Mythos Nahrungsinstinkt Vom Ende Der Instinktoideologie


Einen speziellen Nahrungsinstinkt gibt es nicht. Aber - und das ist der "Schlüsselgedanke" des Werkes von Franz Konz:

Wir sind genetisch geprägt, und was die Natur (oder "Schöpfung") auch tut: Es war immer alles auf die Natur ausgerichtet.

Die Augen auf das Sehen von grünen Pflanzen, das Gebiß auf das Essen von Blättern und Kräutern, die Finger zum Pflücken von Früchten, die Nase zum Riechen von Blütendüften, die Ohren zum Hören von Bachgemurmel und Vogelzwitschern, die Füße zum Gehen über Wiesen- und Waldboden, der Körper zum Empfangen von Sonne, Licht und kosmischen Energiestrahlen, der Rücken zum Schlafen auf harter Unterlage ... etc.pp.

Werden diese genetisch eingeprägten Empfindungen daran nicht aufgerufen, bleibt etwas in uns immer unerfüllt. Wir bleiben leer und ewig unbefriedigt. Wir suchen und suchen nach Glück und Zufriedenheit (Und jeder Mensch strebt danach!) finden es aber nicht. Warum?

Weil wir an den falschen Plätzen suchen. In der Unnatür, bei technischen Apparaten in behämmerndem Lärm der Großstädte oder "Musik", in betäubenden Sinnlosigkeiten, in falscher Nahrung usw

Wenn wir dann aber endlich - endlich! - wenigstens die richtige Nahrung, nämlich die vegane Frischkost, die uns zugedachte Menschennahrung gefunden haben, dann werden wir glücklich und der Körper signalisiert uns durchaus auch, durch Wohlbefinden (oder auch durch Nichtwohlbefinden!), was wir brauchen und was nicht.

Den Nahrungsinstinkt, wie Burger ihn als Ideologie erfunden hat, gibt es so nicht. Brauchte die Natur auch nicht zu kreieren, weil Mensch und Tier für viele Millionen Jahre NUR an artgerechte und für sie bestimmte Nahrung kam. Wozu sollte sie dann so ein Alarmsystem erschaffen? Selbst fürs Atmen, was ja fürs Überleben NOCH wichtiger ist, gibt es keinen Instinkt. Die meisten Menschen atmen nämlich falsch. Nur ganz kleine Babies atmen noch richtig, übers Zwerchfell und tief. Wir Großen praktizieren fast alle das flache "Angstatmen".

Zurück zum Mythos Nahrungsinstinkt:

Gäbe es einen Nahrungsinstinkt, müßten diese armen verirrten Menschen durch ihn gewarnt werden, KEIN Fleisch zu essen. Die Aminosäure Tryptophan, welche dadurch im Überschuß zugeführt wird, wird von eventuellen Krebszellen gierig aufgenommen. Burger mußte selber zugeben, daß seine arme Frau durch ihren reichlichen Verzehr von rohem Schweinefleisch den frühen Krebstod erlitt. Bei ihm selber funktionierte dieser angebliche Instinkt auch nicht. Leute, die ihn kennen, haben ihn oft gierig Berge von Tropenobst verschlingen sehen, übrigens ohne daran vorher zu schnüffeln.

Selbst bei Affen funktioniert der "Instinkt" bezügl. Nahrung nicht. Auch sie müssen erst mühsam von der Mutter lernen, was eßbar ist und was nicht. ("Die Sprache der Tiere")

Das, was sie dafür halten, die "Sperre" bei Ananas z.B., ist nur bei stark säurehaltigen Früchten so, da gibt uns der Körper halt ein deutliches Warnsignal, nicht weiterzuessen. Nix Dramatisches.

Alles andere würden vernünftige Menschen als "Appetit" bezeichnen ohne dieses komische Konstrukt von Halbwahrheiten, blühende Phantasie und Einbildungen zu bemühen.

Franz Konz:

Ein Nahrungsinstinkt existiert nicht - zur Instinctotherapie von G.C. Burger:

Daß kein irgendwo vermuteter »Nahrungs-Instinkt« uns zur richtigen, uns gemäßen Ernährung führt, ergibt sich aus dem Einsatz neuer zell- und molekularbiologischer Forschungen. Nach diesen wurde erkannt, daß die Wirkung von Geruchsstoffen auf die Sinneszellen des Riechepithels ähnlich funktioniert wie die Stimulierung der Körperzellen durch Hormone.

Womit die bislang verschiedenen Hypothesen über die Sinneszellenfunktionsweisen nunmehr auf einen Nenner gebracht wurden. Es sind nicht die von der Instinktotherapie vermuteten seelisch-vagen Eindrücke, die nach bestimmten Inhaltsstoffen einer Nahrung verlangen. Bestimmend dafür, ob wir eine Nahrung als angenehm und eßbar (und nicht als für die Körperchemie als unmittelbar nötig oder unverzichtbar) empfinden, sind die olfaktorischen, im Riechepithel eingebauten Stützzellen, die mit ihren Riech-Zilien sich zu feinen Nervenbündeln vereinen und zum Bulbus olfactorius ziehen.

Dort werden die Duftstoff-Moleküle an Rezeptoren gebunden, wodurch ein Signalstrom ausgelöst wird, der mittels des Enzyms Adenylatzyklase den intrazellulären Spiegel von cyklischem Adenosinmomophosphat ansteigen und an die Empfängerzellen weiterleiten läßt.

Das Entscheidende: Grundlage für diese Vermittlung von Hormonrezeptoren und dem Enzym sind G-Proteine, welche die Duftsignale verstärken und in eine elektrische Erregung der Zellmembranen umwandelt. Das Geheimnis »Instinkt« gibt es nicht.

Von dort wird nun die empfangene Duftinformation an die höheren Ebenen des Gehirn weitergegeben. Während die Empfindungen des Sehens und Hörens direkt an den Neokortex geleitet werden, gehen die Geruchsempfindungen sogleich an das limbische System. Dieses ist entwicklungsgeschichtlich das ältere, wodurch zu verstehen ist, daß uns z. B. archaische Gerüche so tiefgreifend zu erregen vermögen. Wie etwa bei einem Mann der Duft aus der Vagina einer gesunden Frau. Oder bei einer Frau der Schweiß eines gesunden Mannes. Die zweite Station für die Geruchsempfindung geht dann von der Amygdala über den medidorsalen Thalamus zum Neokortex. Willst Du mehr darüber wissen, so lies nach bei: BEER, J., KRIEGER, H.: Der Geruchssinn: Die Grundlagen der Duftwahrnehmung. Biologie in unserer Zeit, 24 (1994) 70 - 76.


Letzte Änderung: 23.8.2004 00:02:08 - Autor: Brigitte Rondholz - Letzter Autor: Brigitte Rondholz
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