Artabana Alternative Zur Krankenkasse


© Brigitte Rondholz

Artabana - die Alternative zum herkömmlichen Krankensystem

- Mehr Eigenverantwortung für den Einzelnen -

Wer seit Jahren wie ich nach der Urmethodik lebt, kommt irgendwann unweigerlich an den Punkt, wo er so ziemlich alles in Frage stellt, auch seine Mitgliedschaft in einer herkömmlichen Krankenkasse.

Bei mir stand diese Entscheidung im letzten Jahr durch eine Anzahl privater Veränderungen auf der Tagesordnung. Bislang immer privat versichert und seit 10 Jahren nicht mehr auf ärztliche Leistungen angewiesen, wollte ich nun diesen für mich immer etwas unbefriedigenden Zustand ändern.

So stieß ich durch Freunde auf die in der Schweiz gegründeten ARTABANA -Gemeinschaften, die einen neuen Weg beschreiten wollen. Um es gleich zu sagen: Es sind keine Krankenversicherungen im herkömmlichen Sinne. Es sind "Gesundheits-Sicherungs- Gemeinschaften", in denen Menschen zusammengefunden haben, die Verantwortung für ihre Gesundheit selbst übernehmen und sich dafür engagieren wollen, auch gesund zu bleiben. Für Urköstler also ideal, sollte man meinen. In diesen Gemeinschaften unterstützen sich die Mitglieder gegenseitig auf diesem Weg, tauschen sich aus und sichern sich auch - im Falle eines Falles - finanziell ab.

Die Idee dazu stammt aus der Schweiz. Artabana - Gemeinschaften gibt es dort schon seit 1987, die fünf regionalen Gruppen haben mehr als 200 Mitglieder. 1999 schwappte das Modell über den Bodensee und im Oktober 1999 gründete sich die erste Artabana - Gesellschaft in Achberg, inzwischen gibt es über 40 solcher Gemeinschaften auch hier bei uns in Deutschland.

Namenspatron der Gemeinschaften ist König Artaban, der "vierte König" aus der Geschichte von Henry van Dyke: "Der vierte Weise" (Verlag am Goetheanum, Dornach) Er lebte nach einer russischen Legende in einer Region und sah - wie die drei Weisen aus dem Morgenland - den Stern von Bethlehem, der zur Geburt von Jesus Christus aufgegangen war. Artaban wollte "den höchsten Herrn" auf der Erde selbst begrüßen. Er packte seine schönsten Geschenke, sattelte sei Pferd und folgte dem Weg, den ihm der Stern am Himmel wies. Doch Artaban kam nie im Stall zu Bethlehem an, denn unterwegs traf er einen Todkranken am Wege und half ihm. Dann zog er weiter und traf viele andere arme und kranke Menschen. Ihnen gab er Geschenke, die für das Christkind vorgesehen waren und pflegte sie, bis sie wieder gesund waren. Und so dauerte seine Reise zu Christus 33 Jahre. Zu ihm gelangte er erst, als dieser ans Kreuz geschlagen wurde. Seither gilt Artaban als "der vierte der Heiligen Könige "

Heute gibt es keinen modernen König Artaban mehr, der durch die Lande reist und Kranke kostenlos gesund pflegt. Aber die Artabana -Gemeinschaften möchten den Geist von Artaban erhalten, indem Menschen sich gegenseitig unterstützen - auch finanziell.

ARTABANA - Gemeinschaften sind übersichtliche kleine, regionale Solidaritätsgemeinschaften, die allen Mitgliedern gleiche demokratische Rechte der Mitbestimmung gewähren. Sie haben regionale und überregionale Solidaritätsfonds aufgebaut. Sie ermöglichen es, finanzielle Hilfe überall da zu gewähren, wo durch Krankheits- oder Unglücksfälle Notsituationen entstehen würden oder bereits entstanden sind. Man geht davon aus, dass "der mündige Bürger" selber in der Lage ist, zu entscheiden, wann er die Hilfe anderer Menschen oder einer sozialen Einrichtung benötigt. Gemeinschaftseinrichtungen sind dort sinnvoll, wo die Möglichkeiten des Individuums ausgeschöpft, wo seine Grenzen erreicht sind. In einem solchen Fall kann ein ARTABANA - Mitglied ein Hilfsgesuch an seine regionale ARTABANA - Gemeinschaft stellen. Die Gemeinschaftsmittel verhüten oder lindern konkrete Notsituationen entsprechend den Bedürfnissen der betroffenen Person. Artabana Schweiz hat z.B. auch einen Kurfonds eingerichtet, der Kuraufenthalte finanziell unterstützt. Alle ARTABANA Mitglieder bestimmen den Umfang ihrer Eigenverantwortung und Solidaritätsbereitschaft selbst. Jedes Mitglied deklariert, auf welchen Lebensgebieten und bei welchen Risiken es auf solidarische Hilfe durch die ARTABANA Gemeinschaft angewiesen ist.

