Walter Thiele Zur Rohkost


Immer wieder werden mir Bücher, Schriften etc. zugesandt, die belegen, dass die Rohkostbewegung schon im letzten Jahrhundert sehr weit war, aber dann durch den Krieg offensichtlich unterbrochen wurde. So erhielt ich heute eine Schrift aus dem Jahre 1931 von Walter Thiele, einem Psychologen und Naturheilkundigen aus Freiburg. Aber lest selber:

Teil 1

"Gewaltig marschiert die Rohkostbewegung vorwärts und leitet nicht mehr Hunderte, sondern Tausende hin auf den Weg, der in Verbindung mit Sonne und Luft zur Gesundheit führt. Eine Bewegung ist es, nicht etwa ein Verein, eine Partei oder eine neu erfundene Patentlösung, nein, eine Bewegung, gezeugt durch die göttliche Natur und geboren aus dem Innersten des Volkes, zur natürlichen Abwehr der fortschreitenden Dekadenz, jenem grauen Schatten unseres sogenannten Kulturlebens - eine Bewegung, die jeden mitreißt, der instinktiv den nahen Kulturtod in sich spürt. Trotz aller hygienischen Maßnahmen nehmen Krebs und Tuberkulose erschreckend zu. Unendlich vieles wird dagegen unternommen und keine Mittel gescheut. An das Naheliegendste aber - die Ursache aller inneren Erkrankungen, die grundverkehrte übliche Ernährung - wird nicht gedacht. Je kritischer der Leser meine nun folgenden Ausführungen betrachtet, um so lieber ist es mir. Wahrheit kann Kritik ertragen. Wer aber mit Voruteilen an die wichtige Sache herangeht, also vorher schon urteilt, ehe er geprüft hat, dem fehlt es an Herzensbildung, der kommt auch nicht weiter im Leben. Ein gebildeter Mensch handelt nach dem Worte: "Prüfet alles, und Gute haltet fest."

Teil 2

"Rohkost ist göttlichen Ursprungs. Adam und Eva waren
Rohköstler. Gasherde, elektrische Bratöfen, Dampfhauben gab es noch nicht. "Siehe da, ich habe euch gegeben alle samenbringende Baumfrucht und alles samenbringende Kraut, das sei eure Speise" war das erste Wort des Schöpfers. Klare Erkenntnis tut not. Rohkost, bestehnd aus Früchten, Nüssen, Salaten und Gemüsen, ist lebendige Nahrung; denn Pflanzen sind Lebewesen, sie keimen, grünen, blühen, sprießen und bringen Frucht, die wiederum den Keim zu neuem Leben in sich trägt. Ungeheure Kräfte stecken in dieser lebendigen Nahrung. Genießt der Mensch diese Dinge, so vereinigt sich Leben mit Leben, zwei werden eins - Hochzeit, Jubel, Wonne, Seligkeit. Kraft, Gesundheit und Freude ist die Folge.

Tötet der Mensch dagegen ein Tier, so beginnt sofort der Auflösungs-und Zersetzungsprozess. Kocht er ferner Obst und Gemüse, so tötet er organisches Leben. Bei über 42 Grad tritt beim Menschen, Tier und Pflanzenleben durch Gerinnung der Eiweißkörperchen der Tod ein. Sowie in der Küche dem Kochtopf die Düfte entsteigen, gibt Obst, Gemüse und Kräutlein seinen Geist auf: der Tod im Topfe!

Die Vitamine werden größtenteils getötet, die Nährsalze chemisch verändert. Kochen ist ein chemischer Prozess! Rhabarber kochen, macht Oxalsäure frei, freie Oxalsäure, ein Gift. Schwarzen Tee mit kochendem Wasser übergießen erzeugt Tein: Tein, ein Gift! Sät man den Kern eines nur gedünsteten Apfels, so wartet man vergeblich auf den Keimling, auch dessen Lebenslicht wurde beim Dünsten ausgeblasen. Genießt man tierische und gekochte Nahrung, so vereinigt sich Tod mit Leben, aus dem kein Leben und keine Frische hervorgehen kann. Leichenfeier, Trauer, Müdigkeit, Krankheit und Elend sind die Folge.

Auch das Ei, als Ernährungsmittel genossen, hat verheerende Wirkung. Die natürliche Aufgabe des Eies ist, innerhalb drei Wochen einem jungen Hühnchen oder Hänchen das Leben zu geben; jedes Ei, ein ungeborenes Huhn. Angesichts dieser hohen Aufgabe ist das Ei in sich selbst äußerst wertvoll und enthält Lecithin, Vitamine, Kalk, Kali, Phosphor, Schwefel, Eisen usw.

