Lauris Urkost Schlaraffenland
Es gibt ein fernes merkwürdiges Land, in das viele Urköstler gern auswandern wollten, wenn sie den Weg dahin wüssten. Wer das Land betreten will, muss sich erst durch einen großen Berg von Durian- und Jackfruchtfleisch durchessen. Danach sieht er wunderbare Dinge: Die Häuser sind aus Karotten, Zwiebeln und Sellerie gebaut und die Dächer mit Ananas- und Erdbeerscheiben gedeckt. Die Gartenzäune bestehen aus weichen Safus und Avocados. In den Bächen fließt Kokosmilch und am Rand der Bäche stehen Büsche, auf denen frische Mangos wachsen. Die leckersten Wildpflanzen wachsen natürlich auch überall im Überfluss. Aus den Brunnen fließt guter Traubensaft, und die Steine auf dem Weg sind Wassermelonen und Kiwis. Datteln, Bananen, Cherimoyas, Birnen, Gurken, Paprika, Chempedak und Orangen fliegen in der Luft herum und den Hungrigen gerade in den Mund hinein. Auch Tomaten laufen herum, fertig zum Essen. Die Äpfel und die Oliven in den Seen sind schön süß , sauer und deftig, wie es jeder mag, und kommen ans Ufer, damit man sie leichter fangen kann. Es regnet nicht Wasser, sondern Orangensaft, und es schneit Kokosraspeln, Rosinen und Sonnenblumenkerne. Wenn es hagelt, hagelt es Salatköpfe und Kohl. Immer unterschiedlich. Die schönsten Kleider und Schuhe wachsen im Wald auf den Bäumen, man brauch sie nur herunter zu schütteln. Und was machen die Menschen im Schlaraffenland? Vor allem dürfen sie nicht für Lohn arbeiten. Wer unsere Tierbrüder und Tierschwestern missachtet oder ausbeutet, muss sofort das Land wieder verlassen. Wer sich besonders viel in der Natur bewegt, wird dafür mit einem schönen Lied belohnt. Das Beste im Land aber ist ein Naturteich aus Kopyorsaft, eingebettet in weichem Fruchtfleisch, in dem alle baden können, wann immer sie wollen. Wie schade, dass kein Mensch den Weg ins Schlaraffenland kennt! (Laura Rondholz, 25. 1. 2003)
Hier ein kleiner Abglanz vom Schlaraffenland:
Letzte Änderung: 30.3.2005 10:39:13 - Autor: Brigitte Rondholz - Letzter Autor: Brigitte Rondholz |
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