Artikel Aus Natuerlich Leben Zu Genfood


Brigitte Rondholz

Hände weg von unserer Urnahrung!

Genmanipuliertes Mutanten - Saatgut wird auch unsere Wildpflanzen nicht verschonen.

- Die größten Gefahren transgener Pflanzen -

Seit circa fünfzehn Jahren ist die Büchse der Pandora geöffnet und weltweit ist ein fast unkontrolliertes Ausbreiten von gentechnisch veränderten, also transgenen Pflanzen, nicht mehr zu stoppen. (Das erschreckende Endziel dieser globalen Interessengruppen ist der genmanipulierte Mensch, soll aber jetzt nicht Thema hier sein.)

Völlig unkontrolliertes Ausbreiten von GV - Pflanzen gibt es z. B schon in USA und Argentinien. Dort soll GV - Soja bereits am Straßenrand wachsen und diesem ist nicht mehr Herr zu werden. Schon im März 2001 erklärte der internationale Pharmakonzern Aventis, „StarLink“(Markenname für genmanipulierten Mais) werde nie wieder gänzlich aus der Nahrung verschwinden. Tatsächlich wurde der GV-Mais in der Folge immer wieder in kommerziell angebautem Mais gefunden. Nachgewiesen wurde er auch in Lebensmittelhilfen der USA an Bolivien. Bauern in verschiedenen Bundesländern der USA haben Klagen gegen Aventis eingereicht, weil ihre Ernte kontaminiert war. Im vergangenen Jahr erklärten sich die Firmen StarLink? Logistics (Aventis) und Garst Seed (Avanta) sowie vier Lebensmittelproduzenten einverstanden, neun Millionen US-Dollar Entschädigungen an Verbraucher zu zahlen, die nach dem Verzehr von StarLink? kontaminierten Produkten über allergische Reaktionen geklagt hatten. Beispiele gibt es viele:

„Der Anbau von Gen-Soja hat in Argentinien z.B. zu einem Pestizid-Alptraum geführt: Immer mehr Gift muss auf den Feldern versprüht werden. Wirtschaftliche, gesundheitliche und Umweltprobleme sind die Folge. (New Scientist). Der Handel blühte, das Geld floss und bis 2002 war fast die Hälfte des argentinischen anbaufähigen Landes - 11,6 Millionen Hektar - mit Gen-Soja bepflanzt, auch weit über die Pampa hinaus. Bereits in den "goldenen Zeiten" jedoch warnten Wissenschaftler vor den verheerenden Folgen, die jetzt sichtbar werden. Unkrautarten, die gegen Glyphosat resistent sind, verbreiten sich überall auf den Feldern. Die Dosis des giftigen Mittels wird ständig erhöht und neue Herbizide kommen zum Einsatz. Schätzungsweise 150 Millionen Liter Glyphosat wurden allein im Jahr 2003 versprüht. Getreide auf Nachbarfeldern wird durch die Giftwolken zerstört. Menschen leiden an Atemnot und Ausschlag, Vögel bringen missgebildete Junge zur Welt. Auch der Boden leidet unter dem Einsatz des Herbizides: Wichtige Bakterien werden vernichtet und die Erde wird unfruchtbar. Immer mehr wird deutlich, dass der Traum von der Gen- Soja zum Alptraum für die argentinischen Bauern und die Wirtschaft des Landes wird. Ein warnendes Beispiel für die Länder, die sich an den Schwellen zum Anbau von Gen-Pflanzen befinden.“ schreibt Sarah Wohlfeld, von Greenpeace-Online  Im Juni 2004 wurde der verblüfften Öffentlichkeit mitgeteilt, dass man Gentechnik erstmals in der Milch nachweisen konnte. Greenpeace veröffentlichte einen brisanten Untersuchungsbericht des Forschungszentrums für Milch und Lebensmittel in Weihenstephan/Bayern zum weltweit ersten Nachweis von gentechnischen Verunreinigungen in Milchproben. Die Untersuchung wurde drei Jahre (sic!) unter Verschluss gehalten.  Eine italienische Studie bestätigte schon vor zwei Jahren, dass Leberfunktionen verändert werden. Durch tierausbeuterische Versuche konnten Wissenschaftlern der Universität Urbino den Nachweis dafür zu erbringen, dass gentechnisch verändertes Soja die Leberstruktur von Mäusen verändert. ( GM-Watch )  Russische Wissenschaftler haben die populärsten Marken für Babynahrung in russischen Supermärkten auf Gen-Verunreinigungen getestet. 70 Prozent der Proben enthielten gentechnisch veränderte Organismen (GVO). Einige Produkte waren komplett aus GVO hergestellt, berichtete die russische Zeitung Prawda. Als Hersteller der betroffenen Produkte nannte die Prawda Nestlé, Semper und andere weniger bekannte Lebensmittelkonzerne. Besonders sauer stieß nicht nur russischen Verbraucherschützern auf, dass Nestlé (Alete!) und andere betroffene Hersteller in EU-Ländern versichern, dass ihre Produkte keine Gen-Pflanzen enthielten. Anscheinend würden diese Firmen mit verschiedenen Standards arbeiten, kommentierte die Prawda. „Sie exportieren Produkte einer bestimmten Qualität in einige Länder und Produkte mit einer deutlich niedrigeren Qualität in andere Länder. Es ist nicht schwer zu erraten, dass Russland eines dieser anderen Länder ist.“

