Grundsaetzliches Zur Menschenartgemaessen Nahrung


Brigitte Rondholz

Immer wieder Schönes, aber auch Irrungen und Wirrungen bei der Frischkost

Grundsätzliche Überlegungen zur richtigen Ernährung und zu einer natürlichen Lebensweise

Der eine oder die andere von Euch wird sich vielleicht an meinen allerersten Artikel hier in „Natürlich Leben“ erinnern? Das war vor fast genau fünf Jahren unter der Überschrift: “Urkost ist: Einfach! Lustvoll! Schön! ... und warum sie dennoch für viele so schwer durchzuhalten ist! (NL 6/99) Darin schrieb ich: „Manchmal kann (oder besser: will) ich mich gar nicht mehr daran erinnern. Es ist mir heute selbst nicht mehr verständlich, warum ich nicht viel eher darauf gekommen bin, eine Ernährung zu praktizieren, die so einfach, lustvoll und schön ist und welche uns von der Natur doch direkt in die Wiege gelegt wurde!“

Heute bin ich glücklich und zufrieden, Euch sagen zu können, daß dies bis zum jetzigen Augenblick so geblieben ist und ich mit immer noch wachsender Freude diesen schönen Weg weitergehe. Denn es gibt einfach nichts Besseres, als immer gesund und vital zu sein, oder? Aber mein Leben ist sogar noch schöner und noch einfacher geworden: Nachdem ich mich in Deutschland wieder niedergelassen habe, befindet sich nun kein Herd mehr in meiner, auch von anderem sinnlosen Ballast konnte ich mich befreien. Unser Leben – soll heißen: mein Leben zusammen mit meiner nun fast zwölfjährigen Tochter – befindet sich im urmethodischen Lot, und ich freue mich immer wieder darüber, daß wir es ohne die vier K‘s - Kochen, Kinderarzt, Krankheiten - und dem damit verbundenen Kummer führen können. Mein Kind entwickelt sich äußerst gut - in körperlicher, geistiger und seelischer Hinsicht; und dies erfüllt mich mit großer Dankbarkeit.

Authentizität und Durchhaltevermögen überzeugen die Menschen

Es ist immer die Authentizität, die Menschen überzeugt. Oder wie Sandra Wildner kürzlich in unserem Urkostforum im Internet als Antwort auf den Einwand, daß die Urkost in Gesellschaft schwierig durchzuhalten sei, schrieb: „Wenn du dich mit deiner Ernährungsweise wohl fühlst, dann fühlst du dich auch in Gesellschaft mit ihr wohl. Und dann ziehst du das Interesse der anderen wie magisch auf dich und dein Essen. Dann gibt’s keine abfälligen Bemerkungen, sondern nur noch interessierte Fragen, denn die sehen, daß du hinter dem stehst, was du tust. Nur solange man unsicher ist in dem, was man tut, zieht man Probleme auf sich. Für andere was schlechtes essen? Zu was sollte das auch gut sein und wem sollte das helfen?“

Immer mehr Vegetarier – am besten mit Frischkost

Und es werden doch auch immer mehr Menschen, die zu einer Änderung ihrer Lebensweise kommen; besonders, wenn sie so gute Ergebnisse sehen. Immer nach dem schönen Motto: „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen!“

Der Deutsche Vegetarierbund gab kürzlich diese Zahl bekannt: Woche für Woche gibt es in Deutschland 4000 zusätzliche Vegetarier. Ein wirklicher Lichtblick, wie ich meine, vor allem für die geschundenen und mißbrauchten Tiere. Und für die gesamte Natur, denn zur Befriedigung der ansonsten steigenden Fleischfreßsucht ist auch immer mehr Wasser erforderlich. Auf einer „Weltwasserwoche“ sagten Experten, die steigende Fleischnachfrage gefährde bald die Sicherheit der Trinkwasserversorgung. Dieses sinnlose Essen der Tiere gefährdet also unser aller Leben auf diesem Planeten nachhaltig - nicht nur das Leben der unmittelbar betroffenen Tiere. Sagt dies allen, die immer noch nicht klug geworden sind und bislang keine persönlichen Lehren aus den bekannten Fakten gezogen haben. Wenngleich, wie Ihr wißt, nur vegetarisch zu essen natürlich nicht die richtige Ernährung ist, die auf Dauer gesund erhält. Vegetarische Frischkost sollte es schon sein, aber immerhin machen diese Menschen einen Anfang in Richtung gesunder Lebensweise, und das sollte man anerkennen, denn die Wege, die wir Menschen gehen, sind sehr unterschiedlich. Wir haben die Verschiedenheit von Menschen zu akzeptieren, wie ich meine; besonders nach der massiven, tagtäglichen Manipulation, der wir alle lebenslänglich ausgesetzt sind. Der eine liebt das „Alles oder nichts!“ (ich gehöre dazu, obwohl bei mir auch nicht alles von heute auf morgen ging), und der andere macht seine Veränderungen lieber Schritt für Schritt.

