Gabriele Riedberg Fastenerlebnis


Gabriele Riedberg

Von einem wundervollen Fasten-Erlebnis

... und dem unbeschreiblich schönen Gefühl von Urvertrauen in die Natur und in die Heilkraft des eigenen Körpers - besonders in Krisensituationen!

Ich möchte euch von einer wunderschönen „Körper-Erfahrung“ erzählen. Am letzten April-Wochenende fuhr ich mit dem Auto nach Münster (der Besuch der größten deutschen Teddybärenbörse stand an, da ich selbst auch Künsterteddybären mache). Schon kurz vor der Abfahrt am Freitag um elf hatte ich gespürt, dass ich mir „was eingefangen“ hatte. Ich machte mir weiter keine Gedanken, ich kenne ja inzwischen sehr gut das Gefühl, wenn man unter Urkost mal einen Erkältungsbazillus aufschnappt, weil alle um einen herum schniefen und rumhusten. Es spielt sich dann bei mir selbst äußerst wenig ab, ich spüre nur so ganz unterschwellig und am Rande, dass der Körper die Erreger kurzerhand wieder hinausbefördert, maximal habe ich ein oder zwei Tage einen Hauch von Schleim im Hals. Im Laufe des Freitags jedoch merkte ich, dass es sich diesmal anders anfühlte. Kein Schleim oder Kratzen im Hals. Statt dessen war am Abend mein Zahnfleisch gerötet und das wuchs sich in den nächsten beiden Tagen zu einer handfesten Zahnfleischentzündung aus! Die wurde wirklich heftig, beim Essen war es richtiggehend unangenehm, beim Zähneputzen auch und da blutete es sogar leicht. Auch traten an Zunge und Lippe innen drei ungewöhnliche kleine Wunden auf, die erst mal gar nicht recht verheilten. Aha, eine richtig nette Entgiftungskrise also. Ich dachte sofort an Fasten, aber ich hatte für die Fahrt gute reife Rohkost eingepackt und auch herrliches Wildgrün unterwegs gesammelt – und brachte es nicht fertig, das einfach verkommen zu lassen. Da ich allein unterwegs war, war auch mein Freund nicht da, um das leckere Essen zu verwerten. Also aß ich am Freitag und am Samstag noch je zwei Mahlzeiten, obwohl es eigentlich echt Blödsinn war, mein Körper signalisierte mir geradezu, dass er nichts wollte, es schmeckte gar nicht wie gewohnt, fühlte sich im Mund ungut an und lag mir wie Blei im Magen trotz sorgfältigsten Kauens! Ich hatte inzwischen auch leicht erhöhte Temperatur, wie mir das Fieberthermometer mitteilte.

Aber ab Sonntag dann war Fasten angesagt und das war die pure Erleichterung! Nur noch Quellwasser und einen Löffel Heilerde am Tag. Am Montag morgen, wieder zu Hause, reinigte ich den Darm mittels Irrigator. Am Dienstag, dem dritten Fastentag, haute es mir gleich früh nach dem Aufstehen den Kreislauf zusammen. Das kenne ich schon, das ist bei mir einfach so, nach dem dritten Versuch mit dem gleichen Ablauf habe ich es inzwischen akzeptiert, obwohl ich so gerne mal richtig lange fasten würde. Beim ersten Versuch vor 8 Jahren habe ich es trotz massiver Kreislaufschwäche dennoch die 7 geplanten Tage durchgezogen, aber es war mühsam. Von wegen täglich mehrere Stunden Bewegung – völlig unmöglich, mit Mühe brachte ich langsame Spaziergänge zustande und einmal wurde ich kurz ohnmächtig, fand mich platt auf dem Rasen liegend wieder. Nun, diesmal hatte ich auf diesen geschwächten Zustand keine Lust, wollte aber das Fasten auch nicht aufgeben. Also stieg ich ab Dienstag auf Saftfasten um. Ein kleines Gläschen frisch gepresster Saft aus Brennnessel, Möhre und Apfel täglich und ich war ein neuer Mensch! Das ließ sich nun wunderbar mehrere Tage durchziehen und ich fühlte mich fantastisch! Ich bin weiß Gott ein Mensch, der gerne isst, sehr gerne – aber dieses Gefühl von Leichtigkeit, von Unabhängigkeit vom Essen – einfach himmlisch! Ich führte täglich Tagebuch über die Vorgänge in meinem Körper. Und ich genoss es mal wieder, dieses unbeschreiblich schöne Gefühl von Urvertrauen in die Natur, in die Heilkraft des eigenen Körpers! Ich sah richtig vor mir, wie wenn ich so zum Zahnarzt gehen würde, er eine akute Parodontose diagnostizieren und mich mit Antibiotika vollpumpen würde oder was sie eben in so einem Fall gerne machen. Es war nämlich wirklich krass, das Zahnfleisch war total geschwollen, wie ich es noch nie erlebt hatte, es war schon ein sehr eigenartiges Gefühl, wenn ich mit der Zunge darüber fuhr. Aber ich weiß einfach, dass der Körper genau weiß was er tut, wenn man ihn nur lässt, er hat es mir schon mehrfach bewiesen. Nur an einem Tag, am Montag, zauderte ich etwas, hatte ich einen kurzen Moment der Angst, dachte mir „Au weia, und wenn sich nun doch das Zahnfleisch total hochschiebt und mir alle Zähne ausfallen???“- Aber mein Freund versicherte mir, dass er mich auch ohne Zähne lieben würde und somit ging dieser Angstmoment rasch vorbei ... Am Freitag dann konnte ich im Laufe des Tages sprichwörtlich zuschauen, wie sich das Zahnfleisch nach und nach normalisierte. Ab Samstag ging ich langsam wieder auf feste Nahrung über, ab Sonntag waren auch die kleinen Wunden in der Schleimhaut abgeheilt – und ich fühlte mich wie neu geboren!

Ganz abgesehen von der so fabelhaften Abheilung des Zahnfleisches (welches sich übrigens keinen einzigen Millimeter nach oben bewegt hat) war diese Fastenwoche geistig sehr bereichernd und ein geradezu spirituelles Erleben voll tiefer Nähe zum eigenen Körper. Ich finde es geradezu unbezahlbar schön und beglückend, die Verantwortung für meine Gesundheit in meiner eigenen Verantwortung zu wissen!


Letzte Änderung: 24.5.2006 21:48:37 - Autor: Brigitte Rondholz - Letzter Autor: br
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