Ich frage mich, ob wirklich niemand von unseren gewählten Politikern die Tragweite erkennen kann, wenn wir nicht mehr „nur“ vom Öl der Multis, sondern auch beim Essen von zerstörerischen Agro-Konzernen abhängig und krank gemacht werden. Überhaupt scheinen sich „christdemokratische“ und "liberale" Politiker erst in Abhängigkeiten so richtig wohl zu fühlen, denn denen gehen ja selbst minimale Gesetzeseingriffe diesbezüglich schon viel zu weit. Richtig toll ist es wohl erst auf dieser Welt, wenn wir die Chemiegifte nicht nur einnehmen, inhalieren oder uns auf die Haut schmieren. De luxe ist, wenn der Dreck gleich in die Pflanzen eingebaut wird. Was da auf uns durch wissenschaftsgläubige (oder konsum- und wachstumsgläubige?) Politiker wie Stoiber, Merkel und Co bei einem eventuellen Regierungswechsel zukommen wird, mag ich mir an dieser Stelle kaum vorstellen, sollte aber, wie ich meine, bei Regierungsüberdruss bedacht werden. Sie alle könnten die Fakten kennen, denn Greenpeace weist fortlaufend und unermüdlich daraufhin, dass z.B. der US-amerikanische Gentech-Konzern Monsanto in den vergangenen Jahren Milliarden ausgegeben hat, um Saatgut- Produzenten aufzukaufen. Und er dominiert inzwischen den Markt für Mais- und Soja-Samen in Nord- und Südamerika sowie in Asien. Monsanto ist nicht der einzige Produzent von Gen-Samen, aber er allein ist für 90 Prozent der angebauten Gen-Pflanzen weltweit verantwortlich. Hauptsächlich (zu 77 Prozent) handelt es sich dabei um Pflanzen, die gegen ein allein von Monsanto selbst produziertes Herbizid resistent sind, das „Roundup-Ready“ heißt. Sein Wirkstoff ist Glyphosat, die auf der ganzen Welt am meisten verkaufte Herbizid-Chemikalie. (s.o.) Der Bauer muss „natürlich“ mit dem Gen-Saatgut das dazugehörige Pestizid von Monsanto erwerben und wird weiter in die Abhängigkeit von Agrarchemikalien getrieben. Der Spritzmitteleinsatz steigt dadurch. Doppelter Profit also! (Mit über 250 europäischen Patentanträgen auf Pflanzen, von denen bis Ende 2002 bereits 39 bewilligt wurden, gehört allerdings DuPont? zu den größten Saatgut-Monopolisten - zum Vergleich: Syngenta hat ca. 230 Anträge, Monsanto ca. 180 Anträge, Bayer/Aventis ca. 110 Anträge.)