Ich LIEBE es!

Aber die Urmethodik ist einfach so wunderbar, und die Palette der himmlischen Genüsse ist so groß, daß ich ehrlichen Herzens sagen kann, daß es mich niemals mehr nach „Rheinischem Sauerbraten“ oder „Kartoffelpuffern“ gelüstet. Es ist für mich immer noch ein fast unbeschreiblicher Genuß, in eine vollreife Durian oder Mango zu beißen, und sie mit allen Sinnen zu genießen. Dies ist hundertmal leckerer und befriedender als all die totgekochte Nahrung. Oder in einen knackigen Apfel, in saftige Pflaumen oder in süße Kirschen zu beißen, um den Menschen den Wind aus den Segeln zu nehmen, welche sich die teuren exotischen Früchte eher selten leisten können. Ich werde dieser wunderbaren Genüsse niemals überdrüssig, ja ich liebe sie schlicht und ergreifend. Und der liebe Franz wird es verschmerzen, daß ich in diesem Punkte mit ihm nicht so ganz übereinstimmen kann: Ich betrachte mich als „clean“ und von meiner Kochkostsucht als vollkommen geheilt und habe auch keine sogenannten „Rückfälle“, Gelüste oder „Ausnahmen“ mehr. Dennoch stimme ich ihm natürlich darin zu, daß wir alle von klein auf salz- und zuckersüchtig gemacht wurden.

Ernährungsfachleute und ihre faulen Kompromisse

Eine fatale Tatsache, die von vielen sogenannten „Ernährungsfachleuten“ oder Heilpraktikern genutzt wird. Sie billigen den Menschen bei „ihrer Rohkost“ dann Salz, ab und zu Kochkost oder gar Tierprodukte zu. Ein fauler Kompromiß, der sich schnell rächen wird - Herr Müller-Burzler sei hier stellvertretend für einige genannt. Ich erwähne ihn auch deshalb, weil es da unter ehemaligen Rohköstlern oder noch unkundigen Anfängern geradezu fanatische Anhänger gibt. Das Zellgift Salz? Nun, dieser „Experte“ nimmt auch "Vollkornbrot, um sich zu erden" zu sich. Sagt das nicht schon alles? Noch einmal: Kein Mineralsalz schadet uns, wenn es im natürlichen Verbund mit der Pflanze oder Frucht ist. Isoliert jedoch schon. Auch Eisen und andere Metallsalze kommen - wie wir alle wissen - in Pflanzen vor, deshalb empfehle ich sie zu essen und nicht etwa zusätzliche Eisennägel! Und selbst gegen Milchprodukte hat er nichts, und seine Anhänger wollen ihm wohl gerne glauben, weil es so schön griffig klingt und sie sich dann mit diesen Abweichungen nicht mehr "fanatisch" vorkommen. Es scheint wohl auch leichter als die reine Urkost zu praktizieren - in einer Welt, die nur oberflächliche Befriedigungen und schnelle Genüsse schätzt.

