Der Mensch Ist Von Natur Aus Ein Pflanzenesser Und Kein Allesfresser


Brigitte Rondholz

Warum der Mensch kein Fleischesser ist (Teil 2)

Welche Nahrung ist denn nun naturgemäß?

Da wir uns auf einen sogenannten „Nahrungsinstinkt“, der uns genau sagt, was wir essen können und was nicht, nicht verlassen können, müssen wir uns durch anderweitige, genaue Beobachtungen und Schlüsse Gewissheit darüber verschaffen, was die menschenartgemäße Nahrung für uns ist. Diese Beobachtungen wurden schon des Öfteren hier dargelegt, aber da wir alle einer unermüdlichen Gehirnwäsche bezüglich des Fleischkonsums ausgesetzt sind, kann man sie m. E. nicht oft genug wiederholen.

Der Naturforscher Louis Kuhne

http://www.urkostmitbrigitte.de/bilder/kuhne.jpg

macht dies nachfolgend im zweiten Teil seiner anschaulichen Betrachtungen und ich werde es für euch kommentieren (kursiv).

Jedem nach seiner Art...

Schon der erste Blick auf die Lebewesen zeigt uns, dass sie zur Unterhaltung des Stoffwechsels unbedingt Nahrung zu sich nehmen müssen, dass sie aber auch in der Wahl derselben ziemlich beschränkt sind. Die am Meeresufer auf dem salzhaltigen Boden üppig wachsende Pflanze, sie geht zugrunde im Binnenlande; die Sandpflanze, die auf dem trockenen Kiesboden vortrefflich gedeiht, sie geht ein im Gartenlande; die Kulturpflanze, welche die reiche Humuserde liebt, sie verkümmert auf dem Sandboden.

Sehr bestimmt ausgeprägt finden wir die gleiche Erscheinung im Tierreiche, so bestimmt, dass man die Tiere nach der Ernährungsart klassifizieren kann. Nicht nur den Biologen ist die Einteilung der Säugetiere in Fleisch- und Pflanzenfresser geläufig. Freilich ist dieselbe eine so oberflächliche, dass sie uns nicht genügen kann. Bei genauerer Betrachtung merken wir bald, dass wir die Insektenfresser von den eigentlichen Fleischfressern abgliedern müssen und dass die Pflanzenfresser sich in Gras- und Fruchtfresser trennen (Herbivoren und Frugivoren). Außerdem finden wir noch einige wenige Allesfresser (Omnivoren). Die Beobachtung muss sich bei den einzelnen Klassen wieder auf die Organe erstrecken, die der Ernährung dienen; an diesen drückt sich die Ernährungsart so bestimmt aus, dass man selbst am Skelett des Tieres dieselbe erkennen kann.

Zähne, Verdauungstrakt, Sinnesorgane weisen uns den Weg

Hauptsächlich wollen wir unser Augenmerk auf die Zähne, den Verdauungskanal, die Sinnesorgane, die das Tier zur Nahrung führen, sowie auf die Ernährung der Nachkommenschaft richten. Vier Streifzüge sind es also, die wir durch das schon begrenzte Gebiet unternehmen und an die wir unsere Beobachtungen knüpfen wollen. Wir unterscheiden bekanntlich dreierlei Zähne. Vorder- (Schneide-), Eck- und Backenzähne. Die Vorderzähne der Raubtiere sind wenig ausgebildet, hingegen zeigen die Eckzähne eine ganz auffallende Länge. Sie überragen beträchtlich die anderen Zähne, und in der gegenüberliegenden Zahnreihe ist eine besondere Lücke nötig, um sie aufzunehmen. Sie sind spitz, glatt und etwas gebogen. Zum Kauen eignen sie sich in keiner Weise, wohl aber zum Erfassen und Festhalten der Beute. Wir bezeichnen sie bei den Raubtieren am besten als Fangzähne und können tatsächlich beobachten, dass die Raubtiere sie als solche gebrauchen.