Und so zahlt jedes Mitglied zahlt im Monat einen bestimmten Betrag in die Solidarfonds ein. Die individuelle Höhe wird von der Mitgliederversammlung festgelegt. Der Betrag soll die Kosten für Gesundheitspflege/-vorsorge und Behandlungen für jeden einzelnen decken. Bei Urköstlern ist dies ja nicht zu erwarten, wie wir alle wissen. Aber man muss doch auch immer mit Altlasten bei Zähnen und eventuellen Unfällen rechnen.

ARTABANA - Mitglieder, die nicht alle Urköstler, aber doch sehr bewusst lebende Menschen sind, schaffen und gewähren einander die bestmöglichen Bedingungen für die Entfaltung einer individuellen Gesundheitspflege und (eventuellen) Krankheitsbewältigung. Dazu gehört auch:

· Freie Wahl der behandelnden Personen, therapeutischen Einrichtungen und Behandlungsmethoden

· Finanzielle Mittel, die jedem Menschen den Zugang zu den von ihm gewählten Behandlungsmethoden für seine Krankheit ermöglichen.

Das Ausmaß der von der ARTABANA Gemeinschaft erwarteten Solidarität hängt oft auch davon ab, in welchem Maße das Mitglied von herkömmlichen (Kranken-) Versicherungen Hilfeleistungen erwarten kann. ARTABANA Mitglieder, die keinem Krankenversicherungszwang unterstehen, regeln meistens die gesamte finanzielle Seite ihrer Gesundheitspflege und Krankheitsbehandlung eigenverantwortlich und solidarisch.

Der individuelle, monatlicher Beitrag - ich persönlich zahle monatlich 150 Euro - in die regionale ARTABANA - Gemeinschaft bildet das Gemeinschaftsvermögen. Wer für seine Gesundheit Geld benötigt, kann pro Kalenderjahr über 60 % seines Jahresbeitrages frei verfügen. Wer den 60 %-Anteil nicht oder nur teilweise benötigt, belässt ihn in dem Gemeinschaftsfond für Notfälle.

20 % aller einbezahlten Mitglieder-Solidaritätsbeiträge fließen in den überregionalen Solidaritätsfonds Deutschland. Für Kosten, welche die Möglichkeiten einer regionalen Gemeinschaft übersteigen, kann diese einen Antrag an den überregionalen Solidaritätsfonds stellen.

Durch die Pflege einer bewussten Gemeinschaftsbildung fördern ARTABANA - Gemeinschaften gegenseitiges Vertrauen, Aufmerksamkeit und Offenheit für den Anderen. ARTABANA schafft Raum für neue Formen der Gemeinschafts- und Selbsterfahrung und somit auch für individuelle Wege der "Heilung", jenseits des maroden medizinischen Betriebes, welches nunmehr für fast alle sichtbar vor dem völligen Kollaps steht.

ARTABANA - Gemeinschaften gibt es zur Zeit in der Schweiz und in Deutschland in vielen Regionen und Städten. Ihr könnt euch wenden an; Sekretariat ARTABANA Schweiz (AS), Peter O. Ernst, Im Spühli, CH-3437 Rüderswil Fax: 031/711 19 68 Mail: info@artabana.ch

in Deutschland an:

       Sekretariat der ARTABANA Deutschland (AD)       Christel Bäuerle,
Panoramastr. 11, D-88147 Achberg Tel/Fax: 0700-27822262 , Mail: info@artabana.de

Aktuelle Informationen und Adressen finden Ihr im Internet unter

       http://www.artabana.org 


Letzte Änderung: 6.4.2003 14:08:05 - Autor: Brigitte Rondholz - Letzter Autor: Gisbert
Home