Des Pudels Kern: Wildpflanzen, Wildpflanzen, Wildpflanzen

Ich stimme Franz absolut zu, wenn er bei nicht gefestigten Urmethodikern und Zauderern immer wieder den Mangel an Wildpflanzen und Baumblättern feststellt. Dabei ist es so einfach: Wenn diese herrliche Grünkost dabei ist, muß man bei der menschenartgerechten Kost nicht penibel drauf achten, diese und jene „Kombinationen“ zu beachten. Denkt immer daran, daß die Urmenschen sicherlich auch keine "Essensregeln" und "Fahrpläne" kannten. Dieses alberne Trennen von Eiweiß und Kohlenhydraten oder Fett ist einfach nur unsinnig, weil unser Magen säurebildend und zugleich basisch verdauen kann. Dies kann man schließlich sehr gut bei den Schlechtköstlern beobachten, die durchaus nicht alle mit Verdauungsstörungen durch die Welt laufen. Außerdem haben auch viele Lebensmittel zu gleichen Teilen Eiweiß und Kohlenhydrate. Die eiweißhaltigen Blätter gehen also immer mit allen Früchten. Bereits unsere erste Urnahrung, die Muttermilch, enthält beides, und natürlich wird sie bestens vertragen. Es kommt halt darauf an, daß Magen und Leber gesund sind. Sind sie es nicht, dann können die Verdauungsorgane die Nahrung nicht richtig aufschließen und reagieren "sauer". Aber für gesunde Urköstler gilt das natürlich alles nicht, was anhand einer hervorragenden, mehrmaligen, täglichen Verdauung belegt werden kann. „Darm gesund, alles gesund!“ Das wußten schon die alten Chinesen.

Ein großer Unterschied zu Früchterohkost à la „Natural Hygiene“ oder „Instinkto“

Und dies muß immer wieder gesagt werden, denn es macht den entscheidenden Unterschied, liebe Freunde, zur „Nur - Rohkost“; besonders der Früchterohkost, wie sie von der „Natural Hygiene“ - Bewegung und H. Wandmaker propagiert wird: Es sind unsere Wildpflanzen, die für uns Menschen das A und O sind und für eine immerwährende Gesundheit unabdingbar sind. Und auch der liebe Meenhard wird eines Tages, wenn er nicht mehr auf die Einflüsterungen der „instinktiven Fleisch - Rohesser“ (Instinktos/Arjuna und Co) hört, bestimmt erleichtert feststellen, daß sein Leben besser und konstanter wird, wenn er die Wildpflanzen nicht vergißt. Denn in ihnen scheint, neben vielen anderen wertvollen Inhaltsstoffen, ein „eingebautes Sättigungsenzym“ (F.K.) zu sein, auch wenn dies (noch nicht) wissenschaftlich belegt worden ist. Und dies ist kein Scherz, sondern wird von allen konsequenten Urköstlern in der Praxis bestätigt. Daß ich keine Rückfälle habe, hat also weniger damit zu tun, daß ich im Himmel wohne – den „Rohkost-Göttern“ gleich! – sondern mit beiden Beinen fest auf dieser wunderschönen Erde stehe, die ich durch meine Lebensweise zu erhalten mithelfen möchte. Aber aufgepaßt: Es ist nicht nur die Urkost, die diese Lebensweise ausmacht. Hinzu kommt die körperliche Bewegung, und das Bestreben, eine seelisch/körperliche Harmonie und Balance herzustellen, durch Liebe, Musizieren, oder Singen, möglichst zusammen mit Menschen, die man liebt und achtet.

Draußen schlafen unter‘m Sternenzelt

Vergeßt auch den gesunden Schlaf nicht. Wegen der kurzzeitigen Hitze verlegte ich im August meinen Schlafplatz nach draußen, als ich an der Nordsee war, und ich habe bei der jodhaltigen und gesunden Seeluft nicht nur tiefer, sondern auch erheblich länger schlafen können. Reichen mir sonst im Arbeitsalltag hier in Westfalen sechs Stunden, schlief ich nun locker neun bis zehn Stunden. Nun grüble ich, wieviel Schlaf ich in Wirklichkeit brauche und habe auch hier meinen Schlafplatz ins Freie verlegt, so wie der Naturheilkundler Friedrich Eduard Bilz (1842–1922), der zum Draußenschlafen schrieb: „Seit 25 Jahren schlafe ich auf einem überdachten, aber vorn ganz offenen Balkon, und zwar Sommer wie Winter im Adamskostüm, auch noch bei 20 Grad Kälte und darüber. (Daß mir das Schneewetter im Winter den Schnee auf mein Bett treibt, kommt öfters vor. Derselbe taut jedoch nicht auf, so daß ich ihn morgens von der Decke schütteln kann. Damit es mir nicht ins Gesicht schneit oder regnet, kehre ich das Gesicht der Wand zu.) Vor dieser Zeit schlief ich direkt hinter dem ganz offen stehenden Fenster. Im Sommer bedecke ich mich mit einer leichten Steppdecke, im Winter mit einer wollenen Decke, bei strenger Kälte mit zweien. Federbetten als Zudecke, Unterbett und Federkopfkissen kenne ich nicht. Im Winter ziehe ich meine Wolldecke kurze Zeit über den Kopf und bin dann schon in einer Minute schön warm.“ Ich werde euch gelegentlich über meine weitergehenden Erfahrungen in den unterschiedlichen Jahreszeiten berichten. Toll ist auf jeden Fall, daß man schon draußen ist und morgens dann gleich das Urtraining und Essen auf der Wiese beginnen kann, während man drinnen aufwachend doch manchmal erst den „inneren Schweinehund“ überwinden muß.