http://www.urkostmitbrigitte.de/bilder/raubtier3.jpg

Zum Zerkleinern des Fleisches dienen ihnen aber die Backenzähne, die sämtlich auf der Kaufläche mit Spitzen versehen sind. Diese Spitzen stoßen nicht aneinander, sondern gehen dicht aneinander vorüber, so dass sie beim Zerkleinern des Fleisches nur die Muskelfasern mechanisch trennen. Eine Seitenbewegung des Unterkiefers würde dabei störend sein und ist den Raubtieren auch nicht möglich. Daraus geht hervor, dass dieselben keine Mahlbewegung ausführen können, und man kann zum Beispiel täglich wahrnehmen, wie schwer es Hunden fällt, Brotstücke zu zerkleinern, sie müssen diese beinahe unzerkaut schlucken.

http://www.urkostmitbrigitte.de/bilder/raubtiergebiss2.jpg

BR: Für das so wichtige Mahlen der pflanzlichen Nahrung hat der Pflanzenesser Mensch sehr ausgeprägte Mahlzähne, und ich kann es euch nicht oft genug ans Herz legen, eure Nahrung immer sehr gründlich zu kauen, weil die erst Stufe der Verdauung schon im Munde stattfinden sollte. Erst wenn alles zu einem flüssigen Brei gekaut ist, sollten wir unsere Nahrung hinunterschlucken. Dann, und nur dann, wird sie auch richtig verdaut und wir können all den Nutzen daraus ziehen.

Bei den Grasfressern sind die Schneidezähne auffallend stark entwickelt; sie dienen ihnen zum Abbeißen des Grases und der Kräuter.

BR: Die Schneidezähne sind bei uns Menschen auch recht gut und ausgeprägt.

http://www.urkostmitbrigitte.de/bilder/brigzaehne.jpg Brigittes Beißerchen exemplarisch für das Gebiss vom Pflanzenesser Mensch!

Reine Frugivoren gibt es nicht allzu viele. Für uns sind die menschähnlichsten Affen die wichtigsten. Wir finden bei den Fruchtessern das am gleichmäßigsten ausgebildete Gebiss. Die Zähne haben annähernd dieselbe Höhe, nur die Eckzähne ragen ein wenig über die anderen empor, doch viel zu wenig, um denselben Zweck erfüllen zu können wie bei den Raubtieren. Sie sind kegelförmig, aber oben stumpf und nicht glatt, sodass sie nie als Fangzähne dienen können, sie sind sichtlich für große Kraftleistungen bestimmt, und man weiß ja auch, dass die menschenähnlichen Affen mit diesen Zähnen Erstaunliches leisten können. Die Backenzähne dieser Tiere sind oben mit Schmelzfalten versehen, und da der Unterkiefer ausgiebige Seitenbewegungen gestattet, ist ihre Tätigkeit mit der von Mühlsteinen zu vergleichen. Besonders wichtig ist der Umstand, dass kein einziger Backenzahn oben Spitzen zeigt, so dass also keiner zum Kauen des Fleisches bestimmt ist. Das ist umso bemerkenswerter, als die Omnivoren, zu denen eigentlich nur die Bären gezählt werden können, sowohl mit Spitzen versehene als auch breite Backenzähne besitzen. Natürlich haben diese auch die Fangzähne der Raubtiere, ohne die sie ja ihre Fleischnahrung nicht erlangen könnten, die Vorderzähne hingegen gleichen denen der Fruchtfresser.

Welchen dieser Gebisse gleicht nun das menschliche? Es kann kein Zweifel obwalten und lässt sich ohne Mühe erkennen, dass es fast vollständig dem der tierischen Frugivoren gleichgebildet ist. Der Eckzahn des Menschen erreicht nicht ganz die Höhe wie bei diesen und ragt sehr wenig oder gar nicht über die anderen Zähne hervor, aber das ist kein wesentlicher Unterschied. Man hat aus dem bloßen Vorhandensein des Eckzahns oft geschlossen, dass der menschliche Körper auch für Fleischnahrung eingerichtet sei, aber dieser Schluss wäre nur berechtigt, wenn der menschliche Eckzahn denselben Zweck erfüllen könnte, wie der Eckzahn der Raubtiere, und wenn wir, wie die Bären, wenigstens einige entsprechende Backenzähne zum Zerkleinern des Fleisches hätten.