Immer wieder werde ich gefragt, was die größten Gefahren bei dieser gigantischen Naturveränderung sind, und so habe ich für euch ein paar wichtige Fakten von Greenpeace zusammengestellt, die den Sachverhalt auch für Laien sehr gut verständlich macht.

Was sind die größten Gefahren bei der Genmanipulation?

Genmanipulierte Organismen können sich unkontrolliert in der Umwelt verbreiten, die neuen Gene können auch auf andere Lebewesen übertragen werden. Diese gentechnische Verschmutzung kann das ökologische Gleichgewicht stören und Lebensräume vernichten. Dabei sind etwa die Wechselwirkungen von Genen untereinander viel komplexer als bisher angenommen. Die Gefahren der Gentechnik für Gesundheit und Umwelt sind daher nicht vorhersehbar. Eines von vielen Beispielen sind genmanipulierte Petunien. Neu ausgestattet mit einem Mais-Gen sollten sich ihre Blüten lachsrot färben. Auf dem Feld angebaut, blühten die Gen-Petunien jedoch überwiegend weiß oder gesprenkelt. Zudem zeigten sie eine veränderte Fruchtbarkeit und Wuchsform. Eigenschaften, mit denen die Wissenschaftler gar nicht gerechnet hatten.

Sprung der Gene über Artgrenzen.

Die Freisetzung von Gen-Pflanzen ist besonders dann gefährlich, wenn sie auf wilde Pflanzen treffen, mit denen sie sich kreuzen können. In Kanada wird Gen-Raps auf großen Flächen angebaut. Mittlerweile werden die manipulierten Gene schon in Wildkräutern wie dem Ackersenf gefunden. Bienen verbreiten Raps- Pollen und damit auch die veränderten Gene weiträumig. Erschreckend ist, dass die manipulierten Raps-Gene sogar schon im Erbgut der Darmbakterien von Honigbienen auftauchten. in der  Gen- Mais: Angriff auf Schädlinge und Nützlinge. Der sogenannte Bt-Mais der Saatgutkonzerne Syngenta und Monsanto produziert ein Gift, das Insektenlarven tötet. Entgegen den Erwartungen trifft es aber nicht nur Schädlinge, sondern auch nützliche Insekten. Die Pollenkönnen sogar für Raupen geschützter Schmetterlinge tödlich sein. Das Gift schädigt über die Wurzeln zudem Lebewesen, die für die Humusbildung wichtig sind

Gen-Kartoffel schädigt Ratten und Mäuse

In Schottland bauten Wissenschaftler Gene des Schneeglöckchens in Kartoffeln ein, damit sie ein Gift gegen Schädlinge produzieren. Die Wissenschaftler kamen zu folgendem Ergebnis: Ratten, die die Gen-Kartoffeln gefressen hatten, wiesen Schäden im Immunsystem und Entwicklungsstörungen auf.

„Pharm-Crops“- der besonders teuflische Angriff auf uns und die Natur

"Wir haben DNA-Sequenzen von verschiedenen gentechnisch veränderten Pflanzen in traditionellen Sorten gefunden", berichtet die Mikrobiologin Margaret Mellon, die die Studie im Auftrag der „Union for Concerned Scientists“ durchführte. Die Forscher warnen in diesem Zusammenhang besonders vor Gefahren, die von so genannten "Pharm-Crops", das sind Pflanzen, die industrielle Chemikalien und Medikamente liefern sollen, ausgehen. Diese können nach Ansicht von Mellon bereits heute in herkömmlichen Nahrungsmitteln wie etwa Corn-flakes oder Mehl vorhanden sein. In verschiedenen Versuchen wurden Pflanzen genetisch so verändert, dass sie Proteine zur Wundheilung, zur Behandlung von Leberzirrhose und Anämie liefern. Auch Antikörper für die Krebsbehandlung, Vakzine gegen Cholera, Tollwut sowie Maul- und Klauenseuche werden von GVO-Pflanzen geliefert. „Gesetze schützten Bürger bis jetzt wenigstens zum Teil davor, dass konventionell hergestellte Medikamente oder Bestandteile zur Herstellung von medizinischen Präparaten in die menschliche Nahrungskette gelangen", argumentiert die Studie. „Eine solche Sicherheit gebe es bei genetisch veränderten Pflanzen aber nicht. Es gibt keine Kontrolle zur Verhinderung der Ausbreitung von DNA-Sequenzen bei Pharm-Crops", warnen die Forscher.