Nun zu einer Rohkostrichtung, die so viele, gerade junge und etwas naive Menschen, verwirrt und in die Irre führt.

Instinkto - Rohkost – einen speziellen Nahrungsinstinkt gibt es nicht

Gleich vorweg: Einen speziellen Nahrungsinstinkt gibt es nicht. Aber - und das ist der Schlüsselgedanke des Werkes von Franz Konz: „Wir sind genetisch geprägt, und was die Natur (oder "Schöpfung") auch tut: Es war immer alles auf die Natur ausgerichtet. Die Augen auf das Sehen von grünen Pflanzen, das Gebiß auf das Essen von Blättern und Kräutern, die Finger zum Pflücken von Früchten, die Nase zum Riechen von Blütendüften, die Ohren zum Hören von Bachgemurmel und Vogelzwitschern, die Füße zum Gehen über Wiesen- und Waldboden, der Körper zum Empfangen von Sonne, Licht und kosmischen Energiestrahlen, der Rücken zum Schlafen auf harter Unterlage ...“ Den Nahrungsinstinkt, wie Burger ihn als Ideologie erfunden hat, gibt es so nicht. Ihn brauchte die Natur auch nicht zu kreieren, weil Mensch und Tier für viele Millionen Jahre nur an artgerechte und für sie bestimmte Nahrung kamen. Wozu sollte sie dann so ein Alarmsystem erschaffen? Selbst fürs Atmen, was ja fürs Überleben noch wichtiger ist, gibt es keinen Instinkt, sonst würden nicht die meisten Menschen falsch atmen. Nur ganz kleine Babies atmen noch richtig, nämlich über das Zwerchfell und dementsprechend tief. Wir Großen praktizieren fast alle das flache "Angstatmen".

Mythos: Nahrungsinstinkt, Wassertrinken und „Sperren“

Gäbe es einen Nahrungsinstinkt, müßten diese armen verirrten Menschen durch ihn gewarnt werden, überhaupt niemals Fleisch zu essen. Die Aminosäure Tryptophan, als Beispiel, welche dadurch im Überschuß zugeführt wird, wird von eventuellen Krebszellen gierig aufgenommen. Burger mußte selber zugeben, daß seine arme Frau durch ihren reichlichen Verzehr von rohem Schweinefleisch den frühen Krebstod erlitt. Bei ihm selber funktionierte dieser angebliche Instinkt auch nicht. Menschen, die ihn kennen, haben ihn oft gierig Berge von Tropenobst verschlingen sehen, übrigens ohne daran vorher zu schnüffeln, wie er es seinen gläubigen Anhängern empfahl. Selbst bei Affen funktioniert der "Instinkt" bezüglich der Nahrung nicht. Auch sie müssen erst mühsam von der Mutter lernen, was eßbar ist und was nicht. ("Die Sprache der Tiere") Oder nehmt diese völlig falsche Regel, vor der Nahrungsaufnahme erst mal gründlich zu trinken! Das ist eine dieser vielen (aber eher noch harmlosen) falschen Instinktoregeln, die einfach keinen Sinn machen, reine Mythen oder künstliche Konstrukte sind, die den Menschen langfristig schaden. Es ist so einfach: Das allerbeste Wasser befindet sind in der Frischkost. Warum sollte man minderwertiges vorweg trinken? Abgesehen davon, daß die Urmenschen keine Wasserflaschen hatten und bestimmt nicht alle neben einer Quelle wohnten. Ich trinke nur äußerst selten mal etwas. Die Ausnahme ist der herrliche Saft der Trinkpagode, aber das ist ja auch kein Wasser, sondern der Inhalt einer Pflanze. Selbst den ganzen Sommer über (inklusive der Hitzeperiode) nicht. Höchstens mal aus "Geselligkeitsgründen", aber auch das kommt eher selten vor. Und ich mache wirklich keinen vertrockneten Eindruck, wie jeder sehen und fühlen kann. Auch muß ich mindestens sechsmal am Tag „austreten“ - und zwar reichlich und klar. Alte Stillregel, die alle Eltern unter uns kennen: Ist die Windel naß, kriegt das Baby genug. Also auch hier frisch ans Werk und hinfort mit diesem falschen Burger-Konstrukt. Man kann sich natürlich viel einbilden, und das passiert vielen so im Leben. Und die berühmt-berüchtigte Eß – „Sperre" ist bei Ananas, zum Beispiel, schon da - wie bei allen stark säurehaltigen Früchten (immer das Schälmesser gut abwaschen, bevor ihr damit das Fruchtfleisch schneidet). Da gibt uns der Körper halt ein deutliches Warnsignal, nicht weiterzuessen, wenn es zu viel wird, also nichts Dramatisches. Alles andere würden vernünftige Menschen als Appetit oder Appetitlosigkeit bezeichnen - ohne diese seltsame Worthülse, die „instinktive Sperre“, zu bemühen.