Eindeutige Schlussfolgerungen

Die Schlüsse, die wir aus unseren Beobachtungen ziehen müssen, werden nun die folgenden sein:

1. Das Gebiss des Menschen gleicht nicht dem der Karnivoren, folglich ist der kein Karnivor.

2. Das Gebiss des Menschen gleicht nicht dem der Herbivoren, folglich ist er kein Herbivor;

(BR: Hier muss man einschränkend und erläuternd sagen, dass unser Gebiss und unsere Verdauungsorgane hervorragend auch zum Blätter- und Wildpflanzenessen geeignet sind. Aber eben nur als "Beigabe" und nicht ausschließlich!)

3. Das Gebiss des Menschen gleicht nicht dem der Omnivoren, folglich ist er kein Omnivor.

4. Das Gebiss des Menschen gleicht fast vollständig dem der menschenähnlichen Frugivoren, folglich ist er ein Frugivor, also ein Früchte- und Grünpflanzenesser.

Zum Verdauungstrakt

Treten wir nun unseren zweiten Streifzug durch das reiche Beobachtungsgebiet an und lenken wir dabei unsere Aufmerksamkeit auf den Verdauungskanal der Tiere! Die Raubtiere haben einen kleinen, fast kugelrunden Magen, und der Darmkanal 3- bis 5fache Länge des Körpers, die Körperlänge den Abstand zwischen Rachenöffnung und Schwanzwurzel genommen. Die Nur-Grasfresser, besonders die Wiederkäuer, haben einen sehr ausgedehnten und zusammengesetzten Magen, und der Darmkanal erreicht die 20- bis 28fache Körperlänge. Bei den Fruchtfressern ist der Magen etwas breiter als bei den Fleischfressern, und sie besitzen im Zwölffingerdarm einen Anhang, den man als zweiten Magen bezeichnen könnte. Die Länge des Darmkanals beträgt das 10- bis 12fache der Körperlänge. Man findet nun in anatomischen Werken oftmals die Behauptung, der menschliche Darm besitze die 3- bis 5fache Länge des Körpers, folglich sei er mehr zur Fleischspeise eingerichtet. Man zeiht hier die Natur eines großen Widerspruchs, denn den Zähnen nach soll sie den Menschen nach der landläufigen Ansicht zum Omnivoren, dem Darm nach zum Karnivoren, gebildet haben. Dieser Widerspruch löst sich aber sehr einfach. Man hat nämlich als Körperlänge des Menschen die Entfernung des Scheitels von der Sohle genommen und vergessen, dass man, den Vergleichsfällen entsprechend, nur den Abstand der Mundöffnung von dem Ende des Rückgrats als solche gebrauchen kann. Der angeführte Schluss ist demnach ein Trugschluss. Die Länge des menschlichen Darmkanals beträgt je nach der Größe des Individuums 5 bis 8,5 m und der bezeichnete Abstand 50 bis 80 cm, so dass die Division etwa 10 als Resultat ergibt. So gelangen wir zum zweiten Male zu dem Schluss:

„Der Mensch ist ein Frugivor.“

http://www.urkostmitbrigitte.de/bilder/brigana.jpg

Und was ist mit dem Geruchs- und Gesichtsinn? Lockt er uns zum Töten?

Lasst uns nun unseren dritten Weg einschlagen und diesmal auf die Wegweiser zu unserer Nahrung, auf die Sinne, achten. Namentlich sind es der Geruch- und der Gesichtssinn, welche die Tiere zu ihrer Nahrung führen und in ihnen zugleich das Verlangen nach derselben wecken.

