Tierrechte Gedichte Texte


Schlachten Schächten Scham

Sie gieren nach eurem Fleisch
sie wollen nicht verzichten
Verzicht ist Scheiße sagt die Spaßgesellschaft
Fleisch ist Lebenskraft sagt die Fleischerinnung
Das Tier muss ausbluten - unbetäubt - sagt der religiös Verblendete
Und die hohen Richter sagen ja

Sie setzen das Messer an scharf blitzend kalt und hart
Du fühlst keinen Schmerz sagen sie
Und in ein paar Sekunden sei alles vorbei
Ach was wissen sie wie lang ein paar Sekunden sind
Im einsamen Strudel des Todeskampfes

Verloren zwischen Zeit und Raum
Fühle ich deine Angst
Fühle ich deinen Schmerz
Fühle ich deine Ergebenheit - ins Unabänderliche
Verloren zwischen Zeit und Raum
Sehe ich dein gurgelndes Blut
noch lebenswarm aus dir rinnen
Und ich schäme mich Mensch zu sein

Verzeih das Unverzeihliche
Du hilfloses Geschöpf
Unter frevelhaften Geschöpfen
Und nimm mein mit dir Leiden an

Es hilft mir den Tag zu überstehen

© Brigitte Rondholz 2002

^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^ Hoffnungslos

Sonnenlicht bricht sich durchs Fenster
bildet einen Strahl heller Hoffnung
und erwärmt den Boden nahe der Mauer

täglich sehe ich sehnsüchtig auf diesen Fleck
stelle mir vor dies ist meine Haut die erwärmt wird
und es wäre diese Wärme die mein Herz durchfährt

aber ich komme nicht dorthin
mein Kopf ist eingezwängt zwischen Gitterstäben

ich kann mich ja nicht einmal umdrehen
mich gerade einmal auf und nieder bewegen
alles unter schmerzen

der Boden unter mir ist so kalt
diese ganze Umgebung ist so kalt
mir ist so kalt

nur dieser Strahl Hoffnung täglich
ist mein einziges Lebenselixier

was war nur mein Verbrechen?

© Chris Runda 2003

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Der Gefangene

hin und her und wieder zurück
ein sanftes Wiegen bloß
rhythmisch schlägt der Kopf an den Käfig
Zeugnis der Qual, die im Inneren tost

keine Stäbe, sondern Gitter
und dahinter keine Welt
das Leben lauter Splitter
nichts da, was das Dasein erhellt

in die Hölle hineingeboren
nie etwas anderes gekannt
jede Hoffnung auf Hoffnung ist verloren
die frische Seele zu Asche verbrannt

die Zellengenossen sind Rivalen
und Brüder im gleichen Boot
sind animale Kannibalen
den Schwächsten zerstört die gemeinsame Not

bescheuert geworden, wund gescheuert
durch eine lebenslange Zeit
Millionen Seelen achtlos verfeuert
im Ofen unserer Gleichgültigkeit

nur leben, um zu leiden
wie es sich kein Mensch vorstellen kann
während wir die Wahrheit meiden,
tun wir den Tieren dieses an

CAD 2002

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Woran denkst Du?

woran denkst Du bei dem Wort "Nerz"?
denkst Du an das putzige Tier,
an sein fröhlich schlagendes Herz?
und wie er läuft durch sein Revier
- das er niemals hatte?
weißt Du, was das ist, ein Nerz?
es bedeutet ein Leben nur aus Schmerz,
Abfall zu sein, der beim Pelz mit anfällt,
damit den Damen ihr Mantel gefällt.

und glaubst Du, das es gut so ist?
warum?
woher kommen diese Assoziationen?

woran denkst Du bei dem Wort "Rind"?
denkst Du an friedlich grasende Tiere,
an die erhabenen Wesen, die sie in Wahrheit sind,
an stolze, starke Stiere?
oder denkst Du an Dein Steak, an Deine Lederschuhe,
an Rinderwahnsinn - dieses Wort, es raubet mir die Ruhe!
denn der Wahnsinn hier ist unser Verbrechen
an Ihnen, doch zu unserem Glück können Tiere nicht widersprechen.