Der Mensch ist kein Insektenesser

Und dann gibt es noch Rohköstler, die prangern die „Küchenrohkost“ der Urköstler an und glauben, zur herrlichen, veganen Frischkost zusätzlich Insekten mit auf den Speiseplan nehmen zu müssen, was sie dann als „wahre Urkost“ ansehen. Unsinn! Wir sind weder Raubtiere, noch Aasfresser und auch mitnichten Insektenfresser. In der Regel sind die Insektenfresser kleine Säugetiere, die größten sind nur kaninchengroß (4-65 cm). Sie haben eine Schnauze, die nach vorn über die Zähne hinausreicht und einen beweglichen Rüssel bildet, der oft mit reichlich vorragenden Schnurrhaaren besetzt ist. Die Ohren und Augen sind klein und häufig unter der Haut oder im Fell verborgen. Alle Insektenfresser gemeinsam haben ein "ungefurchtes" Gehirn und ein altertümliches, wenig spezialisiertes Gebiß, mit einer meist hohen Zahnzahl. Die meisten Insektenfresser haben eine spitzmausähnliche Gestalt. Es sind meist kleine bis sehr kleine Tiere. Ein jeder möge anhand eines Spiegels die Ähnlichkeiten mit sich vergleichen.

Ein paar Ameisen zum Nachtisch?

Auch Ameisen stehen bei einigen auf der Speisekarte. (Franz hatte dies „zugestanden“, als das Geschrei nach „B-12“ in Mode kam) Allerdings sollten sie meiner festen Überzeugung nach dort nicht bei uns Menschenkindern stehen. Beobachtet mal eure Kinder. Würden sie von sich aus Ameisen verspeisen, oder stehen sie statt dessen auch nur staunend und fasziniert vor dem lebhaften Gewusel und diesem Wunderwerk der Natur, einem Ameisenhaufen? Sie erkennen noch intuitiv - ein viel besserer Begriff, als „instinktiv“! - ihren individuellen und wunderbaren Stellenwert in der Natur, den man unbedingt respektieren sollte. Zu unserer Nahrung sind sie jedenfalls nicht da, und ich würde ihre Ordnung niemals stören, indem ich mit einem Stöckchen in ihren Staat, in ihre Wohnstatt eindränge. Die meisten Arten der Insektenfresser sind übrigens nachtaktiv. Das bin ich zwar auch oft, aber doch etwas anders als Insektenfresser, wie ich an dieser Stelle schmunzelnd gestehen möchte. Diese Tiere sind Nasentiere und orientieren sich in erster Linie mit der Schnauze oder dem Rüssel. Ausgezeichnet entwickelt ist außer dem Geruchssinn auch der Tastsinn über die vielen langen Tasthaare der Nasenspitze. Die wahren „Instinktos“ also. Die Insektenfresser sind auch Kleintierfresser, sie fressen außer Insekten auch andere kleine Wirbellose, wie Würmer. Wir Menschen ekeln uns davor – wenn wir normal gepolt sind und diese Ekelgrenze nicht bewußt ausschalten.