Findet das Raubtier die Fährte eines Wildes, so fangen die Augen an zu funkeln, es folgt eifrig der Spur, erhascht die Beute in kühnem Sprunge und leckt gierig das hervorspringende Blut; alles das erregt in ihm sichtlich volle Befriedigung. Der Grasfresser dagegen geht ruhig an seinen Mitgeschöpfen vorüber und kann höchstens durch andere Umstände veranlasst werden, sie anzugreifen, nie wird ihn der Geruchsinn verleiten, Fleisch zu verzehren. Er lässt sogar seine natürliche Nahrung unberührt, wenn dieselbe mit Blut bespritzt wurde. Hingegen führen in Geruch- und Gesichtsinn zu Kraut und Gras, die dann auch seinem Geschmacksinn behagen. Ganz die entsprechenden Wahrnehmungen finden wir bei Frugivoren, die durch ihre Sinne auf die Baum- und Feldfrüchte verwiesen werden. Wie verhalten sich nun die menschlichen Sinnesorgane? Locken uns je der Gesichtsinn und der Geruchsinn dazu, einen Ochsen zu töten? Wird ein Kind, das nie etwas vom Schlachten der Tiere gehört hat selbst dann, wenn es schon Fleisch genossen hat, beim Anblicke eines Masttieres auf den Gedanken kommen: Das müsste einen Leckerbissen für dich geben? Nur wenn wir uns im Geiste eine Brücke vom lebenden Tier bis zum Braten, wie er auf den Tisch kommt, herstellen, nur dann kommen uns derartige Gedanken, aber von Natur liegen sie nicht in uns.

BR: Der friedliche Pflanzenesser Mensch hat eine sehr ausgeprägte Tötungshemmung, wie wir alle aus eigener Erfahrung wissen. Normale Menschen können nicht töten. Wir Menschen erfreuen uns am Anblick deines anmutigen Rehs oder possierlichen Häschens und wollen sie keineswegs töten, vorausgesetzt man hat uns diese Tötungshemmung nicht abtrainiert wie zum Beispiel den Jägern, Soldaten, Metzgern oder den zum Fleischkonsum umgepolten Menschen.

Unsere Sinne empfinden das Töten selbst entschieden als etwas Abschreckendes, und das frische Fleisch will weder dem Geruch noch dem Gesicht behagen. Warum verlegt man denn die Schlachthäuser möglichst außerhalb der Städte? Warum erlässt man in vielen Orten Verbote, das Fleisch unbedeckt zu lassen? Kann dasselbe tatsächlich eine naturgemäße Speise genannt werden, wenn Auge und Nase so sehr von ihm beleidigt werden? Wie lieblich erscheint uns dagegen der Duft des Obstes, und es ist gewiss kein Zufall, dass Berichterstatter über Obstausstellungen fast regelmäßig ihr Empfinden durch den Satz ausdrücken: „Beim Anblick der Früchte läuft einem das Wasser im Munde zusammen.“ So müssen wir zum dritten Male den Schluss ziehen:

„Der Mensch muss von Natur entschieden ein Frugivor sein.“

http://www.urkostmitbrigitte.de/bilder/9-7ella1.jpg

Frischkostkinder wissen was ihnen guttut: Muttermilch und Urkost!

Jedes Lebewesen bekommt die ihm gemäße Art Nahrung von der Natur zugewiesen

Wenn wir auf unserem vierten Streifzug die Vorkehrungen betrachten wollen, welche die Natur für die Forterhaltung der Art getroffen hat, so sind die einschlägigen Beobachtungen schon schwieriger. Allen Geschöpfen wird sofort nach dem Eintritt ins Leben eine Nahrung geboten, welche die rasche Weiterentwicklung begünstigt. Für den neugeborenen Menschen ist ohne Zweifel die Muttermilch die einzig natürliche Nahrung.

