Wildpflanzenbilder Von Meenhard Fokken Und Brigitte Rondholz


Aus der unendlichen und kostenlosen Schatzkiste der Natur ...

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Die Gartenmelde - Nutzpflanze des Jahres 2000 - auch "Weißer Gänsefuß" genannt, wächst auch überall, hat unglaublich viel Vitamin C und hat eine zahlreiche Verwandtschaft:

"In der Familie der Gänsefuß-Gewächse (Chenopodiaceae) finden sich unser guter, bekannter Spinat, Rote Bete und Mangold zählen dazu, aber auch rarere Vertreter wie der Gute Heinrich (Chenopodium bonus-henricus L.) der kuriose Erdbeerspinat (Blitum capitatum L. und B. virgatum L. syn: Chenopodium capitatum (L.) Aschers. bzw. Ch. foliosum Aschers.), das fast gänzlich unbekannte Magentaspreen (Chenopodium giganteum D. Don) und die Reismelde (Chenopodium quinoa Willd.), auch Reisspinat genannt. Letztere hat bei uns als hirseartig schmeckendes "Getreide" unter dem Namen Quinoa in der Naturkost einige Bedeutung erlangt." (Besser als all das Kulturgetreide!!)

Es gibt mehr als hundert Melde-Arten. Die Größen variieren, von zehn Zentimeter kleinen Winzlingen bis weit über anderthalb Meter hohen, stämmigen Pflanzen ist alles vertreten. Am häufigsten finden wir in unseren Breiten als "Unkraut" die Weiße Melde, auch einfach Gänsefuß genannt. Die typische Blattform ist dreieckig bis rautenförmig, viele tragen vor allem an der Unterseite einen weißlich-mehligen Überzug, der das Blatt wie bereift oder mit Mehl bestäubt erscheinen lässt. Früher wurde sie gegen Gicht, Gelbsucht oder auch Halsschmerzen,eingesetzt. Auflagen aus den zerquetschten Blättern sollten lindern und heilen. Ich esse sie am liebsten mit Safus zur Zeit. Unglaublich lecker und knackig!


Der Ackerrettich ist pikant und würzig. Man nennt ihn auch Hedrich oder Kriebelrettich Er wirkt sekretionsfördernd (entschleimend, entgiftend), motilitätsfördernd (Aktivierung der Darmtätigkeit) und wie alle WILDpflanzen antimikrobiell/antibiotisch. (Natürlich geht er nur gegen die Bakterien vor, die da nicht hingehören.) :-)

Der Klee wächst nun auch überall. Er ist wohlschmeckend und die Blüten des Rotklees haben Phytohormone, die den Frauen während der "Wechseljahre" helfen sollen, damit sie weiter begehrenswert bleiben.

"Mit Phytoöstrogenen in Rotklee kann man einen guten Schutzeffekt für Knochen, Blutfette und Herz erzielen. Sie wirken gezielt und binden sich nicht an bestimmte Rezeptoren, die man vor allem im Brustgewebe und im Uterus findet. Das ist der Grund, weshalb sie dort nicht den gefürchteten Einfluss auf das Wachstum von Krebszellen ausüben können. Phytohormone sind eine Alterungsbremse und wirken gegen Osteoporose. Sie fördern außerdem die Produktion roter Blutkörperchen und die Durchblutung des Gehirns und verbessern dadurch die Gedächtnisleistungen, Konzentrationsfähigkeit und geistige Leistungsfähigkeit."Quelle

Die Taubnessel enhält Proteine, Vitamine, Mineralsalze, äth. Öle, Schleimstoffe, Gerbstoffe, Flavonglycoside, Saponine. Unsere Vorfahren setzten sie bei Frauenleiden wie Ausfluss ein. Sie wirkt bei Blutergüssen adstringierend und wurde bei Leberinsuffizienz empfohlen. Und das Tollste - neben ihrem interessanten Geschmack - an ihr ist, dass man sich an ihr nicht die Finger verbrennt.

In der Antike wusste man sie als nahrhafte und wohlschmeckende Pflanze zu schätzen, und noch im Mittelalter wurde die Gänsedistel als Gemüse angebaut und wertgeschätzt:

Der Milchsaft enthält Proteine, Vitamine und Mineralsalze. Es gibt viele verschiedene Arten, am häufigsten sehe ich bei uns die Acker-Gänsedistel (Sonchus arvensis) Sie kommt übrigens nicht kratzbürstig daher wie die anderen Disteln, sonders fühlt sich recht weich und zart an.

Wer kennt ihn nicht, den

Löwenzahn?

Obwohl .. es gibt ihn in 1200 Unter- oder Kleinarten. Und alle schmecken sie gut und sind wertvoll.

Vergleicht man die Vitamin- und Mineralstoffwerte des Löwenzahns mit denen anderer Pflanzen, so nimmt er bei Beta-Karotin (mehr als in Karotten), Vitamin B1, B2, E und K1 einen Spitzenplatz ein. Beim Vitamin C-Gehalt ist er durchschnittlich. Er ist sehr reich an Proteinen (von hoher biologischer Wertigkeit!) und reich an Mineralsalzen.Oberen Durchschnitt verkörpert er bei den Spurenelementen Zink und Kupfer, sein Eisen-und Mangangehalt ist Durchschnitt. Sehr weit oben liegt sein Kalium- und Magnesiumgehalt, Natrium- und Kaliumgehalt sind reichhaltig. Alles in allem stellt der Löwenzahn durch seine Häufigkeit und Unverwüstlichkeit und fast durchweg hohen bis sehr hohen Vitamin- und Mineralstoffgehalt eine Wildpflanze der Superlative dar. In der Wurzel findet sich Inulin (bis zu 25 Prozent des Wurzelgewichts), ein für Diabetiker verträglicher Zucker. Der Löwenzahn ist ein hervorragendes Blutreinigungsmittel, das die Ausscheidungen und Entgiftungen fördert (wassertreibend, leicht abführend), die Leber aktiviert und den gesamten Organismus dadurch kräftigt.