Unbeabsichtigte Veränderungen bei GVO-Pflanzen

Wenn ein neues Gen auf Pflanzen übertragen wird, kann es sein, dass es neben der damit beabsichtigten Veränderung auch zu unbeabsichtigten kommt (unintended effects). Auch diese können zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen bei Menschen oder Tieren führen.

Gefahr verringerter Biodiversität (biologische Vielfalt)

Kritiker befürchten, dass GVO bisherige Arten und Gene verdrängen könnten. Dieser Verdrängungsprozess könnte noch verstärkt werden, falls Bauern vermehrt von der breiten Vielfalt der natürlichen Pflanzen auf die wenigen GVO-Produkte der Agrokonzerne umsteigen. Die schon durch Klimawandel und Verschlechterung wichtiger Lebensräume (Regenwälder, Weltmeere) gefährdete Biodiversität würde noch weiter verringert. Arten und mit ihnen Gene, die sich in Zukunft als wichtig erweisen könnten, würden so auf immer vernichtet werden. Dies ging allerdings schon vor der gentechnischen Manipulierung los, genauer gesagt mit „Ackerbau- und Viehzucht“.(Dazu gleich mehr)

Halten wir fest:

Genmanipulation ist keine Züchtung, sondern es werden natürliche Artengrenzen überschritten. Die natürliche Evolution wird einfach ausgeschaltet. Dabei kann niemand die Risiken für Gesundheit und Umwelt abschätzen. Die Spitze des Eisberges ist jetzt schon deutlich und erschreckend sichtbar.

Damit werden wir alle zu Versuchsmenschen der Gen-Industrien und die Natur zu einem gigantischen Versuchslabor gemacht.

Im „ARCHIPEL“, einer Monatszeitung des Europäischen Bürgerforums las ich unter der Überschrift:GESTERN - HEUTE – MORGEN: Saatgut - Die Grundlage der Ernährung:

„Das Saatgut stellte den Anfang der Nahrungskette dar. Wer das Saatgut kontrollierte, kontrollieret die Nahrungskette und somit die Menschen. Während mindestens 12.000 Jahren haben die Bauern und Bäuerinnen der ganzen Welt allerdings ihr eigenes Saatgut hergestellt, ausgewählt, verbessert und neue Sorten von Getreide, Gemüse, Früchten und Faserpflanzen gezüchtet. Gleichzeitig respektierten die Bauern Mutter Erde. In alten Zeiten sprach man nicht vom "Schutz genetischer Reserven" und von "nachhaltiger Landwirtschaft": Man wusste instinktiv, dass eine Zivilisation, die ihr Saatgut verliert und ihre Böden zerstört, im Begriff steht, zu sterben. Seit mehr als einem Jahrhundert zerstören die Initiatoren der modernen westlichen Landwirtschaft mit Unterstützung der mächtigen Finanziers der Erdölchemie die bäuerliche Samenproduktion und die althergebrachten Sorten. Gleichzeitig ersticken sie die landwirtschaftlichen Böden mit starken Giften. Die Agrochemie hat die Bauern ihrer Erde beraubt, und sie gedeiht zum Nachteil der Menschheit und des Planeten. Das Geheimnis dieses Erfolges ist ganz einfach, es ist ein wahrhafter Zaubertrick: Seit 1900 hat die moderne Landwirtschaft Pflanzen gezüchtet, die höchst empfindlich auf die vorherrschenden Schädlinge und Krankheiten reagieren (und gleichzeitig das Gegenteil behauptet). Für diese Pflanzen sind starke chemische Mittel nötig.