Fleischkost lässt Muttermilch versiegen

Hier machen wir auf einmal die Bemerkung, dass eine Reihe Mütter ihren heiligen Pflichten nicht nachzukommen vermag, da ihr Organismus die Nahrung für das Kind nicht zu erzeugen imstande ist. Es ist dies besonders schlimm, da solchen Kindern von klein auf der rechte Maßstab für die sinnlichen Eindrücke verloren geht, denn keine künstliche Nahrung gleicht der natürlichen vollkommen. Unsere Beobachtungen zeigen uns sehr bald, dass die vorwiegend von Fleisch sich nährenden „besseren“ Stände weit mehr darunter leiden zu haben und genötigt sind, vom Lande, wo man wenig Fleisch genießt, sich Ammen kommen zu lassen. Diese speisen dann in der Regel auch von der Tafel ihrer Herrschaft, und nicht selten verlieren sie bald die Fähigkeit, am Kinde Mutterstelle zu vertreten. Auf Seeschiffen verleiht man den stillenden Müttern Haferschleim, denn bei der vorwiegenden aus Fleisch bestehenden Schiffskost versagen sonst ihre Brüste. All diese Beobachtungen lassen uns den Schluss ziehen, dass das Fleisch schädlich für die Erzeugung der Muttermilch ist. Wir werden dadurch zum vierten Male zu dem Schlusse gedrängt, dass der Mensch von Natur auf Fruchtnahrung angewiesen ist.

Die Menschen und auch einige Tiere sind von ihrer natürlichen Nahrung abgewichen

Wenn wir richtig geschlossen haben, folgt aber mit Notwendigkeit, dass die meisten Menschen mehr oder weniger von ihrer natürlichen Nahrung abgewichen sind. Geschöpfe sind von ihrer natürlichen Nahrung abgewichen! Das klingt fast ungeheuerlich und erfordert zunächst noch weitere Begründung. Ist es denn möglich, dass auch andere Geschöpfe ihrer natürlichen Nahrung untreu werden können, und welche Folgen hat dies? Die Zwischenfrage müssen wir erst lösen, ehe wir unseren Weg nach aufwärts fortsetzen. Wir wissen wohl, dass Hunde und Katzen sich an Pflanzenspeise gewöhnt haben, sind aber auch imstande, Beispiele anzuführen, wie sich pflanzenfressende Tiere an die Fleischnahrung gewöhnen können. Es war mir vergönnt, einen höchst interessanten Fall zu beobachten. In einer Familie wurde ein junges Reh großgezogen, welches bald Freundschaft mit dem im Hause lebenden Hunde schloss. Es sah nun diesen oftmals von der Fleischbrühsuppe fressen und machte bald Versuche, ihm darin Gesellschaft zu leisten. Anfangs wandte es sich regelmäßig mit Zeichen des Widerwillens davon ab, wenn es nur die Zunge hineinbrachte; doch wiederholte es den Versuch, und nach einigen Wochen fraß es lustig mit. Nach mehreren weiteren Wochen war es schon so weit, selbst Fleisch zu verzehren, und zuletzt zog es dasselbe seiner natürlichen Nahrung vor. Die Folgen blieben freilich nicht aus, es kränkelte bald und starb, ehe es ein Jahr alt war. Ich füge noch hinzu, dass das Tier nicht eingesperrt war, sondern im Garten und Wald umherspringen konnte. Wir wissen ja auch, dass die frugivoren Affen in der Gefangenschaft leicht an Fleischkost zu gewöhnen sind, aber sie sterben dann auch in der Regel nach ein bis zwei Jahren an Lungenschwindsucht. Man schreibt dies zwar bis jetzt allgemein dem Klima zu; da aber die anderen Tropenbewohner recht gut bei uns gedeihen, so kann man wohl annehmen, dass die unnatürliche Nahrung die größte Schuld trägt. Neue Versuche bestätigen dies auch.

BR: So viel zum „angeborenen Nahrungsinstinkt“, der doch die Tiere und Menschen vor diesem Selbstmord auf Raten bewahren sollte, wenn er denn vorhanden wäre. Das Konstrukt von Burger, dass er nur mit natürlichen Lebensmitteln funktioniert, überzeugt auch hier nicht, denn wenn alles natürlich läuft, braucht man solch einen „Instinkt“ ja nicht.

Es ist also sicher, dass die Tiere von ihrer natürlichen Nahrung abweichen können, und es wird hierdurch die Annahme, dass ein großer Teil der Menschheit ebenso abgewichen ist, schon viel wahrscheinlicher. Wenn dem aber so ist, so müssen auch die Folgen für uns wahrnehmbar sein, es müssen sich ebenso sicher Krankheiten einstellen oder schon eingestellt haben.