Der Giersch (Aegopodium podagraria) ist unter anderem auch als Geißfuß und Gichtkraut bekannt. Auch Hildegard von Bingen pries seine "Grünkraft" genannte Energie und seine vielen wichtigen Inhaltsstoffe

Wie seine alten Namen schon andeuten, setze man ihn früher, als noch nicht "die Pharmas" hier das große Sagen hatten, bei Rheuma- und Gichterkrankungen lindernd ein. Speziell bei der sehr schmerzhafte Fußgicht, die man früher auch schlicht "Zipperlein" nannte. Er wirkt schmerzlindernd bei Harnsäurestau, wovon Menschen geplagt werden, die immer noch "Tierleichenprodukte" (Fleisch, Milch, Fisch) zu sich nehmen.

"Dem Begriff Gicht wurden früher übrigens ganz unterschiedliche Beschwerden zugeordnet, dazu zählten zum Beispiel auch Lähmungen, Schlaganfall und Hexenschuss. Wie dieser Name vermuten lässt, glaubte man früher, dass Hexen diese Art Krankheiten in den Körper "hineinschossen".

Man versuchte sich mit um den Hals gehängten Amuletten davor zu schützen. Und so erscheint es nur naheliegend, dass damals ein sehr angesehener Arzt im alten England empfahl, sich gegen die Gicht einen Giersch-Stängel um den Hals zu binden oder wenigstens in die Tasche zu stecken.

Giersch löst abgelagerte Harnsäurekristalle im Körper und schwemmt sie aus, damit rückt er dem Übel auch in der Tat auf den Grund, denn in diesen abgelagerten Schlacken liegt eine der Ursachen von Gicht, Rheuma und vieler anderer Beschwerden. Welcher der Inhaltsstoffe des Giersch für diese Wirkung verantwortlich ist konnte bis heute von der Wissenschaft nicht geklärt werden."

Quelle

Giersch ist für mich eines der ständigen Gemüse ab dem Frühjahr, weil er überall wächst, unverwüstlich und sehr aromatisch/wohlschmeckend ist. Je älter, desto lieber, denn dann haben die Zähnchen ordentlich zu tun und scheiden dadurch den karieshemmenden Speichel aus.

Das Glockenblümchen ist auch essbar, aber es ist selten, und deshalb esse ich es nicht auf, sondern erfreue mich an seiner filigranen Schönheit:

Hier nun das liebliche Gänseblümchen. Auch dieses findet man überall. Sein lateinischer Name Bellis perennis bedeutet "schöne Ausdauernde" - und ausdauernd und widerstandsfähig ist das kleine, hübsche Blümchen auch. Es wächst von Februar bis November und ist nahezu überall zu finden.. Es ist reich an wertvollen Inhaltsstoffen: Vitamin C, Mineralstoffe, Saponine, Schleimstoffe, ätherisches Öl, Bitterstoffe und Gerbstoffe. Aber auch hier: Es ist nicht der einzelne Inhaltstoff an sich, sondern das Zusammenspiel all dieser Stoffe, die die große Bandbreite in der Wirkung des Gänseblümchens ausmachen. Es ist blutreinigend, es wirkt wundheilend und fördert die Regeneration der Haut. Gut auch bei Prellungen, Verstauchungen, Schürfwunden und blauen Flecken. Auch bei Bronchitis, es wirkt harn- und schweißtreibend und stoffwechselanregend, also auch entgiftend.

     

Der interessant schmeckende Gundermann:

Und jetzt schießt in den Wäldern überall das Weidenröschen empor. Sobald es bei uns blüht, stelle ich auch davon dann ein Bild ein. Sehr wohlschmeckend! Soll bei Prostataleiden und Harnschwäche hilfreich sein:

Die Brennessel wächst auch gottlob überall und enthält gegenüber dem Kopfsalat das 25-fache an Magnesium, das 30-fache an Vitamin C, das 20-fache an Provitamin A, das 40-fache an Kalzium, das 50-fache an Eisen.

Wächst in Küstennähe Spaniens - salzig, aber gut!

Kriechender Günsel leuchtet zur Zeit auf unserer Wiese:

Begleitet von Sauerampfer:

Hier noch besser zu sehen, der Sauerampfer:

... und so blüht er, bescheiden bräunlich und etwas unscheinbar:

Knoblauchrauke oder auch Lauchkraut genannt:

Wiesenkerbel:

Melde; die rechte Sorte kenne ich nur in Spanien:

Schmalblättrige Winde, schmeckt gut:

Spanischer Fenchel (Foeniculum vulgare):

Kraut an den Küsten Südspaniens, schmeckt in kleineren Mengen gut:

Ein mildes Kraut mit samtigen Blättern, Südspanien:

Ein recht bitteres Kraut, Küstennähe in Südspanien:

Spanischer Spargel (Asparagus officinalis), frische Schösslinge essen:


Letzte Änderung: 13.8.2006 15:59:12 - Autor: Brigitte Rondholz - Letzter Autor: Brigitte Rondholz
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