Unmengen an Futter benötigt, um all die hungrigen Mäuler zu stopfen", weiß der Tierschutzbeauftragte und Geschäftsführer des Tierschutzvereins, Jürgen Foß, zu berichten. Jürgen Foß, selbst seit vielen Jahren Vegetarier, meint weiter: "Da liegt der Gedanke nahe, gerade bei diesen großen Mengen auf fleischhaltige Produkte zu verzichten, um als Tierschützer mit gutem Beispiel voranzugehen. Das in herkömmlichem Tierfutter enthaltene Fleisch stammt fast ausschließlich aus Tierfabriken. In unseren Augen ist es absurd, seine Haustiere zu lieben und ihnen aber gleichzeitig Futter anzubieten, das aus tierquälerischer Massentierhaltung gewonnen wird." Die vegetarische Ernährung von Hunden, so der Tierschutzverein, sei unproblematisch und zudem nach allen bisherigen Erfahrungen gesünder als herkömmliches Tierfutter. Oft komme Fleisch von Tieren ins Futter, die unter eine der vier Kategorien - tot, sterbenskrank, von einer Krankheit befallen oder körperbehindert - fielen. Außerdem enthielten viele Tierfutter Hormone, Pestizide, Antibiotika, künstliche Farbstoffe, Konservierungsmittel, Altöle und andere toxische Stoffe. Sie seien also nicht gerade gesund für einen Hund. Jürgen Foß: "Wir werden oft gefragt, ob denn eine vegetarische Ernährung bei Hunden artgerecht sei, wo der Hund doch vom Wolf abstammt. Diese Frage ist genauso zu beantworten wie die Frage, ob zermatschte Rinderaugen, Hühnerfedern oder andere Schlachtabfälle, gemixt mit Konservierungsstoffen und Streckmitteln, fertig verpackt in Dosen, eine artgerechte Ernährung für den Wolf sind - natürlich nicht! Aber wir sprechen hier über domestizierte Tiere, welche in ihrer Lebensweise sicherlich nicht mit ihren Vorfahren verglichen werden können." Der Einsatz vegetarischer Tiernahrung im Tierheim und verschiedene Studien zeigten, dass sich Hunde bei einer vegetarischen Ernährung in einer hervorragenden gesundheitlichen Verfassung befänden. Geschmacklich sei es ebenso: Den Hunden schmecke es hervorragend. Im Tierheim werde aber keinem Tier das vegetarische Futter aufgezwungen. Falls es hier und da zu Übergangsproblemen kommen sollte, würden diese Tiere nach und nach an vegetarische Kost gewöhnt. Ein weiterer Vorteil: Der Speiseplan auf rein vegetarischer Basis sei auch alles andere als langweilig. Die weitere Vorgehensweise erläutert Foß folgendermaßen: "Wir haben nun den ersten großen Schritt getan und hoffen, dass uns andere Tierheime und Tierhalter folgen. Der nächste Schritt wird sein, auch unsere Katzen auf vegetarisches Futter umzustellen. Hier fehlt es aber derzeit noch an genügend Angebot an Fertigfutter. Wir überlegen derzeit, Katzenfutter selbst herzustellen." Die wichtigen Zusatzstoffe zur Herstellung vegetarischer Nahrung für Katzen seien bereits auf dem Markt und in den USA seit vielen Jahren erfolgreich im Einsatz. Hierbei leisten die Firmen Dr.-Baumann Cosmetic und Dr. med. Henrich aus Siegen dem Tierheim Unterstützung. Von dort sei auch der Denkanstoß zu diesem Projekt ausgegangen. Tipps zur vegetarischen Ernährung von Hund und Herrchen sind auch auf der Homepage der Siegener Tierschützer unter:

Tierheim Siegen

zu finden.

Eine Fülle nachdenkenswerter Informationen, die uns Urköstler schon zum Umdenken bringen sollten - uns und unseren Haustieren zuliebe!


Anmerkung von Thomas Schneider:

Unter http://www.ein-besseres-leben.de/a116.html werden mehrere Sorten an veganem Bio-Hundefutter angeboten.


Letzte Änderung: 14.10.2002 01:16:00 - Autor: Brigitte Rondholz - Letzter Autor: Brigitte Rondholz
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