Früher Tod und Altersschwäche sind der Preis

Fragen wir die Menschen aufs Gewissen, wie viele von ihnen noch nie die Hilfe eines Arztes beansprucht haben, ich glaube, wir finden nur verschwindend wenige. Und wie viele gibt es denn, die den Tod an Altersschwäche sterben? Die Fälle sind so vereinzelt, dass die Tageblätter gewöhnlich Notiz davon nehmen. Es sind tatsächlich verschwindend wenig Menschen zu finden, die keine Fremdstoffe in sich tragen. Im Allgemeinen ist die mehr frugivor, wenn auch nicht ganz naturgemäß lebende Landbevölkerung immer noch glücklicher daran, wenn auch der Genuss frischer Luft das seinige beiträgt, die Hauptrolle spielt doch die Nahrung.

Hat sich der Mensch mit der Zeit ans Fleischessen angepasst?

Wir sind nun endlich dahin gelangt, die letzte Stufe zu betreten und durch Experimente die Haltbarkeit oder Unhaltbarkeit unserer Schlüsse zu beweisen. Namentlich zwei Einwände sind es, die durch dasselbe zugleich auf ihren Wert geprüft werden. Der eine ist der, dass der Mensch zufolge seiner höheren Organisation nicht denselben Bedingungen unterworfen sei, als die unter ihm stehenden Geschöpfe - und der andere, dass vielleicht durch den langen Gebrauch der Fleischkost der Körper sich dieser angepasst habe, etwa im Sinne der Darwinschen Anpassungslehre. Dieser zweite Einwand gliedert sich wieder in zwei Behauptungen, einmal, dass das ganze Menschengeschlecht diesen Anpassungsprozess durchgemacht habe, und das andere Mal, dass wenigstens die Erwachsenen sich ihm nicht entziehen konnten. Alle diese Fragen sind endgültig nur durch Experimente zu beantworten, und zwar durch Experimente an Kindern und Erwachsenen. Diese Versuche sind aber bereits in Menge angestellt worden, und ich will die Resultate in kurzen Zügen vorführen. In einer Reihe Familien sind Kinder von klein auf ohne Fleisch ernährt worden, und ich habe es mir immer zur besonderen Aufgabe gestellt, die Entwicklung solcher zu beobachten. Ich kann getrost behaupten, dass die Versuche entschieden zugunsten der naturgemäßen, d.h. fleischlosen Diät ausgefallen sind. Die Kinder entwickelten sich fast ausnahmslos körperlich und geistig vortrefflich, und zwar geistig nach allen drei Seiten hin, der des Verstandes, des Willens und des Gemütes.

BR: So ist es. Dies kann ich mit großer Sicherheit und nachweislich bestätigen. Meine fast 14jährige Tochter Laura gehörte von Anfang an zu den Klassenbesten, spielt Cello im Kreisorchester und erfreut mich täglich mit ihrer Kreativität.

Was sollen wir denn nun essen, und was sollen wir trinken?

Was das Getränk anbetrifft, so muss ich nochmals zurückkehren zu unseren Beobachtungsgebieten. Wir finden außer dem Menschen kein Geschöpf, das von Natur zur Löschung des Durstes eine andere Flüssigkeit als Wasser wählte. Bemerkenswert ist es dabei, dass die Tiere fast immer das fließende Wasser aufsuchen und lieber aus dem Flusse oder Bache trinken, als aus der Quelle, die aus dem Fels sprudelt, und tatsächlich ist Wasser welches von der Sonne beschienen wurde und über Kies dahinfloss, dem frischen Quellwasser vorzuziehen. Tiere, die saftige Nahrung genießen, trinken übrigens sehr wenig, und auch der Mensch fühlt selten Durst, wenn er die saftige Frucht nicht vernachlässigt. Hat er aber das Bedürfnis zu trinken, so ist auch für ihn Wasser das einzig wahrhaft naturgemäße Getränk.