Dieses groteske Paradigma ist das Fundament der modernen Landwirtschaft und wütet unserer Tage noch in vollem Umfang. Nehmen wir z.B. den Fall Indien: Dieses Land stimmte gerade dem Anbau und der Vermarktung von drei genetisch manipulierten Baumwollsorten zu. Die Anbaufläche der Baumwolle in Indien umfasst ein Viertel der Baumwollplantagen der Erde. Sie wird von Millionen von indischen Kleinbauern bearbeitet. Diese Zustimmung öffnet auch die Tür für andere manipulierte Kulturen wie Senf, Soja und den berühmten "golden rice", der einen erhöhten Vitamin-A-Gehalt hat, weil man ihn mit einem Osterglocken-Gen angereichert hat. Von diesem Reis muss man jedoch mehrere Kilo pro Tag konsumieren, um an die gewünschte Ration des genannten Vitamins zu kommen (ein Minischerz). Für Indien arbeitet man schon seit langer Zeit darauf hin, die Einführung dieser technologischen Basteleien zu erleichtern. Seit 1986 führt Professor Swaminathan einen Kreuzzug, um die politische Klasse aufzuklären (einzuschläfern), damit Indien ohne großen Wirbel die Gentechnik in ihr wirtschaftliches Funktionieren integrieren kann. Professor Swaminathan war der Vater der „Grünen Revolution“ in Indien und Direktor des IRRI (Institut der Philippinen, das Reissorten mit "hohem Ertrag" geschaffen hat). Er ist ein großer Freund von Monsanto und zur Zeit der Apostel der Entwicklung der biologischen (und natürlich nachhaltigen) Landwirtschaft mit Anwendung gentechnisch manipulierter Organismen (ein Riesenscherz). Währenddessen begehen die Baumwolle produzierenden Bauern Selbstmord (zwischen zehn- und fünfzehntausend in wenigen Jahren). Gleichzeitig leiden in Indien 300 Millionen Menschen an Hunger und den Folgen von Unterernährung.

Seit 1999 vertreibt der Verein Kokopelli „Für die Befreiung des Saatguts und des Humus" mehrere hundert Sorten traditionellen Saatguts und leistet so einen erheblichen Beitrag zur Erhaltung der Biodiversität. Um dem starren Korsett der Saatgutverordnungen und der Übermacht der multinationalen Konzerne zu entgehen, hat Kokopelli einen Tausch- und Patenschaftsring für bedrohte Gemüse-, Kräuter- und Blumensorten aufgebaut.

Was können wir Urmethodiker tun, außer ein gutes Vorbild abzugeben oder einfach nur entsetzt und machtlos zuzuschauen?

Protestiert wo immer ihr könnt, liebe Freunde - besonders bei den politischen Entscheidungsträgern und unterstützt Greenpeace, auch wenn sie immer ein wenig halbherzig agieren und die Tiernutzung und Tierausbeutung nicht komplett bekämpfen, sondern nur „verbessern“ wollen. Kleine Schritte sind besser als stillstehend zu verzagen, denke ich. Greenpeace überreichte im Frühjahr das millionste Exemplar seines Einkaufsratgebers (siehe Firmenliste unten im Kasten) an einen Genfood - Befürworter, den Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Wolfgang Böhmer (CDU). Und genau diesem Beispiel sollten wir auch folgen - auch wenn wir vordergründig meinen, dass uns dies alles nicht betrifft, weil wir als Urmethodiker die Produkte der Lebensmittelindustrie oder "tierische Produkte" ohnehin nicht essen. Aber gegen die oben aufgezeigte Zwangsmedikationen werden wir uns eines nicht mehr fernen Tages nicht mehr wehren können. Und wir haben eben auch keine mir bekannten Möglichkeiten, unsere Wildpflanzen davor zu schützen.