Neues Leben baut sich in der Natur stets aus den edelsten Stoffen auf. Wird der natürliche Zweck nicht erfüllt und das ei naturwidirig als Ernährungsmittel dem Körper einverleibt, so ist die Wirkung entsetzlich.

Ein WAHNsinn ist es, zu glauben, Eiessen gibt Nervenkraft, Fleischessen gibt Fleisch, Milchtrinken gibt Milch, wie viele stillende Mütter glauben!

Wieviel Eier frisst denn das Huhn, um Eier zu legen? Wieviel Fleisch frisst der Ochse, dessen Fleisch wir mit Behagen gegessen haben oder noch essen? Und wieviel Milch trinkt die Kuh, um täglich 15- 20 Liter Milch zu geben? Haben wir auch nur ein einziges Mal darüber nachgedacht?

Lediglich aus dem Pflanzenreich lebend, erzeugt die Kreatur Fleisch, Milch und Eier. Ebenso soll der Mensch sich nähren von Obst, Nüssen, Salaten und Gemüse.

Prof Thiel sagt:

"Da das Tier nichts liefert, das es nicht dem Pflanzenreiche entlehnt, so werden wir unwiderstehlich zu dem vernünftigen Schluss gedrängt, dass, wenn wir die beste und reinste Nahrung haben wollen, wir sie unmittelbar aus dem Pflanzenreich, nicht mittelbar durch einen tierischen Organismus nehmen müssen."

Teil 3

"Der Mensch hat im Laufe der Zeit den klaren Speiseplan seiner Schöpfers - Früchte der Bäume und der Sträucher und alles grüne Kraut - irrigerweise außer acht gelassen und naturwidrige Dinge an dessen Stelle gesetzt.

Erfreulicherweise beginnt auch die Wissenschaft die Ernährungsfragen zu prüfen und muss nach eingehender Beobachtung die uralte Weisheit bestätigen. Prof. Hess, am physiologischen Institut in Zürich, schreibt in seinem Buche:

" Alle Nährstoffe, welche der Mensch braucht, sind in der Pflanzenwelt zu finden. Deshalb kann sich der Mensch auch dann ernähren, wenn er auf alles verzichtet, was vom Tiere stammt."

Prof. Friedberger stellte eine sehr hohe Giftigkeit des Eies fest, gleichgültig, ob roh oder gekocht genossen, und beobachtete, wie durch den "Genuss" der Eier, Darmstörungen, Leber-, Nieren- und Augenerkrankungen, Nerven- und Sexualerregungen entstehen und ferner Eier- und Lecithinkuren zu einem Zustand führen, der große Ähnlichkeit mit einer Morphiumvergiftung hat. Eigelb ist noch schädlicher als Eiweiß, bildet Schwefelwasserstoff und ist schwer verdaulich. Das Eigelb enthält Zerfallsprodukte, denn es ist beginnendes Leben. Das Ei ist kein Kraftspender, sondern ein Reizmittel schlimmster Sorte. Nach dem "Genuss" von Eiern, Fleisch oder Fleischbrühe fühlt man sich zwar gekräftigt, genau wie nach einer Arsenkur. In Wirklichkeit aber wird man durch derartige Dinge aufgepeischt, um nachher um so mehr zu erschlaffen.

Die Übersäuerung , Schwefelverbindungen und Vergiftung durch das Ei ergeben Darm- und Gallenkrankheiten, Krebs und Tuberkulose.

Das Weizenkorn, wenn es in die Erde fällt, stirbt, auf dass es Frucht bringt. Die Zwiebel im Frühjahr wird weich und zersetzt sich, um dem jungen Keimling Nahrung zu geben. Das alte stürzt, es ändern sich die Zeiten, und neues leben blüht aus den Ruinen. Genauso ergeht es dem Ei; es geht in Zersetzung über - Zerfallsprodukte, wie die Wissenschaft dies nennt - um neues Leben erblühen zu lassen.

Je wertvoller eine Sache, um so verheerender ihr Missbrauch. Hohe Aufgabe hat das Ei zur Zeugung neuen Lebens, nicht aber zur Ernährung des Menschen. Da das Ei erwiesenermaßen die obenerwähnten schweren Krankheiten verusacht, so kann es niemals nach den Gedanken des Schöpfers sein ihm je als Nahrungsmittel zugedacht sein."

Und an anderer Stelle schreibt er :

"Fremdstoffe werden vom Körper mit Schleim umgeben, um sie auf dem Wege durch die Schleimhäute wieder aus dem Körper austoßen zu können; daher die vielen Verschleimungen der Menschen, soweit sie sich von Fremdstoffen ernähren!" .


Letzte Änderung: 3.3.2003 15:36:24 - Autor: Brigitte Rondholz - Letzter Autor: Brigitte Rondholz
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