Von Katzen und Jägern

Natürlich geht es mir hier nicht um eine charakterliche Wertung von Rohköstlern, es geht auch nicht darum, sie in „gute“ oder „schlechte“ Rohköstler einzuteilen, aber es geht m.E. sehr wohl darum, die Handlungen einzelner Rohköstler kritisch zu kommentieren und durchaus auch zu bewerten. Es ist eine unselige Sucht, dieses Fleisch und Fischessen (sehr oft in riesigen Mengen und nicht nur „ab und zu“!), und diese gilt es zu überwinden. Nehmt als weiteres Beispiel unsere Katzen. 20. 000 Katzen leiden in Deutschland schon an Diabetes, vom Typ I. Schier unglaublich, oder? Und zwar an der Variante, die bei uns Menschen angeblich „schicksalhaft“ oder „genetisch vorbestimmt“ ist. Ernährungszusammenhänge? Aber nicht doch! Natürlich ist die korrumpierte Ärzteschaft nicht zu dumm, die Zusammenhänge mit der falschen Ernährung in unserer Zeit zu erkennen. Oh, nein, und, wenn sie die Sprüche der Pharmaprofiteure trotzdem willfährig kolportieren, dann nur, weil eine tiefgreifende Verhaltensänderung den "armen Menschen" nicht „zuzumuten“ wäre und die Profite locken. Da wird dann lieber der lebenslange Chemiedreck zur "Heilung" akzeptiert Katzen sind nun mal von Haus aus Jäger. Bei ihnen ist das artgerecht. Aber was bekommen sie statt dessen? Ultrahocherhitzten Kochfraß in Dosen, anstatt ihnen die Gelegenheit zum Mausen zu geben. Was für sie natürlich wäre, im Gegensatz zum Menschen, dem aber willfährige "Ernährungswissenschaftler" (gesponsert von der mächtigen Nahrungsmittelindustrie) dies ebenso einreden wollen. Natürlich fingen die Menschen irgendwann, als sie in ursprünglich für sie nicht vorgesehene Gebiete vorstießen, mit der so unheilvollen Tätigkeit, dem Jagen, an. Aber muß man diesen Fehler, der nur Leid und Elend auf die Welt brachte, deshalb fortführen? Nein, wir Menschen sind keine Jäger, sondern friedvolle Sammler, und nur wirklich menschenartgerechtes Verhalten führt, wie wir alle wissen, zu wirklicher Gesundheit und tiefem innerem Glück. Natürlich gibt es Menschen, die das Töten erregend finden (manch verherrlichende Jägerlyrik zeugt davon) oder denen man die Tötungshemmung, die wir Menschen in uns haben, abtrainiert hat. (Schlachter /Metzger, Jäger, Soldaten, Grenzschützer, Instinktos etc.) Es gibt sogar auch Kannibalen, die ihr abartiges Verhalten zu rechtfertigen wissen. ("Es schmeckt doch so lecker!") Aber normal oder artgemäß ist dies, nach allem was wir wissen, eben alles nicht.

Normale Menschen töten nicht und der kategorische Imperativ Nein, normale Menschen töten nicht. Und sie lassen auch nicht töten. Nur „weil es schmeckt!“ (Instinktoforum), was sie neuerdings als alleinigen Grund angeben, weil das Eiweiß/B-12 - Mangelgerede nicht mehr haltbar ist. Und schon gar nicht aus niederen Motiven, wie „Genußsucht“, welche gerne beschönigend als „instinktiver Bedarf“ kaschiert wird. Absurd! Es gibt doch keinen Bedarf an Tierleichen. Hilfreich auch hier der „Kategorische Imperativ“ von Kant - von Franz Konz leicht vereinfacht: "Handle so, daß dein Tun jederzeit als Gesetz für andere gelten könnte." Eines ist wohl sicher, wenn alle so leben würden, wie die „Instinktos“, oder deren Handeln gar Allgemeingültigkeit erlangen würde, dann wären es eben nicht "hin und wieder“ einmal „ein paar tierische Produkte“. Wir alle wollen mit unserer friedlichen, veganen Urmethodik auch dazu beitragen, unsere kaputte Welt ein wenig heiler zu machen - und dies ist durch Tötungshandlungen eindeutig nicht möglich.