woran denkst Du bei dem Wort "Huhn"?
denkst Du an das Tier, denkst Du an sein Leben?
oder denkst Du "was kann es für mich tun?"
denn nach den Eiern wird es noch sein Leben geben
zu produzieren ist sein einziger Zweck
und kommen keine Eier mehr, dann muß es eben weg
hinein in die Suppe, oder gebraten am Spieß
hier wird schließlich Profit gemacht, ihr Leiden ist egal
es ist ja nicht Dein Leben oder Deine Qual,
sondern Dein Genuß, für den es sein Leben ließ.

woran denkst Du bei dem Wort "Maus"?
denkst Du an niedliche kleine Nager, die gerne Käse essen,
an das Trippeln winziger Füßchen durch's Haus?
oder denkst Du an die Folter, die sie durchleben müssen,
"zum Wohle der Menschheit" in Versuchslaboren,
der Biotechnik gehört die Zukunft, der Maus leider nicht
das Erbgut verändert, krank geboren,
werden Mäuse zu Statistik, denn es ist ja die Pflicht!
eines guten Wissenschaftlers, alles zu tun, was zu tun möglich ist.
Gen-technischer Knockout in der dritten Runde, diesen Kampf verliert die Maus.
Weißt Du noch, wer Du wirklich bist?
Die Zukunft schaut sonst traurig aus.

woran denkst Du bei dem Wort "Schwein"?
denkst Du an ein Leben in Freiheit,
an die ursprüngliche Freude ein spielender Frischling zu sein?
an schnüffeln in Erde, an trinken aus Bächen,
oder an hunderte Körper dicht gedrängt auf zu viel kleinen Flächen?
vielleicht an den Giftschleim, den Mastschweine fressen:
mit Medikamenten vermengt ihr eigener Dreck,
denkst Du an Dein geliebtes Schnitzel, an heiße Würstchen, an Schinken, an Speck?
oder hast Du all das Grauen nur zu gerne schnell vergessen,
damit Dir Dein Essen immer noch schmeckt?

und glaubst Du, das es gut so ist?
warum?
woher kommen diese Assoziationen?

ich könnte Dich noch sehr viel fragen,
zu unzähligen Tieren, und was denkst Du?
Dir Dinge erzählen und Tatsachen sagen
über Löwen, Affen, Fische, Milchkuh.
Doch das alles bedeutet gar nichts, denn Du mußt dazu bereit sein,
Deine Augen zu öffnen und Dein Herz, laß ihre Qualen ein,
denke was Du sein willst, wenn Du sie anblickst,
Du kannst selbst das Licht sein, das Du ihnen schickst.

woran denkst Du bei dem Wort "vegan"?
denkst Du an dürre Gestalten mit bleicher Haut,
und an die "Fehlernährung" die Schuld ist daran?
denkst Du an den Asketen, der stets nur Körner kaut?
an Außenseiter, Ökofreaks und durchgedrehte Spinner,
genußfeindlich, moralisierend, viel zu extrem, nicht mehr normal
ich weiß nicht, was findest Du denn schlimmer,
ein Leben, welches nicht darauf basiert, was es anderen stahl,
oder Teil zu sein in der Maschine, Grausamkeit als Lebenselixier
jeder triftt für sich die Entscheidung, für sich allein - und für das Tier

normal ist ein Herzinfarkt
und Grausamkeit ist es auch
ich hoffe, du bist wirklich stark
denn Egoismus ist bei uns Brauch.
Vegan sein ist eine Freude für mich,
in jedem Augenblick ist es gelebte Poesie,
anders leben wollte ich nicht
wenn jemals eine meiner Entscheidungen richtig war - dann die.

CAD 2002

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Letzte Änderung: 18.11.2003 12:14:00 - Autor: Brigitte Rondholz - Letzter Autor: Brigitte Rondholz
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