BR: auch hier sind wir Urmethodiker bestens versorgt, denn unsere Frischkost enthält ausreichend von dem besten Wasser, welches die Natur für uns bereithält. – im Verbund mit der Pflanze, sodass wir sehr selten einmal Durst verspüren.

Was sollen wir essen?

Auf Früchte hat die Natur uns hingewiesen, und Fruchtnahrung ist also die naturgemäße. Alle Früchte, alle Beeren, Wildkräuter und auch alle Knollen, die Gesicht, Geruch und Geschmack nicht abstoßend, sondern einladend finden, können uns zur Nahrung dienen. Wir finden solche in allen Erdgegenden und Zonen in genügender Menge, höchstens fehlen sie in den kältesten Regionen. Letztere sind daher auch nicht zur Wohnstätte für Menschen geeignet.

(BR: Ich füge hinzu: Esst möglichst täglich frische, saftige Tropenfrüchte, denn drauf sind wir geeicht; z. B. Mangos, Papayas, Guaven, Durian, Wildbananen, Passionsfrüchte, Mangostan, Rambutan, Jackfrucht, Cherimoyas etc. Dazu heimisches Obst von Bäumen aus unbegifteten, nicht chemisch gedüngten Böden, wie Vogelkirschen, Pflaumen, Kirschen, Birnen, Äpfel, Sanddorn. Möglichst nur eine Nahrungsart (außer Grün) zur Zeit essen. Auch Wildbeeren (z. B. Brombeeren, Himbeeren, Waldbeeren, Walderdbeeren, Preiselbeeren, Berberitzen)nicht vergessen. Zusammen mit grünen Wildpflanzen, Blättern und Blüten von Baum und Strauch (einigen, nicht zu viele, denn sie sollen ja Früchte tragen). Wenn nicht verfügbar: Gräser. Anteil 20% der Nahrungsmenge, der jedoch nicht sklavisch eingehalten werden braucht, wie Franz in seinem „Großen Gesundheits-Konz“ betont. Ich persönlich esse zu jeder Mahlzeit eine Schüssel voll davon, weil sie mir einfach sehr gut munden und ich um ihren großen Wert weiß. Auch frische Bio-Salate, Grünkohl, Rosenkohl, Petersilie, Schnittlauch, Möhrengrün aus dem eigenen Garten oder Naturladen. Fettreiche Früchte im Wechsel. Zum Beispiel Safus, Oliven, Avokados, Durian, frische Nüsse, Mandeln, Maronen, Sonnenblumenkerne, Kokosnüsse, Eicheln, Bucheckern, je nach Saison. Wurzeln, z. B. Topinambur, Pastinaken, Möhren, Süßmais und Rote Bete. Gemüsefrüchte wie Tomanten, Gurken.

In der Saison: Frische Samen (z. B. von Wegerich, Brennnesseln, Gräsern, Malven, Springkraut).

http://www.urkostmitbrigitte.de/bilder/10-8paradies3.jpg

Herrliche Frischkost - da läuft einem doch das Wasser im Munde zusammen!

Es war eine naturwidrige Nahrung, welche die Menschen mit Fremdstoffen belastete, eine naturgemäße bringt solche nicht in den Körper, oder wenigstens nur dann, wenn sie nicht richtig verarbeitet werden kann oder das richtige Maß im Essen nicht eingehalten wird.

Vermögen wir die alten Stoffe herauszuschaffen, so gibt uns die naturgemäße Nahrungsweise die Garantie, dass wir uns gesund erhalten können, vorausgesetzt, dass wir die anderen Gesundheitsbedingungen nicht völlig vernachlässigen.

BR: Also zusätzlich zur Urkost: Tägliche Urbewegungen an der frischen Luft, Sonnenbaden und reichlich früher Schlaf.

Ja, die WAHRHEIT ist schon so lange den "modernen Menschen" bekannt – ihr müsst es nun einfach nur tun, dann werdet ihr auch bald, so wie ich und viele andere Urköstler, „strahlende Gesundheit“ erleben und täglich genießen können.


Letzte Änderung: 20.8.2006 18:20:54 - Autor: Brigitte Rondholz - Letzter Autor: Brigitte Rondholz
Home