Kraeuteranbau Im Garten Undauf Der Fensterbank


Kräuteranbau im Garten und auf der Fensterbank - Von Hartmut D.

           Kräuter brauchen zum Gedeihen grobstrukturierte Erde. Torf oder Lehmboden pur sind ungeeignet.
           Sie verdichten sich beim Gießen, das Wasser kann nicht mehr abfließen und es kommt zu Staunäße.
           Schimmelerreger und Pilze können sich ausbreiten, die Wurzeln beginnen zu faulen. Vorsicht ist
           auch bei Kompost aus dem eigenen Garten angesagt, denn er kann Schimmelpilze einschleppen. 
           Mediterrane Kräutersorten vertragen überhaupt keine nassen Füße. Deshalb sollte bei ihnen
           zusätzlich Ziegelbruch in den Topf gelegt werden. 

           Tip: Unter gekaufte Erde einen Anteil von 20 bis 30 Prozent Hydrokultur-Tonkügelchen (feine
           Körnung) mischen. Für die Kräuterzucht geeignet ist auch Erde mit einem Kokosfaseranteil (z.B. von
           gepa). 

           Ernte- und Küchentips

           Viele Kräuter können ganzjährig geerntet werden: im Frühjahr und Sommer großzügig, im Herbst
           und Winter vorsichtig. Grundsätzlich gilt: nie die Blätter am Stiel abreißen, sondern immer einen
           Zweig oberhalb der Blattachse glatt abtrennen. So bilden sich an dieser Stelle wieder neue Triebe.
           Die Kräuterblüte ist übrigens kein Erntehindernis. Im Gegenteil, in der Blüte ist der Gehalt an
           ätherischen Ölen am höchsten. 
           Frisch geerntete Kräuter schmecken am besten und enthalten am meisten Nährstoffe. Will man sie
           im Kühlschrank einige Tage aufbewahren, sollten sie wegen der Verkeimungsgefahr nicht zuvor
           gewaschen werden. 
           Zum Trocknen Kräuter mit Zweig abschneiden und an einem dunklen, kühlen und luftigen Ort
           aufhängen. Die rascheltrockenen Kräuter anschließend grob zerkleinern und in einem Schraubglas
           aufbewahren. 
           Kräuter lassen sich außerdem gut einfrieren: Frische (trockene) Kräuterzweige in Gefrierbeutel
           packen oder klein gehackt und mit Wasser beträufelt in einer Gefrierdose einfrieren.

           Natürlich ist frisch geerntet und gegessen immer das Beste.

Borretsch

           Einjährige Würz- und Heilpflanze mit frischem, leicht säuerlichem Aroma. Geerntet werden die
           jungen Blätter.
           Enthält viel Vitamin C und A, Eisen, Kalium, Magnesium und Calcium. 
           Wirkung: schleimlösend, entwässernd, schweißtreibend 
           Anbau: Südlage; wächst auch im Kübel; anspruchslos 

Estragon

           Einjähriges Würz- und Heilkraut mit intensivem, säuerlichem, herbsüßem Aroma. Geerntet werden
           die lanzettartigen Blätter. 

           Enthält unter anderem Kalium, Calcium, Magnesium und Phosphor. 
           Wirkung: entwässernd, appetitanregend; fördert die Verdauung und lindert Blähungen 
           Anbau: braucht viel Licht; wächst auch im Kübel

Liebstöckel

           Mehrjährige Würz- und Heilpflanze mit dominantem, maggiähnlichem Geschmack. Geerntet werden
           Blätter und Stengel, zu Heilzwecken auch die Wurzeln.
           Wirkung: Wurzeltee regt die Nieren-, Leber und Milzfunktion an 
           Anbau: verträgt Sonne oder Halbschatten; wächst auch im Kübel 

Pimpinelle

           Mehrjährige Würzpflanze mit frischem, leicht säuerlichem Geschmack. Geerntet werden die jungen
           Fiederblättchen.

           Anbau: braucht viel Licht, anspruchslos; wächst bis in den Winter im Freiland; eignet sich für den
           Kräutergarten am Fenster 

Rosmarin

           Mehrjährige Würz- und Heilpflanze mit kräftigem, rauchig-würzigem Geschmack. Geerntet werden
           die immergrünen, nadelähnlichen Blättchen.

           Enthält unter anderem Eisen, Vitamin C, Magnesium, Vitamin und Kalium.
           Wirkung: entwässernd, schweißtreibend, anregend bei Verdauungs- und Herzschwäche, lindernd bei
           Blähungen und Rheuma; unterstützt die Leberfunktion 
           Anbau: braucht viel Sonne und Wärme; wächst auch im Kräutergarten am Fenster; muß im Winter
           ins Haus 

Salbei

           Mehrjährige Würz- und Heilpflanze mit scharfem Geschmack. Geerntet werden die lanzettförmigen
           Blätter. 

           Enthält viel Eisen, Magnesium, Vitamin A, Kalium und Calcium.
           Wirkung: entwässernd, entzündungshemmend, blutreinigend, krampflösend; hilft bei Erkrankungen
           der Mundschleimhaut und bei Angina 
           Anbau: braucht viel Licht und Wärme; wächst auch in Kübeln und Töpfen; muß im Winter ins Haus

Dill

           Einjährige Würz- und Heilpflanze mit frischem Aroma. Geerntet werden die feinen, gefiederten
           Blätter und der Samen.
           Enthält Ballaststoffe, Zink, Magnesium, Calcium und Kalium.
           Wirkung: entkrampfend, harntreibend und verdauungsfördernd; hilft gegen Mundgeruch 
           Anbau: braucht viel Licht und Wärme, reagiert empfindlich bei Trockenheit und Staunässe; wächst
           auch im Kräutergarten auf der Fensterbank; muß im Winter ins Haus

Petersilie

           Zweijährige Würz- und Heilpflanze mit würzigem, leicht bitteren Geschmack. Sorten: Glatte und
           krause Petersilie, Wurzelpetersilie. Bei den ersten beiden Sorten erntet man die Blätter. Von der
           Wurzelpetersilie verwertet man die lange Pfahlwurzel. 

           Enthält viel Eisen, Calcium, Kalium, Vitamin C und A.
           Wirkung: krampflösend, verdauungsfördernd, appetitanregend; hilft gegen Mundgeruch 
           Anbau: verträgt Halbschatten; wächst auch im Kräutergarten auf der Fensterbank; verträgt als
           Topfpflanze keinen Frost 

Schnittlauch

           Mehrjährige Würzpflanze mit lauchähnlichem Geschmack. Geerntet werden die Stengel.

           Enthält viel Kalium, Calcium, Eisen und Vitamin A.
           Anbau: verträgt Halbschatten; will es nicht so warm; wächst auch im Kräutergarten auf der
           Fensterbank; muß im Winter ins Haus 


Letzte Änderung: 13.10.2002 22:02:13 - Autor: Brigitte Rondholz - Letzter Autor: Brigitte Rondholz
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