Wie schön ist es doch, Urmethodiker zu sein

Wie sieht nun die Urkostpraxis aus? Ich bin auch in diesem Spätsommer (der leider kaum einer war) wieder Kilometer um Kilometer, natürlich wie meistens mit Wind von vorn und nicht von „achtern“, (wie halt so üblich an der Küste!), an den Deichen entlanggeradelt. Das ist durchaus anstrengend, an einem Tag fast 150 km, aber ohne Ermüdungserscheinungen, wo manch einer in meinem Alter wohl schlappmachen würde. Urköstler nicht, da sie ihrem Motor einfach den perfekten Brennstoff zuführen, den es auf Erden gibt. Mein Proviant bestand aus: Brombeeren, rotem Klee, Brennesseln, Seetang, verschiedenen Salzgräsern und noch so mancherlei Wildpflanzen am Wegesrand. Das war Energie pur. Nebenbei bemerkt: Ich fühle mich heute besser und leistungsfähiger als mit 33, also vor 20 Jahren. Dabei müßte ich doch nach Lesart der Schulmedizin längst an „Wechseljahrsbeschwerden“ leiden. Weit gefehlt, jedenfalls ist davon ist nichts zu spüren. Also: Keine Ausreden mehr und keine Müdigkeit vorgeschützt: Ein tägliches Bewegungspensum ist ein Muß! Beste Anleitungen dazu im GGK (Kapitel 8) mit allen Urbewegungen nebst Zeichnungen und guten Erklärungen. Am besten natürlich als ein tägliches Streifen durch die Natur, wo alle Urbewegungen von ganz allein kommen. Für Großstädter alternativ und praktikabel: das Fitneßstudio.

Kleiner Exkurs: Menschliche Intelligenz im Schwinden

Aber vielleicht ist dies alles zu schwer zu begreifen, weil die weitgehend verdrängte Bedrohung der Zerstörung der menschlichen Intelligenz durch die Vergiftung der Umwelt, der Schwermetalle, radioaktiven Stoffe, chemischen Umweltgifte und der Mangelernährung, schon so weit fortgeschritten ist? Weltweit ist das zentrale Nervensystem des Menschen bereits so stark geschädigt, daß ein globaler Rückgang der menschlichen Intelligenzleistung nicht mehr verhindert werden kann. Kurz gesagt: Die Menschheit verblödet. (Buchtip dazu: s.u.) Sonst müßte doch jeder vernunftbegabte Mensch erkennen, wie unsere Welt aussieht: Allein im Ruhrgebiet sind „zwei Drittel der über 45-jährigen infarktgefährdet“ (Ärztezeitung). Natürlich ist dies einerseits ernährungsbedingt, aber eben auch durch den systemimmanenten Bewegungsmangel unserer Zeit. Und auch die Herz/Kreislauferkrankungen sind schon seit Jahren als Todesursache Nummer eins gut dokumentiert. Oder denkt an die 300. 000 Krebserkrankungen, davon 83.000 an Brustkrebs jedes Jahr. Ein einziges und fortlaufendes Elend. Ganz anders ist es bei der Urmethodik.

Die Maxime der Klassischen Naturheilkunde

Franz Konz formuliert es im Großen Gesundheits - Konz so: Die Klassische Naturheilkunde basiert in Form der Urtherapie auf vier Säulen: GEIST – INNERER LEIB - ÄUSSERER KÖRPER – SEELE. Und die Maxime der von Franz Konz reformierten Klassischen Naturheilkunde lautet: „Der Geist sei frei, die Seele voller Gefühl, der Körper fühle sich stets wohl.“ Es würde an dieser Stelle zu weit führen, euch alle sinnlichen Genüsse, die zu einem gesunden Leib hinführen, aufzuzählen, denn das hat Franz Konz alles sehr detailliert im GGK aufgelistet (Kapitel 6), aber für die Anfänger unter euch möchte ich doch wenigstens einige Wildpflanzen, mit denen ich jeden Tag auf meiner Wiese bei Wind und Wetter beginne, benennen. Je nach Jahreszeit: Brennesselspitzen und ihre köstlichen Samen, Disteln mit ihrem hohen Gehalt an Eiweiß, Franzosenkraut, Gänseblümchen und -blätter (im Winter), Giersch, Grassamen, frisch vom Wiesenlieschgras, Grassamen nach der Blüte, Kleeblüten, Löwenzahn, Melde (auch frischer Meldesamen neben Blättchen), Portulak, Sauerampfer, Scharbockskraut (im Frühling), Taubnesselblätter und -blüten, Vogelknöterichsamen und -blätter, Vogelmiere, Waldsauerklee, Wegerichsamen (die Samen entgegen der Wuchsrichtung zwischen den Zähnen abziehen), Wiesenknopf etc. - auch Baumblätter wie Ahorn (erst säuerlich, dann süß schmeckend), Birke, Buche, Linde, Kirschenblätter (immer zusammen mit den Kirschen), Ulme, Blätter von Rankgewächsen wie dem Knöterich etc.