Wichtige Entscheidungen auf EU-Ebene

In diesem Jahr entscheidet es sich, ob den Gentechnik-Konzernen und ihren genmanipulierten Pflanzen in Deutschland und Europa der Durchbruch gelingt. Wichtige Gesetzesvorhaben wie die EU- Saatgutrichtlinie sollen verabschiedet werden. Nach fünf Jahren Pause will die EU nun wieder neue Gen-Pflanzen zulassen. Drei Viertel der Menschen in Deutschland wollen kein Genfood auf dem Teller. Dennoch werden Gen-Pflanzen bei uns angebaut, verunreinigt deren Erbgut auch gentechnikfreie Lebensmittel. Dann haben wir keine Wahl mehr. Wer in Zukunft kein Genfood auf dem Teller haben will, muss sich jetzt wehren. Zwar wurde Ende Juni im Bundestag ein neues Gentechnikgesetz verabschiedet, wo die rührige Verbraucherministerin Künast die Blockade der Unionsparteien ausbremste, aber der Beschluss der Bundestages ist nur ein Etappensieg. Die Auseinandersetzung um ein gentechnikfreies Deutschland und Europa fängt gerade erst an. Als nächstes geht es um das Reinheitsgebot für Saatgut in Europa. Noch gilt das Reinheitsgebot für Saatgut. Erst wenn die EU-Kommission mit ihrem Vorhaben erfolgreich ist, werden Gen-Verunreinigungen (GVO) im Saatgut zulässig. Deshalb ist jede Verzögerung ein Erfolg. Schreibt an die EU-Kommission, besonders an die deutschen Kommissare Michael Schreyer und Günther Verheugen sowie an Landwirtschafts-Kommissar Franz Fischler. Fordert ein Reinheitsgebot für Saatgut. Auch der Bundeskanzler braucht Post. Damit Deutschland sich nicht wieder der Stimme enthält, sondern die Saatgut-Richtlinie klar ablehnt. Wir sollten mithelfen zu verhindern, dass diese Verbrecher, die sich an unserer Natur vergreifen, noch weiter ausbreiten und so sollten wir - wenn immer sich die Zeit ergibt (Studenten aufgewacht!) - die Firmen, die gen-technik-freie Produkte nicht garantieren wollen, anrufen, anmailen, per Schneckenpost anschreiben, vielleicht kleinere Demos vor den Supermärkten organisieren (schönes Event für Stillgruppen, Kindergärten etc.), Faltzettel verteilen und mit gezielten Fragen immer wieder nerven, auch wenn wir diese Dinge persönlich nicht kaufen, in den Läden lauthals und empört auf diese Produkte aufmerksam machen (Geschäftsführer herzitieren!) u. s. w. u. s. f.. Eurer Phantasie beim möglichst täglichen Widerstand seien keine Grenzen gesetzt. Auf jeden Fall solltet ihr auch euren schlechtköstelnden Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis informieren und dies weitergeben. Es ist wohl so im Leben leider: „Sometimes it has to get worse to get better"! Verzagt also nicht - auch in diesem Falle setze ich darauf, dass immer mehr jetzt noch uneinsichtige Menschen erkennen, dass es so einfach nicht weitergeht für unsere Nachkommen und endlich aufwachen und überlegen, welche Alternative es zu diesen Verbrechen an der Natur gibt. Aber wir wissen längst, diese Alternative gibt es nur, wenn man sich der Leichen- und Tierausbeutungskost ausnahmslos verweigert, und ihr dürft nicht müde werden, es weiterzusagen:

Die gesunde, menschenartgemäße Nahrung ist die vegane Frischkost, die Urkost. Sie verschont die wehrlosen Tiere und sie führt die gentechnischen Naturverpfuschereien ad absurdum, b. z. w. macht sie obsolet. Sie erhält uns und unsere Nachkommen gesund und schmeckt dazu noch genial – und das jeden Tag aufs Neue. Was - um Himmels Willen! - könnten wir noch mehr begehren?

