Unsere Vorfahren Keine Jaeger Sondernfriedliche Baumbewohner


Paläontologen haben das bislang besterhaltene Skelett eines

           Vorfahren der Primaten gefunden. Die Tiere waren offenbar
           keine Jäger, sondern eher «gemütliche» Baumbewohner.

           Das Tier, von dem alle heute lebenden Primaten abstammen
           könnten, war ein gemütlicher Zeitgenosse. Die Tiere
           verbrachten offenbar den größten Teil ihrer Zeit damit, in
           Bäumen junge Blätter und Früchte zu fressen. Darauf deutet
           die Auswertung eines aktuellen fossilen Fundes.

           Kräftige Daumen und Nägel

           Im US-Bundesstaat Wyoming haben die Paläontologen Jonathan
           Bloch und Doug Boyer in einer rund 55 Millionen Jahre alten
           Kalksteinschicht das bislang besterhaltene Skelett des
           Ur-Primaten Carpolestes simpsoni ausgegraben. Wie sie in der
           aktuellen Ausgabe der Zeitschrift «Science» berichten,
           fehlen lediglich Teile des Schädels, des Rückgrats, der
           Handknochen und eines Unterschenkels. Nach Auffassung der
           beiden Autoren gibt der Fund Aufschluss über den Ursprung
           aller Primaten, zu deren lebenden Vertretern der Mensch und
           die Affen gehören.

           Bislang ging man davon aus, dass es sich bei der Gruppe der
           so genannten Plesiadapiformes, zu denen auch C. simpsoni
           gehört, um archaische Primaten handelte, die sich getrennt
           von den so genannten Euprimaten entwickelt hatten. Die
           Gruppe der Euprimaten, aus denen die heutigen Affen und der
           Mensch hervorgegangen sind, zeichnet sich durch Greifhände –
           und im Falle der Affen auch Greiffüße – aus. Ein kräftiger
           Daumen kann den anderen langen Fingern entgegengestellt
           werden. Statt gewölbter Krallen haben sie flache
           Fingernägel.

           Übergangsform in Baumkronen

           C. simpsoni hat den opponierbaren Daumen mit den Euprimaten
           offenbar gemein. Dieser Finger für den Präzisionsgriff war
           auch benagelt, nicht bekrallt. Bloch und Boyer schließen
           daraus, dass C. simpsoni und die Euprimaten einen
           gemeinsamen Vorfahren haben. Das jetzt ausgegrabene Tier
           stelle mit benagelten Daumen und bekrallten Fingern eine
           Übergangsform dar.

           Die seitlich stehenden Augen und der zum Springen
           ungeeignete Körperbau seien eher primitive Merkmale des
           Ur-Primaten. Als Jäger lebender Beute kommt C. simpsoni
           daher nicht infrage. Die Autoren nehmen an, dass die Tiere
           mit ihrem langen Schwanz und den Greifhänden gut im
           Randbereich der Baumkronen klettern konnten und dort
           hauptsächlich junge Blätter und Früchte fraß.

           Quelle: http://www.netzeitung.de/servlets/page?section=568&item=216422


Letzte Änderung: 23.11.2002 18:43:09 - Autor: Brigitte Rondholz - Letzter Autor: Christine N.
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