Ein kleines Wort zu den herrlichen Avocados

Neuerdings werden Ängste durch ein Buch eines Obstrohköstlers hervorgerufen, der Absonderliches, viele Vermutungen und viel Halbwissen dort verbreitet. Erst "heilen" die Avocados seine Frau, und dann fallen dem Guten die Haare aus. Und das alles soll dann diese kleine Frucht bewirken? Klar, das Protein Rizin (Lektin) ist toxisch. Aber die Frage ist doch, wieviel davon enthalten ist. Es ist ja in vielen Sachen, die wir sehr gut vertragen, enthalten. Zur täglichen Gesamtaufnahme von Lektinen beim Menschen gibt es keine exakten Daten. Lektine werden auch vom Menschen selbst sowie von Mikroorganismen synthetisiert. Ein großer Teil der intraluminalen Lektine im Dickdarm wird durch Mikroorganismen gebildet. Extrem hohe Konzentrationen an WGA (Weizenkeimlektine) (500 mg/kg) schädigen im Tierversuch reversibel die Darmwand. Im Tierversuch! Aber beim Menschen wurde noch nichts beobachtet. 1.wegen der geringen Mengen aufgenommener Lektine 2.an einer Schutzschicht aus Glykokonjugaten auf dem Darmepithel 3.an der großen Darmfläche, die den Lektinen aus der Nahrung gegenübersteht. Dadurch verringert sich die Toxizität der Lektine im Darmtrakt. Darüber hinaus werden für einige Lektine inzwischen auch gesundheitsfördernde Effekte diskutiert. Summa summarum: Laßt euch diese herrliche Frucht, die wir hervorragend vertragen, nicht verderben. Ein anderes Thema ist, daß sie sehr verzüchtet und behandelt werden. Da sollte man schon vorsichtig sein. Niemals Kaufhaus – Avocados, die sind stark behandelt, aber das wißt ihr sicherlich. Wer es noch genauer wissen möchte, möge mich anschreiben. Als sättigende Fettfrüchte seien auch noch die leckeren Safus und Oliven in Rohkostqualität genannt. (Sehr gute Bestelladresse direkt vom rohköstlichen Erzeuger: Aristidis Siaperas, GR-24005 Petalid/Messinias/ Tel.: 0030-6932-287 375).

Am liebsten von der Hand in den Mund

Ich möchte euch abschließend nicht vorenthalten, daß wir alle, je weiter wir fortschreiten, zu einer immer einfacheren und völlig anderen Eßkultur kommen werden. Bei uns geht es im Alltag am liebsten von der Hand in den Mund, weil Wildpflanzen doch eigentlich viel zu schade zum Mischen sind und von mir (von meiner Tochter z.Zt. etwas weniger) sehr gerne pur, gleich draußen vor Ort auf der Wiese, genossen werden.

Wichtig ist, immer sehr gut und genüßlich zu kauen, und erst viel später alles hinunterzuschlucken, eben weil die erste Verdauung durch die Enzyme im Speichel schon im Munde stattfinden soll. Nur Kochkost kann man hinunterschlingen, was bekanntlich auch schlecht für die Zähne, aber gut für die Kieferorthopäden ist. Übrigens: Zahnprobleme, die durch unreife Früchte und verbliebene Metalle (elektrolytische Zersetzungen) und zu wenig Grün hervorgerufen werden, gibt es – je nach Vorschädigung – hauptsächlich bei „Nur – Obstköstlern“. Und auch da nicht bei allen. Laßt euch also nicht bange machen. Es ist alles ganz einfach und einleuchtend in der Natur. Alles, wirklich alles, was wir Menschen brauchen, ist in unserer Frischkost enthalten. So wie jede Tierart eine artgemäße Nahrung von der Natur zugewiesen bekommen hat, haben wir Menschen sie natürlich auch bekommen. Wäre doch höchst unlogisch, wenn ausgerechnet wir – die angebliche „Krone der Schöpfung“ - sie nicht hätten. Findet ihr nicht?

Literatur Franz Konz: Der große Gesundheits-Konz (GGK) Christopher Williams: Endstation Gehirn Klett-Cotta

(Aus: "Natürlich Leben" 5/2004)


Letzte Änderung: 10.10.2004 15:58:56 - Autor: Brigitte Rondholz - Letzter Autor: Brigitte Rondholz
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