Quellen: http://www.greenpeace.org/deutschland/?page=/deutschland/fakten/ge ntechnik/index mail@greenpeace.de Internet: http://www.greenpeace.de http://www.uniurb.it http://www.gmwatch.org . Ultrastructural analysis of pancreatic acinar cells from mice fed on genetically modified soybean Malatesta M, Caporaloni C, Rossi L, Battistelli S, Rocchi MBL, Tonucci F, Gazzanelli G JOURNAL OF ANATOMY, 201 (5): 409-415 NOV 2002

Extra Kasten für Begriffserklärungen:

Seit 1973 ist man in der Lage, DNA zu isolieren, zu zerschneiden, wieder zusammenzufügen und in neue, fremde Organismen einzufügen. Bei Pflanzen hat es etwas länger gedauert, bis den Wissenschaftlern dies gelang. Der Grund dafür liegt in der stabilen Zellwand von Pflanzenzellen, die man natürlich durchdringen muss, wenn man DNA einführen will. Den besten Weg, DNA in Pflanzenzellen einzuführen, haben die Wissenschaftler - wie immer- der Natur abgeschaut. Ein Bodenbakterium namens Agrobacterium tumefaciens ist in der Lage, DNA in Pflanzenzellen zu übertragen. Dabei entstehen Tumore, die Pflanze bekommt Krebs. Die neu eingeführte DNA des Bodenbakteriums sorgt dafür, dass die Pflanzenzellen genetisch umprogrammiert werden und ihren Stoffwechsel so umstellen, dass neue Substanzen entstehen, die das Bakterium für seine eigene Ernährung verwenden kann. Die Molekularbiologen haben nun diese DNA, die sogenannte T-DNA, die vom Bakterium in die Pflanze übertragen wird, entschärft und benutzen das Bakterium als Vehikel, um ganz beliebige Sequenzen in die Pflanzen zu übertragen - also transgene Pflanzen herzustellen.

GV-Pflanzen = gentechnisch veränderte Pflanzen, auch transgene Pflanzen genannt

GVO = Gentechnisch veränderter Organismus

Der Begriff "gentechnisch veränderter Organismus" ist in verschiedenen europäischen und nationalen Gesetzen definiert. Jeder Umgang mit GVOs - sei es in geschlossenen Systemen oder im Freiland - setzt (noch!)eine Genehmigung oder zumindest eine Anmeldung bei einer öffentlichen Behörde voraus. Gesetzlich definiert sind die Begriffe "gentechnisch verändert" und "Organismus".

Organismus: Jede biologische Einheit, die fähig ist, sich zu vermehren oder genetisches Material zu übertragen. Das können Pflanzen oder Tiere sein, aber auch Mikroorganismen wie Bakterien, Hefen, Pilze oder Viren. Diese Definition von "Organismus" hat gerade im Zusammenhang mit verarbeiteten Lebensmittelzutaten aus gentechnisch veränderten Pflanzen eine große Bedeutung.

Gentechnisch verändert: Ein Organismus ist "gentechnisch verändert", wenn sein genetisches Material (Genom) mit Methoden der Gentechnik verändert wurde. Natürliche Veränderungen des Genoms (z.B. durch Mutation, natürliche Rekombination) oder durch Kreuzung fallen nicht unter den Begriff. Noch einmal: Wenn ein Züchter Pflanzen zweier verwandter Linien miteinander kreuzt, führt das zwar zum Austausch von Genen. Dieses ist ein natürlicher Vorgang und kann auch so in der Natur erfolgen. Werden jedoch Gene insbesondere durch DNA- Rekombinationstechniken übertragen, ist der dadurch erzeugte Organismus "gentechnisch verändert".

Transgen. Ein Organismus, dem ein fremdes Gen stabil in das Genom integriert wird, wird oft auch transgen genannt.

Grüne Gentechnik bezeichnet die Anwendung gentechnischer Verfahren in der Landwirtschaft, z.B. die Erzeugung gentechnisch veränderter Organismen

Neuer Kasten:

Hier die Liste von den Firmen, die nicht zugesagt haben, auf Rohstoffe von Tieren zu verzichten, die mit gentechnisch veränderten Pflanzen gefüttert wurden. (Unternehmen, die nicht geantwortet haben, sind ebenfalls dabei.) Buitoni (Nestlé) • • Kellogg’s • • Koopmans Backspezialitäten • • Müller-Brot • • Nestlé • •Steiskal (Bartels-Langness) • • After Eight (Nestlé) • • Choco Crossies (Nestlé) • • Gubor(Stollwerck) • • Kraft • • Krüger • • Lion (Nestlé) • • Milka (Kraft) • • Mövenpick (Nestlé) • •Nestlé • • Pringles (Procter & Gamble) • • Procter & Gamble • • Rübezahl Schokoladen • • Schluckwerder • • Schöller (Nestlé) • • Smarties (Nestlé) • • Stollwerck • • Toblerone (Kraft) • •Trumpf (Krüger) (Forts.) • • Arla Foods Deutschland • • Bauer • • Buko (Arla) • • Campina • • Danone• • Exquisa (Karwendel) • • Fruchtzwerge (Danone) • • Heideblume Molkerei • • Hohenloher Molkerei Schwäbisch Hall • • Käserei Champignon • • Käserei Holtsee • • Karwendel-Werke • • Kraft • •Landliebe (Campina) • • LC1 (Nestlé) • • Milch-Union Hocheifel • • Milchwerke Mainfranken • •Molkerei Meggle • • Müller Milch • • Nestlé • • Philadelphia (Kraft) • • Rücker • • Sachsenmilch (Müller Milch) • • Schwälbchen Molkerei • • Vogtlandmilch • • Weihenstephan (Müller Milch) • • Zott• • Adolf Stegmann Käsereien • • Allgäuland-Käsereien • • Bel Adler Allgäu • • BergaderPrivatk?äserei • • Bodnsee-Albmilch • • Domspitzmilch • • Edelweiß-Milchwerke • • Ehrmann • • Erbeskopf Eifelperle • • frischli Milchwerke • • Hochwald (Erbeskopf) • • Käserei Bayreuth • • Milchwerke Schwaben • • Omira Milch • • Onken • • Uelzena (Forts.) • • Kemper • • Lutz • • Nestlé •• Redlefsen • • Tulip • • Westfälische Fleischwarenfabrik BABYNAHRUNG • • Bernhard Barfuß • • Franz Wiltmann • • Friedrich Pieper, Oldenburgische Fleischwarenfabrik • • Geflügelhof Holzhausen • •Herta (Nestlé) • • J.F. Marten • • Karl Könecke • Beelitzer Frischei • • Deutsches Frühstücksei • •Eifrisch-Vermarktung • • Emil Färber • • Geflügelhof Struppen • • Gero-Fleisch Josef Geltinger • •Global-Fleisch Walter Schmid • • Heinrich Borgmeier • • Hermes Fleisch • • Herrscherthaler Wurst und Fleischwaren • Hühnerhof Heidegold • • Josef Schnabels • • Jura-Frisch-Ei • • Landkost-Ei • •Löwendorfer Geflügelhof • • Mahler’s Fleisch & Wurst • • Metzgerei Tilp • • Paul Hilger Fleischwarenfabrik • • Rodinger Frischei • Rügener Frischei • • Zandhof Eier und Geflügel • • Alete (Nestlé) • • Beba (Nestlé) • • Nestlé• • Appel • • Drews Feinkost • • Beckers KK-Convenience • • Dunekacke • • Kraft • • Maggi (Nestlé) •• Miracel Whip (Kraft) • • Miracoli (Kraft) • • Nestlé • • Redlefsen • • Thomy (Nestlé) 22 23 GETRÄNKE (Forts.) • • Nestlé 25 • • Dunekacke • • Libby’s (Nestlé) • • Schwabenfrucht Konserven GETRÄNKE SONSTIGES • • Almased Wellness (Vitalkost) • • PowerBar? (Nestlé) • • Slim Fast HANDELSHÄUSER (EIGENMARKEN) IMPRESSUM Herausgeber: Greenpeace e.V.22745 Hamburg/ Tel. 040/306 18-0 / Fax 040/306 18-100, Politische Vertretung Berlin Marienstr. 19-20 10117 Berlin (Den Einkaufsratgeber kann man kostenlos bei Greenpeace bestellen oder als PDF-File zum Ausdrucken und Verteilen per Fax:05746/937579 oder per E-mail bei: Brigitte@urkostmitbrigitte.de.)


Letzte Änderung: 5.8.2004 19:35:10 - Autor: Brigitte Rondholz - Letzter Autor: Brigitte Rondholz
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